Mühldorf/Altötting – In den vergangenen Wochen sorgten Berichte über Treibstoffdiebstahl in sozialen Netzwerken für Verunsicherung unter den Autofahrern. Angesichts der anhaltenden Preisschwankungen an den Tankstellen wuchs die Sorge, dass Kriminelle vermehrt Diesel aus geparkten Fahrzeugen abzapfen könnten. Eine Nachfrage beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd gibt Entwarnung für die Bürger in den Landkreisen Mühldorf und Altötting. Für den Landkreis Mühldorf verzeichnet die Polizei im laufenden Jahr 2026 bislang kein einziges angezeigtes Diebstahldelikt von Dieseltreibstoff. Im benachbarten Landkreis Altötting bewegen sich die Fälle lediglich im sehr niedrigen einstelligen Bereich.
Trotz dieser guten Nachrichten bleibt der Preisdruck für Pendler hoch, weshalb viele den Weg über die Grenze nach Österreich wählen. Dort ist der Kraftstoff oft günstiger, was die Frage aufwirft, wie viel Sprit man eigentlich in Kanistern mit nach Hause nehmen darf. In Deutschland erlaubt das Gefahrgutrecht für Privatpersonen zwar den Transport von insgesamt bis zu 240 Litern Kraftstoff in Reservebehältern, wobei jeder einzelne Kanister maximal 60 Liter fassen darf. Allerdings lauert laut ADAC beim Grenzübertritt eine juristische Falle, die viele Autofahrer unterschätzen. Unabhängig von der theoretisch erlaubten Transportmenge in Deutschland seien bei der Einreise aus einem EU-Mitgliedstaat wie Österreich nur der Kraftstoff im Tank des Fahrzeugs sowie zusätzlich maximal 20 Liter in einem mitgeführten Reservebehälter von der deutschen Energiesteuer befreit. Wer mehr als diese 20 Liter im Kanister einführe, müsse die gesamte Menge versteuern. Die Behälter müssten zudem strengen Sicherheitsnormen entsprechen und bruchsicher sowie fest verschließbar sein. Zusätzlich zur steuerlichen Komponente raten Experten des ADAC und Sicherheitsbehörden dazu, die Menge im Auto so gering wie möglich zu halten. Bei einem Unfall stellen gefüllte Kanister im Innen- oder Kofferraum eine erhebliche Brandgefahr dar. Daher wird empfohlen, nicht mehr als zehn Liter als Reserve mitzuführen. Der Kanister sollte grundsätzlich so weit wie möglich von den Insassen entfernt verstaut werden – also im Kofferraum. Melanie Hoog