Speicher in Mühldorf-Nord?

von Redaktion

Investoren wollen nahe des Umspannwerks einen Batteriespeicher errichten

Mühldorf – Nach den Plänen für einen Batterie-Großspeicher im Altmühldorfer Tal (von der Stadt abgelehnt) und in der Tegernau (vom Stadtrat durchgewunken), hatte es der Mühldorfer Bauausschuss nun mit einem weiteren Batteriespeicher auf Stadtgebiet zu tun.

Dieser soll in unmittelbarer Nähe des Umspannwerks an der Münchner Straße in Mühldorf-Nord errichtet werden. Von einer ortsansässigen Investorgesellschaft inklusive dem Eigentümer des Grundstücks. Geplant sind, laut Vorlage im Bauausschuss, zwei Bauabschnitte für Anlagen von insgesamt 45 Megawattstunden (MWh). Die erste Ausbaustufe soll 18 MWh Speicherkapazität erhalten, mit Anschluss an die Niederspannungsleitung der KENIS (Kommunale Energienetze Inn-Salzach, eine Tochter der Stadtwerke Mühldorf); die zweite Ausbaustufe mit 27 MWh soll an die Hochspannungsleitung der Bayernwerke angeschlossen werden.

Die Lage des
Grundstücks wäre ideal

Wie Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner aus Sicht der Verwaltung kundtat, sei die Lage des Grundstückes, nahe am Umspannwerk, „hervorragend für die geplante Nutzung geeignet“. Errichtet werde der Speicher in Container-Bauweise.

Weil dieses Grundstück im Bebauungsplan „Altmühldorf VII“ liegt und als „private Grünfläche“ ausgewiesen ist, sind eine Änderung des Bebauungsplans und die Ausweisung einer neuen Nutzung erforderlich. Das Grundstück ist rund 5.000 Quadratmeter groß, wovon die beiden Speicheranlagen circa 2.200 Quadratmeter einnehmen werden. Die restliche Fläche soll laut Antragsteller ökologisch aufgewertet werden. Die Kosten der Bauleitplanung werde der Antragsteller übernehmen.

Wie bei solchen Vorhaben üblich, müsse nach der eventuellen Zustimmung durch die Stadt, der Investor die Anlage beim Bayernwerk beantragen. Diese Prüfung könne lange dauern, so Weichselgartner. „Was dort entschieden wird, hat die Stadt nicht in der Hand.“

Dr. Reinhard Wanka (UM) werde den Antrag grundsätzlich befürworten, sagte er. Die nicht einsehbare Lage am Innkanal gefalle ihm, zudem sei der Grundstückseigentümer Teil der Investorgesellschaft. Bürgermeister Michael Hetzl (UM) wies darauf hin, dass in diesem Fall nur zehn Container aufgebaut werden sollen, im Gegensatz zu den beantragten 30 in der Tegernau.

Auch Gottfried Kirmeier (SPD) befürwortete den Plan am Innkanal: „Dort passt ein Batteriespeicher hin“, und meinte: „Wir müssen dem Betreiber die Daumen drücken, dass das Bayernwerk zustimmt.“ Ebenfalls positiv äußerten sich Kathrin Enzinger (Grüne): „An dieser Stelle ist absolut der richtige Platz“ und Karin Zieglgänsberger (UM): „Dort gehören Batteriespeicher hin“. Im Sinne der Feuerwehren regte Stefan Lasner (CSU) einen „Notzugang“ zu dem Grundstück von Süden her an. Der Bauausschuss sprach sich einstimmig für die nötige Änderung des Bebauungsplans aus und empfahl dem Stadtrat, dieser Empfehlung zu folgen.

Sollen die Stadtwerke
Batteriespeicher bauen?

Hetzl nahm in der Diskussion auch Stellung zu der Frage, warum nicht die Stadtwerke Mühldorf in dieses Geschäft mit Batteriespeichern einsteigen würden. Er habe darüber mit Stadtwerke-Chef Alfred Lehmann gesprochen und dieser habe signalisiert, dass Investitionssummen von 50 bis 80 Millionen Euro, wie für den geplanten Großspeicher in der Tegernau, für die Stadtwerke nicht zu stemmen seien.

Hetzl: „Die Stadtwerke München machen so was“, aber das sei eine ganz andere Größenordnung. „Ich bleibe dabei, Stadtwerke und Landkreis könnten einsteigen“, argumentierte Enzinger dagegen. „Es kostet Geld, aber Banken finanzieren das.“ Zieglgänsberger ist dagegen: „Das Risiko für die Stadtwerke ist bei diesen Millionensummen schon enorm. Da müssen wir nicht gleich als Erste dabei sein.“

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