Oberbergkirchen – Auf der Bürgerversammlung im Gasthaus Wirt z‘Irl legten Bürgermeister Michael Hausperger und Geschäftsstellenleiter Georg Obermeier einen umfassenden Rechenschaftsbericht vor. Sie informierten über abgeschlossene, laufende und geplante Investitionsmaßnahmen.
Im Vermögenshaushalt dominierte im vergangenen Jahr die Baumaßnahme Kinderhort mit rund 3,5 Millionen Euro Ausgaben. Mit dem Neubau des Kinderhorts schloss sich der Kreis beim Areal Schulhaus. Nach dem Schulhaus-Rundbau (1996), der Turnhalle (1999) und dem Kindergarten (2020) wurde der Kinderhort im vergangenen Jahr bezugsfertig und ergänzt nun ein modernes und gelungenes Schulareal.
Ein breites Informationsspektrum nahm der Finanzbericht von Obermeier ein. Der Rekordhaushalt 2025 mit 9,69 Millionen Euro lag deutlich über dem von 2024 mit 7,90 Millionen Euro. Davon entfielen 4,83 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 4,85 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt.
Die Kreisumlage ist mit 1,16 Millionen Euro (24,11 Prozent) leicht gesunken, und die Umlage der Gemeinde Oberbergkirchen an die Verwaltungsgemeinschaft betrug 419.000 Euro (8,66 Prozent). Bei der Zuführung zum Vermögenshaushalt gab es 2024 eine Nullrunde. Trotz vieler Ausgaben konnten 550.000 Euro zugeführt werden. Laut Obermeier ist das ein wichtiger Posten für einen gesunden Haushalt. Durch das Neubaugebiet und den Neubau des Kinderhorts sind die Schulden der Gemeinde auf ein Rekordhoch von 2,15 Millionen Euro angestiegen, dem rund 75.000 Euro Rücklagen gegenüberstehen. Laut Obermeier dürfte die Talsohle erreicht sein und es wieder aufwärtsgehen. Es sei zwar nicht unproblematisch, aber solche Situationen habe die Gemeinde bereits früher bewältigt.
Durch die Neubewertung gab es massive Veränderungen bei den Grundsteuern. Landwirtschaftliche Wohnhäuser wurden der Grundsteuer B zugeordnet. Dadurch haben sich die Einnahmen auf 217.000 Euro erhöht. Die Grundsteuer A brachte 47.800 Euro ein.
Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer lagen bei 1.138.000 Euro und sind seit 2022 rückläufig. Die Beteiligung an der Einkommen- und Umsatzsteuer hingegen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichte nun einen Höchststand von 1.537.000 Euro.
Die Schlüsselzuweisung ist 2024 auf 397.000 Euro gestiegen. Keine Veränderung gab es beim Abwasseranfall. Der Wasserverbrauch stieg auf 63.000 Kubikmeter. Die Wasserversorgung der Gemeinde arbeitet nicht mehr kostendeckend, sodass die Gebühren angehoben werden mussten.
Bezüglich der Zukunft des Schulverbandes der VG Oberbergkirchen verwies Obermeier auf eine positive Entwicklung. Ein Blick auf die aktuellen und prognostizierten Schülerzahlen zeigt, dass der Bestand weiterhin gesichert ist. Derzeit besuchen 252 Kinder die vier Schulhäuser des Schulverbandes, davon 90 in Oberbergkirchen.
Die Kindertagesstätte ist mit 24 Kindern unter drei Jahren, 65 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren und 30 Schulkindern über sechs Jahren gut belegt. Dennoch öffnet sich die Schere zwischen Einnahmen (800.000 Euro) und Ausgaben (1.349.000 Euro) weiter. Das von der Gemeinde zu tragende Defizit beträgt rund 550.000 Euro. Der staatliche Zuschuss steht dabei in keinem angemessenen Verhältnis zu den Ausgaben.
Wie Obermeier mitteilte, wurden die Außenstellen in den Gemeinden Lohkirchen, Schönberg und Zangberg geschlossen.
In seinem Jahresrückblick berichtete Bürgermeister Michael Hausperger über die Aktivitäten im Berichtsjahr. Als wichtiges Bauprojekt wurde der Kinderhort fertiggestellt. Für die Baumaßnahme wurden 3,5 Millionen Euro investiert.
Das Projekt gilt als soziales Zentrum und wichtiger Baustein für die Entwicklung der Gemeinde.
Das Neubaugebiet „Am Feldrain“ wurde für einheimische Bauwerber erschlossen. Rege Bautätigkeit herrscht im Baugebiet „Am Hang II“, wo noch freie Grundstücke vorhanden sind. Die Käufer verpflichten sich zur Errichtung einer Zisterne, einer Photovoltaikanlage sowie zum Anschluss an die Fernwärme.
Nach dem Vortrag konnten die Bürger Fragen stellen. Thema war unter anderem ein sicherer Schulweg. Aufgrund von Mängeln am Gehweg und zu hoher Geschwindigkeit gilt dieser derzeit als unsicher. Eine Tempo-30-Regelung wurde angesprochen. Hausperger erklärte, dies sei bereits länger ein Thema, auch im Rahmen der Dorferneuerung. Ampelanlagen seien genehmigungspflichtig, Zebrastreifen böten keine ausreichende Sicherheit.