Lohkirchen – Es riecht nach Diesel, Motoren heulen auf – und ein tonnenschwerer Laster setzt sich langsam in Bewegung. Oder auch nicht. „Das kommt ganz darauf an, wie viele PS der Traktor mitbringt“, erklärt Markus Deinböck, wenn er vom „Leistungsziehen“ spricht. Am Sonntag, 3. Mai, darf sich jeder, der eine Zugmaschine mit entsprechenden Pferdestärken hat, an einem 25 Tonnen schweren Lastwagen messen. „Wer schafft es, den Lastwagen den Berg hochzuziehen?“, lautet die Frage an diesem Tag.
Der Wettbewerb: Kraft
am Berg ist gefragt
Kräftemessen auf Diesel-Basis. Im nördlichen Landkreis scheint das immer mehr in Mode zu kommen. Im vergangenen Jahr, im Juli 2025, waren es Rasenmäher-Bulldog-Freunde aus Schönberg und Umgebung, die sogar einen Weltrekord aufstellten, indem sie gemeinsam einen 120 PS starken Traktor im Ziehen besiegten. Die Rasenmäher, die insgesamt über 600 PS aufbrachten, zogen einen Case Bulldog mit 120 PS und knapp 6,5 Tonnen über vier Meter weit.
Jetzt hat sich ein Stammtisch in Lohkirchen etwas Neues ausgedacht, um rohe Dieselkraft im Wettkampf zu vergleichen. Genauer gesagt handelt es sich um die „Würfelfreunde Habersam“, die an einem ihrer sonntäglichen Stammtischtreffen die Idee geboren haben, einen Lastwagen einen Berg hochzuziehen.
Einzeln treten die Teilnehmer an, um den Lkw zu ziehen – so schnell und so weit wie möglich. „Der Berg dürfte etwa elf Prozent Steigung haben. Die Strecke umfasst etwa 400 Meter“, verrät Deinböck einige Details. 30 Starter werden zugelassen. „Knapp die Hälfte haben wir schon beieinander“, freut sich Deinböck über das vorhandene Interesse. Anmelden kann man sich auf der Internetseite der Firma der Gebrüder Wagner in Sametsham. Bevor es zum Kräftemessen gegen 12.30 Uhr kommt, wird bereits einiges geboten. Der Startschuss fällt in den frühen Morgenstunden: Ab 7 Uhr treffen die ersten Fahrer ein, lassen ihre Unterlagen prüfen und ihre Fahrzeuge kontrollieren. Zum „Warmlaufen“, wenn man so will, gibt es bereits ab 8.30 Uhr einen Leistungsfrühschoppen. Die Firma Landtechnik Gruber aus Ampfing wird bis 12 Uhr mit einer Zapfwellenbremse testen, wie groß die Leistung unter der Haube der Zugmaschinen ist, welche die Besucher an diesem Tag mit nach Sametsham bringen. Nach dem Mittagessen geht es los: Vom Oldtimer bis zum Kraftpaket können sich sämtliche Fahrzeuge der Herausforderung mit dem Lkw stellen. Liebevoll restaurierte Oldtimer werden auf moderne Traktoren und echte PS-Boliden treffen.
Die teilnehmenden Fahrzeuge treten in mehreren Klassen gegeneinander an: von der Oldtimerklasse über die Mittelklasse (70 bis 149 PS) und die große Klasse (150 bis 250 PS) bis hin zur freien Klasse, in der auch besonders leistungsstarke Maschinen sowie Lkw oder Bau- und Forstfahrzeuge starten dürfen. Selbst nicht zulassungsfähige Fahrzeuge sind erlaubt – vorausgesetzt, sie befinden sich in technisch einwandfreiem Zustand. „Die Einteilung wird direkt am Veranstaltungstag vor Ort vorgenommen. Dabei orientieren sich die Gruppen an den tatsächlich gemessenen Leistungswerten der Fahrzeuge, sodass faire und vergleichbare Klassen entstehen.
Ziel dieser Anpassung ist es, für alle Teilnehmer gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und einen möglichst spannenden und ausgeglichenen Wettkampf zu gewährleisten“, ergänzt Markus Deinböck.
Im Mittelpunkt steht das Leistungsziehen: Ein Fahrzeug nach dem anderen versucht, einen beladenen Lkw möglichst schnell und weit einen Berg hinaufzuziehen. Die besten zwei Teilnehmer jeder Klasse qualifizieren sich für das Finale, in dem die Anforderungen durch eine höhere Zuglast noch einmal steigen werden. Gewonnen hat am Ende derjenige mit der stärksten Leistung in seiner Klasse. Fehlstarts oder Abbrüche werden durch eine rote Flagge signalisiert.
Klare Regeln für
ein sicheres Spektakel
Trotz aller Begeisterung steht die Sicherheit an erster Stelle. Für die Fahrer gilt absolutes Alkohol- und Drogenverbot, und ein gültiger Führerschein ist Pflicht. Den Anweisungen der Veranstalter ist unbedingt Folge zu leisten. Auch auf dem Gelände selbst wird nichts dem Zufall überlassen: Schrittgeschwindigkeit, Rücksicht auf Zuschauer und freigehaltene Rettungswege sind selbstverständlich. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Ausschluss rechnen.
Wer teilnehmen möchte, kann sich noch anmelden. Wichtig ist ein vollständig ausgefülltes Formular inklusive aller notwendigen Erklärungen – nur dann ist ein Start möglich. Und vielleicht ist dann sogar ein Platz auf dem Treppchen drin. Die Auflösung gibt es um 18 Uhr, wenn die besten Fahrer bei der Siegerehrung gekürt werden.