Jettenbach – Die Mitglieder des Jettenbacher Sportvereins trafen sich zur Jahresversammlung mit dem brisanten Thema, zwei Vorstandsämter neu besetzen zu müssen. Ersatz für Rita Eicher (Schriftführung) und Georg Lackmaier (Kasse) war gesucht. Beide hatten im Vorjahr bereits angekündigt, nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen.
In den Berichten aus den Abteilungen hingegen gab es Positives zu vernehmen. Die Nachwuchsarbeit in den Sparten Turnen, Tennis und Fußball kann zusammengefasst 110 Kinder vorweisen.
Sorgenkinder bleiben einzig die Fußballherren. Trotz 19 Neuzugängen ist ein zu kleiner Kader spielbereit. Als Kellerkinder müssen sich derzeit die Mannen um Kapitän Sebastian Gottwald ernsthaft um den Fortbestand einer Mannschaft machen. Ein Abstieg würde die Attraktivität, in Jettenbach Fußball spielen zu wollen, nicht gerade verbessern.
Mit Sorgenfalten blickt der Abteilungsleiter auch auf die erfolgsverwöhnte Damenelf. Geschwächt durch Verletzungen dünnt sich der Kader für die Rückrunde beinahe von Spiel zu Spiel aus. Als Tabellenzweiter der Vorrunde hatten die Mädels den Meistertitel im Visier.
Stefan Greilinger berichtet von seiner rührigen Abteilung. Tennis erlebt seit einigen Jahren einen anhaltenden Boom. In den Nachwuchstrainings werden bis zu 25 Kinder an den Tennissport herangeführt. In der anstehenden Freiluftsaison gehen fünf Mannschaften ins Rennen. Abteilungsschwerpunkt bildet im Jubiläumsjahr das 50-jährige Gründungsfest am 6. und 7. Juni. Regelmäßig geturnt wird in der von Gabriele Saller geführten Abteilung seit 1968. Die mitgliederstärkste Abteilung verliert vorerst mit Alena Hacker eine seit elf Jahren tätige Übungsleiterin. Die Übungsstunden übernimmt Mia Kufner. Sie war schon seit einiger Zeit als Assistenz mit an Bord.
Vereinskassier Georg Lackmaier berichtet von rund 27.000 Euro mehr auf der Habenseite. Der Zugewinn resultiert aus einer Zuwendung von Fördergeldern des BLSV für die neue Flutlichtanlage. Kassenprüfer Siegfried Sieghart hatte keine Einwände und so war die Entlastung nur eine Formalie. Etwas Statistik hatte Schriftführerin Rita Eicher publikumsgerecht aufbereitet. Es verlassen seit Jahren weniger Mitglieder den Verein als eintreten. So hat der Verein, derzeit 808 Mitglieder.
Die mit Spannung erwarteten Neuwahlen brachten eine Überraschung: Mit Franz Mussner junior kann die Spielgemeinschaft eine seit Jahren vakante Vorstandsposition des Hauptsportwartes wieder besetzen. Wahlleiter Bernhard Stecher gelang es aber nicht, die zur Disposition stehenden Ämter Kassenwart und Schriftführung neu zu benennen. Diverse Vorschläge aus der Vereinsversammlung wurden von den jeweiligen Personen abgelehnt. Bernhard Stecher rief die Mitglieder auf, einen Ersatz zu suchen. „Es ist nicht nur eine Aufgabe vom Vorstand, sondern des gesamten Vereins, entsprechende Amtsinhaber zu finden“, so Stecher.
In ihren Ämtern bestätigt wurden der Vorsitzende Thomas Loose und sein Stellvertreter Klaus Alt für weitere drei Jahre. Loose schilderte seine „Big Points“ für die kommende Amtszeit: Digitalisierung, Erneuerung der Zaunanlage und das Voranbringen des Baus eines Vereinsheims. Die angeschlagene Herrenmannschaft und deren Fortbestand sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit dem TSV Gars werden die volle Unterstützung des Hauptvorstandes erfahren, so Loose.
Erwin Zeug überbrachte die Grußworte des Bayerischen Landessportverbandes. Er berichtete von Förderprogrammen und deren Beschneidung. Die politisch Verantwortlichen kürzen Zuwendungen und Unterstützungsprogramme, fordern gleichzeitig erweiterte Führungszeugnisse von Funktionären und Helfern. „Sieht so Entbürokratisierung und Stärkung des Ehrenamts aus?“, stellte Zeug in den Raum.
Den Dank der Gemeinde überbrachte Bernhard Stecher. Er unterstrich die Brisanz, die vakanten Ämter zu besetzen und wiederholte, dass es Vereinsaufgabe sei, hier tätig zu werden.