Waldkraiburg – Gerade in der gegenwärtigen politischen Lage erweist sich die Initiative von Bundespräsident Steinmeier, einen „Tag der Demokratiegeschichte“ zu etablieren, als wichtig. So griff das Haus des Buches mit seiner Ausstellung „Mut zur Freiheit“ den Gedanken auf.
Auch das Waldkraiburger Gymnasium und die Diesel-Mittelschule beschäftigten sich intensiv mit der Gegenüberstellung des Demokratie-Gedankens und seiner Merkmale in Geschichte und Gegenwart. Abschluss dieser intensiven „Wochen der Volksherrschaft“ war das gesellschaftskritische Stück „Zwischen Schwarz und Weiß“ von Schülermitverwaltung und Deutschklasse der Diesel-Mittelschule, das die beiden Lehrerinnen Marina Pufahl als Autorin und Caroline Berthold mit über 20 Mädchen und Jungen einstudiert hatten.
Lautstark und herausfordernd der Song einer Pop-Rock-Band als idealer Einstieg in das feindliche Gegenüber der Weißen und der Schwarzen, kenntlich nur durch ihre Kleidung. Und mittendrin Emily, die Unentschlossene. Um sie entsteht ein fast handgreifliches Ringen mit Argumenten wie „Komm zu uns, wir sind stark“ oder „Wir allein wissen, wie’s geht“, „Entscheide dich!“ Emilys Antwort: „Jeder will mir sagen, was ich tun soll“. Und selbst als man ihr verführerisch einen leckeren Shake anbietet, schüttelt sie den Kopf.
Die Situation ändert sich, als Ricardo auf der Suche nach Freunden von beiden Seiten abweisend herumgeschubst wird. Emily will ihn trösten, wird aber erneut aufgefordert: „Entscheide dich“ Sie jedoch meint, immer noch ratlos: „Ich will keinen Druck, von keiner Seite, ich hätte gern die freie Wahl“ Aber erst, als Miaca fragt: „Wer hat eigentlich gesagt, dass es zwischen Schwarz und Weiß nichts gibt?“ gestehen einige: „Es stimmt: Wer nur extrem für eine Sache ist, sieht die Welt nie ganz“. Miaca zieht seine Jacke aus, was alle anderen ebenfalls tun, und die kunterbunte Schar begegnet sich mit den Worten: „Wir dürfen Fehler machen, wir selbst müssen über uns bestimmen können“. Zusammen mit Emily wird die Meinung immer deutlicher: „Unsere Welt liegt zwischen Schwarz und Weiß: Wir sind bunt“. Nicht enden wollte der Beifall für die couragiert auftretenden Jugendlichen und ihre Lehrerinnen. Ihr Appell, nicht nur an die Anwesenden: Die Diesel-Mittelschule hatte ein Zeichen gesetzt für ein demokratisches Miteinander gerade in unserer gegenwärtigen Situation.
Die Buchausstellung „Mut zur Freiheit“ ist noch zwei Wochen im Haus des Buches zu sehen. fis