Teilweise ein steiniger Weg

von Redaktion

Nach über fünf Jahren Vorbereitung und Planung: Heizzentrale des Isener Nahwärmenetzes eingeweiht

Isen – Dass die Eröffnung der Heizzentrale am Sonntagmittag mehrere hundert Gäste anlockt, überraschte selbst Markus Lohmaier, der neben Andreas Strobl und Gerhard Fruth die Geschäftsführung der Isener RegioNahWärme GmbH innehat. Vermutlich war es auch einem Fernsehbericht des Bayerischen Rundfunks zu verdanken, der zwei Tage vorher das Isener Nahwärmenetz vorstellte und somit für den Tag der offenen Tür warb.

Hackschnitzel nach
Österreich verramscht

Die Betreiber des Wärmenetzes hatten eingeladen, um das Heizwerk am Ziegl-stadl offiziell einzuweihen. Das übernahm im Sinne des Wortes Isens Pfarrer Josef Kriechbaumer, der die Anlage segnete.

In seiner Ansprache erinnerte Markus Lohmaier an die Anfänge, die mehr als fünf Jahre zurückreichen. Damals hatte ihn geärgert, dass die Hackschnitzel aus regionalem Bruchholz nach Österreich verramscht werden. „Wenn es dort mit den Fernwärmenetzen funktioniert, warum nicht auch bei uns?“ Die Initialzündung für das Isener Netz gab damals die europaweite Ausschreibung für eine nachhaltige Heizanlage der Isener Schule. Als Mitstreiter holte Lohmaier Gerhard Fruth als Grundstückseigner der jetzigen Heizzentrale und den Energie-Ingenieur Andreas Strobl aus Velden ins Boot. Im Juli 2021 wurde dann der Vertrag mit der Gemeinde unterzeichnet und wenige Monate später die GmbH gegründet. Dann ging es an die Planung, Finanzierung und Förderung. „Das war teilweise ein steiniger Weg“, erklärt Lohmaier. Erst im Februar 2024 ging es mit einem Heizcontainer in der Manhartstraße weiter, im weiteren Verlauf des Jahres wurde dann die 600 Meter lange Hauptschlagader vom neu gebauten Heizhaus am Zieglstadl an eine Übergabestation am Rentnerweg gebaut. Die Zwischenstation war erforderlich, um den Druck anzugleichen, der bei 48 Metern Höhenunterschied entsteht. Von dort aus wuchsen die Leitungen zunächst in Richtung Schule, wo zum Schuljahresbeginn 2025 die Heizung aufgedreht werden konnte.

Für Bürgermeisterin Irmgard Hibler ist die Eröffnung des Heizhauses „ein besonderer Tag für Isen“. Es sei mehr als nur ein Bauwerk entstanden, es wäre „das Ergebnis einer Idee aus der Mitte der Gemeinschaft“, mit dem ein sichtbares Zeichen „für nachhaltige, zukunftsorientierte und bodenständige Energieversorgung für unseren Ort“ gesetzt werde.

Diesen regionalen Charakter griff auch Landrat Martin Bayerstorfer in seiner Ansprache auf. Der Klimaschutz, die Unabhängigkeit von Lieferanten fossiler Energieträger und die regionale Wertschöpfung seien wichtige Punkte für den Landkreis Erding.

Geschäftsführer Andreas Strobl fasste kurz die technischen Daten zusammen. Der erste Kessel am Zieglstadl erzeugt bis zu 1.200 kW, mit einem geplanten zweiten Kessel sind also 2.400 kW möglich.

Auf der anderen Seite von Isen könnte später einmal eine zweite Heizzentrale entstehen.

Drei Kilometer
Rohr verlegt

Derzeit verlegt sind drei Kilometer aramidfaser-gestärktes Rohr, das schon bei etwa 60 Anliegern bis ins Haus geht, bei etwa 30 ist es schon angeschlossen. Nochmals circa 50 bis 60 Häuser sollen noch 2026 vorbereitet werden. „Wenn ich unsere Anschlussnehmer hochrechne“, so Strobl, „verdrängen wir jetzt schon 140.000 Liter Heizöl pro Jahr, die nicht mit dem Lkw nach Isen gefahren werden müssen.“

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