Die Stadtkapelle Mühldorf spielt jetzt in Grün

von Redaktion

In der Hütte des Lokals „Palermo“ stellte die Stadtkapelle Mühldorf ihre lang ersehnte neue Tracht vor. Zunächst einmal gaben die Musiker eine Kostprobe ihres Könnens und spielten unter dem Dirigenten Günther Langgartner flotte bayerische Weisen. Dann stand das Thema „Tracht“ im Mittelpunkt des Abends. Von 1957 bis 1962 trugen alle Mitglieder der Stadtkapelle noch eine einheitliche Tracht, einen an einen Gebirgstrachtenzug angelehnten grauen Lodenanzug mit grüner Paspelierung. Fünf Jahre später wurde die nun ausgemusterte Tracht eingeführt (also vor 64 Jahren), eine sogenannte bodenständige Inn-Salzach-Tracht. Sie bestand aus einem roten Leiberl, das über einem weißen Hemd zu einer schwarzen Stoffhose getragen wurde. Auch ein schwarzer Hut durfte nicht fehlen, die dazu getragene braune Lodenjacke besaß eine rote Paspelierung. Die junge Chefin der Stadtkapelle, Johanna Brandstetter, erklärte im Anschluss, wie es zur Beschaffung der neuen Tracht gekommen war: „Die alte Tracht war in die Jahre gekommen, teilweise verschlissen“. Dann kam Trachtenberater Alexander Waldinger ins Spiel, der in seinem Wirkungsbereich einen modernen Ansatz verfolgt: „Die Tracht einer Musikkapelle muss in die heutige Zeit passen und gut ausschauen. Die Musikanten müssen sich in ihr vorfühlen“. Johanna Brandstetter fügt hinzu: „Auch die Langlebigkeit der Tracht ist wichtig, ebenso muss sie den Bedürfnissen der Musiker angepasst sein: Die Innentasche muss so groß sein, dass ein Marschheft eingesteckt werden kann. Johanna Brandstetter beschreibt die neue Tracht: „Zu einem weißen Trachtenhemd tragen die Herren ein grünes Leiberl, dazu einen grauen Lodenjanker mit grüner Paspelierung. Als Hose haben wir dieses Mal eine Lederhose gewählt, die aber jeder Musiker selbst angeschafft hat. Den Hut haben wir beibehalten, ihn aber umgeformt. Die Damen müssen jetzt zum ersten Mal nicht mehr in der Tracht der Männer auftreten. Sie haben jetzt ein schwarzes Dirndl an, dazu eine Schürze, die hell- und dunkelgrün gestreift ist und dazu noch grüne Muster aufweist und dazu eine grüne Samtjacke. Die neue Tracht ist quasi an die Gründungstracht von 1957 angelehnt“. Zum Schluss bedankte sich Johanna Brandstetter noch für ihre vielfältige Unterstützung. Fotos / Text: Rath

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