Mühldorf – Im Juni 2023 erblickte das bronzene Brunnenbuberl das Licht der Öffentlichkeit. Seither steht es auf einem Sockel unter dem Pavillon am Stadtplatz – und wurde auch schnell Ziel erster Übergriffe. Einmal wurde das Pfeilende abgebrochen, ein anderes Mal die Bogensehne abgerissen. „Das Brunnenbuberl an der Bushaltestelle ist immer wieder Zielscheibe von Vandalismus, nun hat es neben seinem Pfeil auch den Bogen verloren“, bedauert Mühldorf Bürgermeister Michael Hetzl gegenüber den OVB-Heimatzeitungen.
Seit wann die Skulptur mit gänzlich leeren Händen dasteht? „Das wissen wir nicht genau“, heißt es dazu aus dem Mühldorfer Rathaus. Dort ist auch nicht bekannt, ob die Waffen gestohlen oder nur aus Übermut und Zerstörungswut abgerissen wurden. „Wir gehen von Vandalismus aus“, erklärt dazu Stadtsprecherin Teresa Harreiner auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Eine Anzeige wurde nicht erstattet.“
Über den Verbleib der fehlenden Bronzeteile ist nichts bekannt. Sie sollen momentan auch nicht ersetzt werden. Harreiner: „Die ersten Male haben wir die fehlenden Teile ersetzt. Aktuell ist das nicht im Gespräch, weshalb sich keine weiteren Kosten ergeben.“ Versichert sei die Figur nicht. So bleibt das Buberl also vorerst unbewaffnet. Wer es vorher nicht kannte, für den sieht es von Weitem so aus, als würde es auf seinem Podest die Fäuste ballen.
Falsch ist übrigens der Gedanke, dass die spitzen, über die Figur hinausragenden Teile aus Sicherheitsgründen entfernt wurden. Man denke an die Diskussion um den Elefanten aus rostigem Stahl, den der Mühldorfer Hans Kotter vor rund fünf Jahren der Stadt geschenkt hat. Da er aus scharfkantigem Metall bestehe, könne er „aus Sicherheitsgründen“ nicht in der Öffentlichkeit aufgestellt werden, teilte die Stadt 2024 mit.
Dieser Elefant steht jetzt übrigens vor den Toren Mühldorfs, auf Erhartinger Grund, bei der Bäckerei Eicher neben der Autobahn. Dort „regelt“ er den Verkehr des Drive-in.
Die Sicherheit der Betrachter war also nicht im Spiel, wie die Sprecherin der Stadt bestätigt: „Nein. Gefährliche Teile sind erst durch den Vandalismus entstanden. Diese haben wir in der Vergangenheit aus Sicherheitsgründen entfernt.“
Warum sich manche Zeitgenossen an einer solchen Figur austoben müssen, die einfach nur so am Stadtplatz steht, versteht auch Mühldorfs Bürgermeister nicht.
„Es ist mir unbegreiflich, wie derart mit öffentlichem Eigentum umgegangen werden kann“, ärgert sich Michael Hetzl. „Warum werden Kunstgegenstände, Gebäude, Spielplätze oder sogar Bäume immer wieder zerstört oder beschmiert? Man könnte meinen, wir wollen keine schönen Sachen mehr.“
Falls jemand etwas über den Verbleib von Pfeil und Bogen des Brunnenbuberls weiß, kann er sich bei der OVB-Redaktion melden.cl