Oberneukirchen – Sie ist ziemlich bekannt, die taffe Dorfhelferin Katja, dargestellt von der Schauspielerin Simona Thomalla aus der ZDF-Fernsehserie „Frühling“. Diesen Bekanntheitsgrad haben die Mitarbeiterinnen des Familienpflegewerks Altötting-Mühldorf zwar noch nicht erreicht, obwohl die zehn Damen in Sachen Kompetenz und Empathie der Dorfhelferin auf dem Bildschirm in nichts nachstehen. Das Familienpflegewerk ist der größte Anbieter von Familienpflege in Bayern. In langer familienpolitischer Tradition des Katholischen Deutschen Frauenbundes engagiert sich das Familienpflegewerk seit dem Jahr 1950 für Familien in besonderen Belastungssituationen.
Unterstützung weit über
Haushaltshilfe hinaus
Gemeinsam setze man sich für die Interessen von Familien und für eine faire, kostendeckende Finanzierung der Leistungen ein. Vonseiten des Pflegewerks heißt es: Es ist für uns wichtig, die tarifliche Bezahlung unserer Mitarbeiter sicherzustellen.
Die Unterfinanzierung decken wir aus staatlichen, kommunalen und kirchlichen Zuschüssen. Man sei jedoch auch auf Spenden angewiesen.
Vor knapp zehn Jahren übernahm Franziska Rauschecker für die hiesige Region die Einsatzleitung der Station Altötting-Mühldorf. „Unsere Haushaltshilfen schwärmen immer dann aus, wenn Mama und Papa aus eigener Kraft den Alltag nicht mehr alleine meistern können“, sagt Rauschecker und fügt an: „Auch Senioren oder Menschen mit Beeinträchtigungen werden von uns betreut.“ Das Gleiche gelte für psychisch Erkrankte sowie für die Verhinderungspflege und weitere schwierige Situationen.
Die Mitarbeiterinnen des Familienwerks können ausgebildete Dorfhelferinnen sein, sie kommen aber auch aus dem hauswirtschaftlichen und pflegerischen Bereich, so wie Aila Schumann, die bei einer jungen Familie in Oberneukirchen einen längeren Einsatz hatte.
Vor eineinhalb Jahren kamen die Zwillinge Rosalie und Philipp auf die Welt. Aufgrund größerer gesundheitlicher Probleme brauchte Mama Lina dringend Unterstützung, um mit der neuen Lebenssituation besser umgehen zu können.
Die junge Mutter atmet tief durch und beteuert: „Aila und ihre Kolleginnen sind in all den Monaten einfach wunderbar gewesen. Da kann man wirklich nur zufrieden sein.“ Mama Lina beschreibt die Haushaltshilfen als einfühlsam, die sich rasch in die Familie eingefügt hätten.
„Manchmal“, so die Oberneukirchenerin weiter, „hat man gar nicht mehr bemerkt, dass es eigentlich eine fremde Frau ist, die unseren Alltag teilt.“
Wie Einsatzleiterin Franziska Rauschecker hervorhebt, wird den Familien eine Hilfeleistung nicht einfach übergestülpt. „Wir sprechen uns mit den Müttern oder Vätern ab, welche Art der Unterstützung Vorrang haben soll.“ Mama Lina beispielsweise kochte immer selber für die Familie, während sich die Haushaltshilfen überwiegend um die Zwillinge kümmerten. Franziska Rauschecker koordiniert nicht nur die Einsatzpläne, sie berät auch gerne bei der Klärung der Kostenübernahme.
Familienpflege und Haushaltshilfe seien gesetzlich geregelte Leistungen. Vor jedem Einsatz stehe jedoch eine Zahlungsübernahme-Erklärung. Wie es heißt, würden Krankenkassen, Beihilfestellen, Rentenversicherungen, Bayerische Bezirke, Pflegekassen, Berufsgenossenschaften und Versicherungen im Normalfall die Leistungen bezahlen.
Finanzierung ist
immer ein Kraftakt
Laut der Einsatzleiterin geht die Rechnung jedoch oftmals nicht ganz auf. Im schlimmsten Fall bleibt das Familienpflegewerk auf den Kosten sitzen. „Wir sind daher auf Spenden angewiesen, von Kirchen, Verbänden, Kommunen, Banken und auch von privater Seite“, unterstreicht Rauschecker. In unserer Region unterhält das Familienpflegewerk Station Altötting-Mühldorf kein eigenes Büro. Franziska Rauschecker gibt aber unter der Mobilnummer 0176/31040237 gerne weitere Auskünfte.