Mühldorf/Altötting – Im Rahmen der Jahresversammlung der Verdi-Senioren, Post/Telekom, Altötting-Dorfen-Mühldorf, im Pauliwirt in Erharting berichtete Vorsitzender Gert Hilger in seinem Geschäftsbericht über die zahlreichen Einzelaktivitäten des Vorstandes für die 321 Mitglieder starke Betriebsgruppe.
Zunächst ließ er aber noch einige markante Fakten und Hintergründe Revue passieren, die zur Verdi-Gründung vor fast genau 25 Jahren führten. Damals, am 19. März 2001, schlossen sich die Einzelgewerkschaften ÖTV, HBV, DAG, IG Medien und die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) zu der großen Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zusammen.
Neben der Betreuung der Mitglieder im Rahmen des Mitgliederservices standen hierbei der Jahresausflug nach Landshut mit Besuch der Burg Trausnitz, die Verdi-Senioren-Radltour, ein Stammtisch beim Pauliwirt sowie die Jubilarehrung im September des Vorjahres im Mittelpunkt. Gert Hilger würdigte das Engagement seiner Stellvertreterin Elisabeth Greimel in Sachen Verwaltungsarbeit und von Kassier Max Kapser, der sich neben den Kassenangelegenheiten auch um die Betreuung von Mitgliedern im Rahmen des Lohnsteuerservices zusammen mit Anton Ebner kümmerte. Zudem sorgen elf Vorstandsmitglieder für eine individuelle Betreuung der Mitglieder in dem flächenmäßig großen Bereich von Tittmoning, Burghausen bis Dorfen und dem Erdinger Holzland.
Vor der Durchführung der Neuwahlen beantragte Tagungsleiter Manfred Mooser nach dem Kassenbericht von Max Kapser die Entlastung der Vorstandschaft, die eine reine Formsache war.
Bei den Neuwahlen wurde Vorsitzender Gert Hilger (79) aus Waldkraiburg, der diese Funktion seit 2010 ausübt, für weitere vier Jahre wiedergewählt. Als sein Stellvertreter wurde Anton Raischl aus Burgkirchen in das Gremium berufen. Die weiteren Funktionen bekleiden Schriftführerin Elisabeth Greimel (Mühldorf), Kassier Max Kapser (Töging) sowie die Revisoren Manfred Mooser (Töging) und Ludwig Höfl (Winhöring). Als Besitzer wurden Anton Galneder (Tüßling), Heinrich Eimannsberger (Burghausen), Georg Beck (Erharting), Bruno Groh (St. Wolfgang) und Georg Bauer (Dorfen) gewählt.
Wie Gert Hilger betonte, wollte er altersbedingt nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung stehen. Als aber die bisherigen Mitglieder des Vorstandes trotz des teils sehr fortgeschrittenen Alters bis auf eine Ausnahme alle wieder weiterarbeiten wollten, revidierte er seine ursprüngliche Absicht. Er brachte gegenüber den bisherigen und wiedergewählten Vorstandsmitgliedern seinen tiefen Respekt über diese Haltung zum Ausdruck.
Josef Obermeier aus Mettenheim, der nicht mehr kandidierte, wurde für seine vielen Jahre der Mitarbeit verabschiedet.
Das „IG-Metall-Urgestein“ Erwin Schmitzberger erläuterte in seinem Referat „Rente/Pension – Alt und Jung gemeinsam, nicht gegeneinander“ viele interessante Aspekte und Hintergründe zur aktuellen Situation der Rentenversicherung. Die Forderungen nach einer längeren Lebensarbeitszeit hielt er auch unter dem Aspekt, dass 80 Prozent schon vor dem 67. Lebensjahr in Rente gehen beziehungsweise aus gesundheitlichen Gründen gehen müssen, für wenig plausibel. „Die Rente ist kein Gnadenbrot oder Almosen, sondern verdient“, betonte der Referent und forderte eine gerechte Lastenverteilung der Beteiligten im Rentensystem. Derzeit betrage die Durchschnittsrente etwa 1.200 Euro.
Auch sprach Erwin Schmitzberger sogenannte Mythen der Rentenpolitik an: Entgegen der Behauptung, dass die Zuschüsse des Bundes zur Rentenversicherung rasant steigen würden, ist der Anteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) fast gleich geblieben, so um die zehn Prozent. 2023 ist er sogar auf 9,4 Prozent gesunken. Die Rentenversicherung dürfe nur Rücklagen für drei Monate bilden, bei deren Erreichung müsse der Beitrag gesenkt werden: 1998 auf 20,3 Prozent, sowie 2023 auf 18,6 Prozent.
Schon 2012 habe der DGB gefordert, den Beitragssatz langsam in kleinen Schritten – den demografischen Anforderungen folgend – zu erhöhen. Damit sollten die Rücklagen als „Demografie-Reserve“ ausgebaut werden. Es geschah nichts dergleichen, die Beiträge wurden sogar abgesenkt.
Nach der Erläuterung von einigen wichtigen Teilaspekten der Rentenversicherung zog er das Fazit: „Die Rente ist eine verdiente Leistung mit Beiträgen nach einem langen Arbeitsleben.“ Mit einem Ausblick auf die noch in diesem Jahr geplanten Veranstaltungen und Aktionen lud Gert Hilger noch zu einem „gemütlichen Ratsch“ mit ehemaligen Kollegen ein.