170 Aussteller für die Zukunft

von Redaktion

Bildungsmesse Inn-Salzach zeigt Wege in Ausbildung und Studium

Mühldorf – Einige Burschen wollten bei der Bildungsmesse am Volksfestplatz gleich ganz hoch hinaus und kraxelten kurzerhand auf einen Mähdrescher der Firma Landtechnik Gruber. Von ganz oben ist der Blick über das Messegelände natürlich super. Und super darf sich auch die Bildungsmesse Inn-Salzach nennen, die zum 20. Mal veranstaltet wird und über 170 Aussteller aus Beruf und Bildung auf den Plan rief.

Für künftige Schulabsolventen ein wahres Eldorado an Möglichkeiten, sich umfassend zu informieren, in welche berufliche Richtung es nach der Schulzeit gehen soll. Michaela Linner von der Wirtschaftsförderung eröffnete im Stadtsaal offiziell die Veranstaltung, bevor Landrat Max Heimerl Vertreter aus Gesellschaft und Politik begrüßte. Unter ihnen CSU-Generalsekretär Martin Huber, Landtagsabgeordneter Sascha Schnürer, Altöttings stellvertretende Landrätin Ingrid Heckner, Bezirksrätin Claudia Hausberger und IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl.

Fachkräftemangel
entgegenwirken

„Unsere Bildungsmesse“, so der Landrat, „gehört zu den größten ihrer Art im bayerischen Raum.“ Außerdem betonte Heimerl: „Der riesige Andrang auf den Ausstellungsflächen zeigt, dass wir mit unserem Angebot den richtigen Weg einschlagen. Wir helfen Unternehmen bei der Suche nach Auszubildenden und wirken dadurch dem Fachkräftemangel entgegen. “ Im direkten Gespräch mit Personalleitern, Ausbildern, Unternehmern und Professoren könne sich jeder über die Vielfalt an schulischen, beruflichen und akademischen Perspektiven informieren.

Die Landkreise Mühldorf und Altötting hätten viel zu bieten und dies würde man gerne herzeigen. Das Potpourri der Angebotspalette reichte vom Bäcker über die Polizei bis hin zum Metallbauer, Laboranten und Fachinformatiker. Die OVB-Heimatzeitungen haben sich bei einigen Anbietern umgesehen.

Am großen Stand der Bundeswehr bildete sich gleich eine Traube von Mädchen und Burschen, die die Vertreter der Bundeswehr mit vielen Fragen konfrontierten. Eine junge Frau kann sich vorstellen, über die Bundeswehr ein Studium zu absolvieren oder eine Pilotenausbildung in Angriff zu nehmen. Der Vertreter der Bundeswehr zeigt sich mit Messen dieser Art sehr zufrieden: „Freilich sind viele dieser ganz jungen Leute noch in der Orientierungsphase, aber wir kommen häufig mit guten Einstellungszahlen zurück, auch wenn diese sich verzögert einstellen.“ Mehrere Burschen von der Mittelschule Gars machten bei den Kaminkehrern Halt. Ein Bub meinte, auf diesen Beruf wäre er gar nicht gekommen, aber was er hier so sieht und hört, gefalle ihm durchaus.

„Wir Kaminkehrer können viel mehr als nur den Leuten aufs Dach steigen, man denke nur an die Energiewende“, so ein Ausbilder, der annimmt, durch die Messe Lehrlinge gewinnen zu können.

Wer gerne mit Holz arbeitet, hat sich beim Holzwerk Obermeier genauer umgesehen. „Ich werde Schreiner“, stellte ein Schüler unmissverständlich klar und Ingrid Obermeier-Osl freut sich: „Wir haben schon viele Anfragen für Praktika bekommen.“

Ist das tatsächlich ein Eis-Stand, wunderten sich viele Schüler und strömten zum Chemiepark Gendorf. Tatsächlich durfte sich dort jeder, selbst CSU-Generalsekretär Martin Huber, eine Kugel Eis abholen, bevor dann Gespräche mit Ausbildern geführt werden konnten. BiT Gendorf-Vertreter lobten die Messe, denn ihrer Darstellung nach hätte es bisher immer funktioniert, künftige Azubis anzuwerben. Die Bundespolizei konnte sich über mangelndes Interesse ebenfalls nicht beklagen. „Der Beruf eines Polizisten ist interessant, aber auch gefährlich“, meinen einige künftige Schulabgänger, die sich aber doch umfassend informierten.

Auszubildende erzählen
aus ihrem Berufsalltag

Bei seinem Rundgang über das Messegelände hielt sich Landrat Max Heimerl auch beim InnKlinikum auf, das mit unterschiedlichsten Berufsangeboten aufwarten kann. Das Landratsamt stellte gleich Auszubildende und Beamtenanwärterinnen an die Front, die aus ihrem Berufsalltag erzählten und so mit den Schülern und eventuell künftigen Kollegen ganz locker ins Gespräch kamen. Wie das Brezendrehen klappt, zeigte eine junge Schönstetter-Bäckerin, die unterstrich: „Viele Jugendliche scheuen halt die Aufstehzeiten, aber unser Beruf ist spannend und schön“. Zwei Mädchen blieben länger bei den Bäckern stehen, denn sie können sich eine Ausbildung zur Konditorin oder Bäckereifachverkäuferin durchaus vorstellen.

Zur Metall-Innung gesellten sich relativ viele Mädchen, die gerne einen handwerklichen Beruf erlernen möchten. Ein Bursche ist sich bereits sicher, Metallbauer zu werden, denn diese Arbeit würde auch sein Vater verrichten.

Was die Verantwortlichen bei der Innung besonders hervorhoben: „Auch mit einem einfachen Schulabschluss kann im Handwerk viel erreicht werden. Es stehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten sowie eine spätere Selbstständigkeit zur Option.“

Die Bildungsmesse ist auch am heutigen Samstag, 18. April, noch zwischen 9 und 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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