Eindeutige Prognose: Schule braucht mehr Platz

von Redaktion

Steigende Schülerzahlen und der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zwingen die Stadt Waldkraiburg zum Handeln, da die Graslitzer Grundschule mehr Platz benötigt. Der Bauausschuss hat dazu eine Entscheidung getroffen.

Waldkraiburg – „Es besteht massiv Platzbedarf“, brachte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) die Lage an der Graslitzer Grundschule im Bauausschuss auf den Punkt. Der Handlungsdruck ist klar – und hat zwei Gründe: steigende Schülerzahlen und der gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen.

Ab September fehlt
ein Klassenzimmer

Von einem „mehrteiligen Thema“ sprach Stefan Süße, Abteilungsleitung Generationen und Kultur. Bereits zum kommenden Schuljahresbeginn fehlt ein Klassenzimmer. Grundlage ist eine Fünf-Jahres-Prognose der Stadt: Bis zum nächsten Schuljahr sollen demnach die Schülerzahlen von 259 auf 306 steigen. In den Folgejahren bleiben die Zahlen mit 311, 292 und 296 konstant hoch, bevor für das Schuljahr 2030/31 wieder mit einem Rückgang auf 257 Schüler gerechnet wird.

„Dann würden die Klassenzimmer wieder reichen“, sagte Süße. Allerdings ist dabei ein wichtiger Aspekt noch nicht berücksichtigt: das neue Baugebiet Waldkraiburg-West. Dadurch sei mit weiter steigenden Schülerzahlen an der Graslitzer-Schule zu rechnen.

50 zusätzliche Schüler entsprechen laut Süße zwei Klassenzimmern. „Wir müssen reagieren“, sagte er. Denn auch der bestehende Hort ist aktuell ausgelastet, es gibt eine Warteliste. Eine Platzerweiterung des Horts sei im Gespräch.

Süße verwies auch auf mögliche Fördergelder über das Start-Chancen-Programm – eine bundesweite Bildungsinitiative, um die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem zu erhöhen. „Wir sollten in die Planungen einsteigen“, appellierte Süße an das Gremium.

„Was ist an jeder Schule geplant?“, hakte Charlotte Konrad (CSU) nach und richtete damit den Blick auf alle vier Grundschulen. Waldkraiburg ist zwar aktuell mit fünf Horten an den vier Grundschulen gut aufgestellt, auf lange Sicht reichen die vorhandenen Plätze aber nicht aus. Die Beethoven-Grundschule ist die erste Schule, an der eine Ganztagslösung umgesetzt wird. Nächste Schule in der Reihe ist wohl die Graslitzer-Schule. Wie das Angebot an den drei anderen Grundschulen gestaltet wird, hänge vom jeweiligen Bedarf der Eltern ab.

Stadt fragt Bedarf
der Familien ab

Eine Elternbefragung durch die Stadt soll den Bedarf klären. Für die Graslitzer Schule sei laut Süße am Hort eine weitere Gruppe in der Diskussion. Zudem informierte Süße auf Nachfrage von Ernst Schäffer (AfD), dass rund 20 Kinder aus der Anker-Dependance die Schule besuchen.

Für den Bauausschuss sprach nichts dagegen, die Graslitzer-Schule um zusätzliche Klassenzimmer zu erweitern. Außerdem wird die Schule als weiterer prioritärer Standort für die Ganztagsbetreuung festgelegt. Der Beschluss erfolgte einstimmig.

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