Erleichtert über den Machtwechsel

von Redaktion

Istvan Molnar über die Wahl in Ungarn: „Friedliche Revolution“

Mühldorf/Ungarn – Ungarn hat gewählt und sich dabei ganz deutlich gegen den bisherigen Ministerpräsidenten Viktor Orban und seine Fidesz-Partei ausgesprochen. Auch bei Istvan Molnar ist zwei Tage später noch immer die Erleichterung in der Stimme zu hören. „Ich bin sehr froh über das Ergebnis“, sagt er am Telefon.

Inzwischen ist der gebürtige Ungar wieder in seiner Wahl-Heimat Mühldorf, doch die Eindrücke vom Wochenende hängen noch nach. „Das war eine friedliche Revolution mit dem Stimmzettel“, sagt er und spricht von einer „seelischen Ruhe“, die bei ihm eingekehrt sei. Tatsächlich ist das Ergebnis noch eindeutiger, als von vielen erwartet, ausgefallen. Oppositionsführer Peter Magyar erhielt mit seiner Tisza-Partei 53,2 Prozent der Stimmen und konnte damit 138 der 199 Parlamentssitze für seine Mitstreiter gewinnen. Sie liegen damit deutlich über der Zweidrittelmehrheit, für die 133 Sitze nötig gewesen wären. Orbans Fidesz-Partei kommt mit nur 38,3 Prozent der Stimmen auf 55 Mandate. Die restlichen sechs Mandate entfallen auf die rechtsextreme Partei Mi Hazank.

Mit der Zweidrittelmehrheit kann Magyar mit seiner Partei auch weitreichende Reformen durchsetzen. Auch Molnar zeigt sich überrascht von dem Wahlergebnis. „Ich habe gehofft, doch so eindeutig, das habe ich nicht erwartet“, sagt er.

Er selbst sei noch nie ein Fan von Orban gewesen, so Molnar. Von Magyar erwarte er sich jetzt, dass er seine Versprechen einlöst, nämlich „europäisch zu denken und zu handeln und gleichzeitig die Interessen seines Landes zu vertreten.“

Wie schon vor der Wahl betont Molnar: „Der Wechsel war unbedingt nötig.“ Er erzählt von einem Handball- und einem Fußballspiel, bei denen er am Wochenende vor der Wahl anwesend gewesen sei. „Viele Bekannte kennen meine politische Einstellung. Sie haben mich umarmt und gesagt: Gott sei Dank ist jemand da, der auch so denkt wie wir.“

Live im Fernsehen im Hause seines Bruders habe er dann die Auszählung und auch die Übertragung der Feierlichkeiten verfolgt. „Ich habe es mit meiner Familie genossen“, erzählt der Boxtrainer. Fest steht nun für ihn: Das Haus in Ungarn wird nicht verkauft. „Am Tag nach der Wahl habe ich symbolisch Grassamen im Garten verstreut“, sagt Molnar. Bleibt die Hoffnung, dass aus den kleinen Samen kräftige Pflanzen wachsen. Sophia Huber

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