Mittergars – Als eine der letzten Laienbühnen der Region ist der Theaterverein Mittergars in seine Theatersaison gestartet. Die Akteure feierten vor ausverkauften Rängen einen gelungenen Start mit ihrem diesjährigen Stück „Da Muhackl“. Bereits bei der Begrüßung durch Spielleiterin Martina Grasser wurde klar, dass der Titel des Stücks bei den Besuchern schon im Vorfeld Fragen aufwarf und keiner so wirklich etwas mit dem Begriff „Muhackl“ anfangen konnte.
Das Stück stammt aus der Feder des bekannten Autors und Regisseurs Peter Landstorfer, der dieses Stück aufgrund der Corona-Situation nie zur Aufführung brachte. Eine gewisse Unzufriedenheit mit der damaligen Situation lässt sich dabei auch heute noch erkennen.
Ohne Wissen
der Bürger angemeldet
Im Stück hat der selbstherrliche Bürgermeister von Griabing, Markus Södlberger (Harald Bauernschmid) seinen Ort für den Wettbewerb „Das traditionellste Dorf Bayerns“ ohne Wissen seiner Bürger angemeldet. Jetzt steht die Endausscheidung an. Dazu soll in den nächsten Tagen eine Jury das Dorf besuchen. Zunächst scheinen alle begeistert. Doch dann führt der Lagerhausbesitzer Oisl Baywagner, genannt „Da Muhackl“ (Horst Vierlinger) seinen Mitbürgern vor Augen, was ein Gewinn des Wettbewerbs für Griabing für Folgen hätte: Besucher, Reisende, Gaffer, Massentourismus, mit all seinen Folgen. Seiner Ansicht nach muss das unbedingt verhindert werden. Doch wie?
Zu einem traditionellen Dorf gehört ein ansprechendes Ortsbild, ein bayerisches Wirtshaus, ein Bauerntheater, genauso wie Wälder, Almen, ein Badesee für die Freizeitgestaltung und eine traditionelle Wohnbebauung. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Badeseebesitzerin Scholastika Loderbauer (Claudia Trautbeck), die Besitzerin des hiesigen Blumenladens, Hyazynta Gerbera (Kathrin Gruber), und die Leiterin des örtlichen Bauerntheaters, Berta Blädl (Sandra Bergmann), mit der Idee „alles zuzusperren“ wenig begeistert zeigen.
Der Inhaber des Traditionsgasthofes „Zum Schredlbräu“ Toni Schredl (Hans Sachenbacher) versucht zusammen mit dem Maurermeister Bertl Mörtl (Hans Hollerieth) und dem ansässigen Friseur Giovanni Scherer (Maximilian Mußner) den Lagerhausbesitzer von seinem Vorhaben abzubringen. Der beste Freund, der Almerer Schoaße Schönanger (Christoph Trautbeck/Zweitbesetzung Marion Geisberger) kündigt dem Muhackl sogar zeitweise die Freundschaft. Einzig die Baywagnerin (Karin Grundner) scheint die wahren Absichten ihres Ex-Mannes zu durchschauen und redet ihm ins Gewissen.
Als nun eine Dame der Jury, Frau Hildegard Prüfgans-Groß (Nadine Holzhammer) vom Bürgermeister und der Dorfpolizei in Person von Zacharias Zeiserl (Martin Trautbeck) durch das Dorf geführt wird, sind sich die Bewohner nicht mehr sicher, ob Oisl Baywagner nicht doch recht hatte, und schmieden einen listigen Plan.
Die Akteure auf der Bühne zeigten an den ersten Aufführungstagen durch die Bank ihr Talent und ihre Spielfreude. Die Zuschauer sparten nicht mit Applaus und lautem Lachen, was die Spieler zu Höchstleistungen anspornte. Bereits als der Vorhang sich öffnete, ging ein Raunen durch den Saal, denn das Bühnenbild, das Jahr um Jahr sehr detailverliebt und ansprechend gestaltet wird, überzeugte. Hier haben Herbert Asenbeck, Florian Oswald, Stefan Bäumler und Stefan Schultes wirklich tolle Arbeit geleistet, was das Bühnenerlebnis wunderbar einrahmte.
Ein rundum gelungener Auftakt, dem noch weitere Aufführungstermine folgen: Am heutigen Samstag, am Donnerstag, 23., Freitag, 24., Donnerstag, 30. April, und Freitag, 1. Mai, um jeweils 19.30 Uhr sowie morgen, Sonntag, und am Sonntag, 26. April, um 18 Uhr öffnet sich im Mittergarser Dorfsaal noch einmal der Vorhang. Da die Resonanz in diesem Jahr sehr gut ist, gibt es einen weiteren Termin als Zusatzvorstellung.
Gute Sicht von
allen Plätzen
Ab sofort können auch Plätze für Samstag, 2. Mai, um 19.30 Uhr reserviert werden. Die Reservierungshotline ist unter Telefon 08073/1566 bei Familie Trautbeck erreichbar. Wer spontan kommt, muss auf nicht abgeholte Karten hoffen.
Am Rande sei noch erwähnt, dass es von allen Plätzen aufgrund der Tribüne eine wunderbare Sicht auf die Bühne gibt und für Verpflegung gesorgt ist. Einem unterhaltsamen Abend steht also nichts mehr im Wege.