Mettenheim – Christa Kurzeder ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Geboren wurde sie als Christa Hahmann am 29. März 1942 in Pröles, einem Ort, der im Sudetenland im heutigen Tschechien in der Nähe von Karlsbad liegt. Ihr Vater war Metzger, der zusammen mit seiner Frau auch ein Gasthaus im Ort betrieb. Jedes Wochenende fuhr er mit seinem Fuhrwerk auf den Markt in Karlsbad.
Der Ehe entstammten vier Kinder, Christa hatte zwei ältere und einen jüngeren Bruder. Bald geriet die Familie in die Wirren des endenden Zweiten Weltkriegs, die Flucht nach Westen, nach Deutschland, musste angetreten werden. Über Eiberg (bei Pfarrkirchen) und Wurmsham landete man in Aschau, wo die Mutter einen Tante-Emma-Laden betrieb. Der Vater starb an Asthma. Christa besuchte die Schule in Wurmsham und dann später in Aschau.
1959 lernte sie beim Tanzen in Haigerloh Karl Kurzeder kennen, am 19. September 1964 feierte das Paar die Hochzeit in Aying. Karl war von Beruf Maurer, diesen Beruf hatte er in München erlernt. Später arbeitete er auch bei der Baufirma Grundner in Mühldorf und als Akkord-Maurer wieder in München.
Christa Kurzeder hatte nach Beendigung ihrer Schulzeit nach der achten Klasse in München den Beruf der Einzelhandelskauffrau gelernt, danach arbeitete sie in der Landeshauptstadt in einem Feinkostladen namens „Stadtküche Müller“. Weitere berufliche Stationen waren Feinkost Laske, das DEZ und der damalige Minimal in Mühldorf. Zeitweise war sie auch für die Metzgerei Selinger in Waldkraiburg tätig. Das junge Paar bezog einen Bungalow in Mettenheim, diesen hatte Karl Kurzeder alleine gebaut. Dort wohnte das Paar bis 1989, dann wurde in der Salzachstraße eine Doppelhaushälfte errichtet. In der einen Hälfte wohnt Karl Kurzeder bis heute.
Dem Ehepaar Kurzeder wurden zwei Kinder geschenkt, Karin wurde 1969 geboren, ihr Bruder Karl-Heinz drei Jahre später. Christas Ein und Alles waren die vier Enkelkinder Florian, Berni, Anita und David.
Christa Kurzeder war eine begeisterte Pilzsucherin, ihr Mann bezeichnete sie sogar als „Schwammerltiger“. Mehrmals pro Jahr fuhr man in die Berge, wo Karl gute Schwammerlplätze kannte. Sie liebte auch das Skifahren, bis eine Meniskusverletzung 1996 diese Aktivität beendete. Oft übernachtete man dabei auf der Putzer-Hütte bei Fieberbrunn. 20 Jahre lang nahmen Christa und Karl an den Kriegsgräberfahrten teil. Christa fungierte dabei als Busbetreuerin und teilte Getränke während der Fahrt aus. Sie hatte stets sechs oder sieben selbst gebackene Kuchen dabei, die ebenfalls verteilt wurden.
Lange Jahre verwendete Christa ihren Urlaub darauf, auf dem Mühldorfer Volksfest im Erhartinger Bierzelt Hendl zu verkaufen. 20 Jahre lang beherbergte die Familie Kurzeder alljährlich vier Pilger, die von Freising über Velden an der Vils und Mettenheim nach Altötting wanderten.
Für die Frauengemeinschaft backte sie jedes Jahr Kuchen, die auf dem Mettenheimer Christkindlmarkt verkauft wurden. Auch beim Seniorennachmittag war Christa Kurzeder engagiert dabei und kümmerte sich um die Teilnehmer, erst im Pfarrhof, später beim Kreuzerwirt. Als sie in die Rente eintrat, unterstützte sie weiterhin ihre große Familie. Jetzt ist sie nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt im Kreise der Familie gestorben. hra