Scharfe Würstl und viel Liebe zum Sport

von Redaktion

Waltraud und Adolf Müller feiern in Waldkraiburg eiserne Hochzeit nach 65 Jahren Ehe

Waldkraiburg – „Immer zusammenhalten, alles miteinander schaffen und alles ausreden – und die Liebe macht ganz viel aus“, dieses Eherezept geben Waltraud und Adolf Müller gerne weiter. Dass sich dies bei ihnen bewährt hat, beweist ihr Ehejubiläum der eisernen Hochzeit. Seit 65 Jahren sind sie verheiratet und meisterten zusammen Höhen und Tiefen. Zweiter Bürgermeister Anton Kindermann überbrachte die Glückwünsche der Stadt und gratulierte mit einem Blumenstrauß.

Adolf Müller ist am 21. Juli 1938 in Miesbach geboren und ist 1945 mit seiner Mutter und sechs Geschwistern zu den Großeltern nach Osterwarngau auf den Bauernhof gezogen. Sein Vater war damals im Krieg. Nach der Hauptschule arbeitete er als Knecht und lernte ab 1953 das Metzgerhandwerk in Lenggries. Nach vier Jahren zog es ihn nach Seehausen am Staffelsee, dem die Orte Murnau, Benediktbeuern, Bad Aibling und wieder Murnau folgten.

Am 18. März 1942 kam Waltraud als geborene Schätzl in Hohenpeißenberg auf die Welt und hat mit zwei Brüdern hier ihre Kinder- und Schulzeit verbracht. Sie hat ein Jahr die Haushaltungsschule Schlehdorf besucht und wollte viel lernen und sehen. So hat sie dann in verschiedenen Stellen in Rottach-Egern, Garmisch und Murnau gearbeitet. Ihre Tätigkeit dort als Köchin war ein Glücksfall, denn Adolf war im selben Betrieb als Metzger tätig. So lernten sie sich 1960 beim Arbeiten kennen und „es hat gefunkt“.

Am 22. April 1961 heiratete das junge Paar im Standesamt Peißenberg und zur kirchlichen Trauung ging es anschließend auf den Hohenpeißenberg. Um die schöne Aussicht weiter zu genießen, fand dort oben auch die Hochzeitsfeier im kleinen Kreis auf der „Rigi-Alm“ statt.

Aus der glücklichen Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor. Adolf Müller absolvierte 1964 die Meisterprüfung in Landshut und ein Jahr später pachteten die Eheleute eine Metzgerei in Dingolfing und übernahmen 1970 ein Geschäft in Töging. 1978 sind die Müllers in Waldkraiburg gelandet, wo sie sich auch heute noch sehr wohl fühlen. Sie haben die Metzgerei am Grünen Weg gekauft und mit Leidenschaft viele Jahre geführt: Adolf war im Schlachthaus tätig und Waltraud bediente gerne die Kundschaft und war für die Büroarbeit zuständig.

„Legendär war das Weißwurstessen am Freitag bei uns, da hat sich hier alles getroffen“, zeigt er den Platz. „Und auf meine scharfen Würstl werde ich heute noch angesprochen“, freut sich der Müller Adi, wie er allseits bekannt ist. Aus gesundheitlichen Gründen haben die Müllers dann 1991 die Metzgerei aufgegeben.

Auch vom Eishockey-Sport ist Adolf Müller nicht wegzudenken. Als 1971 in Waldkraiburg das Eisstadion gebaut wurde, hat er hier schon eine Mannschaft gegründet, die in den Folgejahren sehr erfolgreich war und in die Zweite Bundesliga aufgestiegen ist. „Ich kam vom Eishockey nicht mehr los und es folgten die Vereine Trostberg, Nachwuchs Waldkraiburg oder Gebensbach, mit dem ich heute noch verbunden bin. Sport war mir immer sehr wichtig und so gehörten früher Fußball, Schießen, Tennis, Golfen oder Skifahren zu meinen Hobbys, bis ich 2024 dann alles aufgeben musste“, erzählt Adolf.

Doch seine Oldtimer-Bulldoggs, mit denen er auch auf Tour war, hegt und pflegt er liebevoll, wie auch seinen alten „Opel Kadett“. Mit Walken und am Stammtisch hat er nun seine Freude.

Gerne haben die Müllers schöne Reisen unternommen. Seine Waltraud ist der „ruhende Pol“, die immer gerne gestickt und gestrickt hat. Heute verwöhnt sie ihren Mann immer noch mit ihren Kochkünsten, den köstlichen Weihnachtsplätzchen und hält Haus und Garten in Schuss. Beide freuen sich über ihre drei Enkelkinder und vier Urenkel und genießen ihren Garten. „Wir sind zufrieden und einer gibt den anderen nicht mehr her“, sind sich die Müllers einig.

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