Waldkraiburg – Das Sprichwort „Jung gefreit und nie bereut“ hat sich auch bei diesen zwei „waschechten Bayern“ bewahrheitet: So blickt nun das Jubelpaar Gertraud und Leonhard Kiermeier auf 65 gemeinsame Ehejahre zurück und konnte kürzlich das nicht alltägliche Fest der eisernen Hochzeit mit seiner großen Familie feiern.
„Zusammenhalten, was auch immer kommt, und: Jeder muss mal nachgeben können. Auch streiten gehört dazu, aber immer wieder versöhnen ist wichtig“, gibt das geistig sehr fitte und humorvolle Paar als gutes Eherezept weiter. „Verständnis und Respekt füreinander haben sie auch immer praktiziert und dies auch uns Kindern weitergegeben“, weiß ihre Tochter zu erzählen.
Zum Jubelfest gratulierte auch Zweiter Bürgermeister Anton Kindermann im Namen der Stadt mit einem Blumenstrauß.
Beide in
Kriegszeiten geboren
Leonhard Kiermeier wurde 1940 in Muttersham, damalige Gemeinde Irl, geboren und ist mit zwei Geschwistern aufgewachsen. Nach der Schulzeit in Oberbergkirchen erlernte er in Mühldorf das Maurerhandwerk. Dies führte er einige Jahre aus und wechselte dann 1961 zur TVA in St. Erasmus. Dort war der „Kiermeier Hartl“ als Maschinist, Schlachter wie auch als Fahrer tätig und war dem Betrieb bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1997 treu.
In Trasen (St. Erasmus) kam Gertraud als geborene Graf 1942 auf die Welt und ist mit zwei Brüdern aufgewachsen. Sie wohnte dann mit der Familie im nahegelegenen Au, ging in Pürten zur Schule, lernte und arbeitete dann im Haushalt. Später war sie rund 20 Jahre bei der Stadt angestellt, wo sie bis zum Ruhestand als Reinigungskraft in den Schulen tätig war. Auf die Frage, wie sie sich kennengelernt haben, sagt der Jubilar schmunzelnd: „Arbeitsbedingt habe ich zwischenzeitlich in Waldkraiburg gewohnt. Da ist Gertraud mit dem Radl dahergekommen und hat eine Freundin besucht. Schon damals hat es gefunkt und wir haben uns am ‚Stampfl‘ dann verabredet und sind seitdem zusammengeblieben.“
Am 9. April 1961 hat das junge Paar in der Gemeinde Fraham standesamtlich geheiratet und die kirchliche Trauung folgte tags darauf am 10. April in Altötting. Gefeiert wurde im kleinen Kreis beim „Wirt z‘ Trasen“. Aus der glücklichen Ehe gingen dann zwei Söhne und eine Tochter hervor.
Im Jahr 1978 zog die Familie in ihr Eigenheim, wo sie sich immer noch sehr wohlfühlt. Viel Arbeit gibt es, denn es gilt, Haus und Garten in Schuss zu halten. Früher sind die beiden auch gerne Ski gefahren. Auch Urlaube in Italien, an der Mosel oder in Tunesien haben sie sich geleistet.
Ihr größtes Hobby
waren Flohmarktbesuche
Ihr größtes Hobby aber war ab 1980 mehrere Jahrzehnte lang, dass sie nahezu jedes Wochenende zu Flohmärkten gefahren sind. „Von Regensburg, Deggendorf bis Berchtesgaden oder Zell am See sind wir überall gewesen. Das war immer sehr schön und wir haben viele nette Menschen kennengelernt“, erzählt Gertraud begeistert.
Ein schwerer Schicksalsschlag traf die Familie, als im vergangenen Jahr ein Sohn plötzlich verstorben ist. Große Freude hat das Jubelpaar jedoch an sieben Enkelkindern und acht Urenkeln, die gerne zu ihnen kommen. Zu ihrem 65. Hochzeitsjubiläum holten sie sich wieder in Altötting – wie damals – den kirchlichen Segen.