Waldkraiburg – Es war lange Zeit ein vertrautes Bild, das den Alltag an der Pürtener Kreuzung geprägt hat: Rückstaus im Berufsverkehr, wartende Autos vor der geschlossenen Bahnschranke, zäher Verkehr in alle Richtungen. Rund 15.000 Fahrzeuge täglich auf der Staatsstraße 2091, dazu etwa 6000 auf der Ost-West-Verbindung zwischen Waldkraiburg und Mühldorf. Der Knotenpunkt war über Jahre hinweg an seiner Belastungsgrenze.
Mehr Sicherheit und
reibungsloser Verkehr
Damit ist jetzt Schluss: Seit Dezember fließt der Verkehr an der Pürtener Kreuzung auf zwei Ebenen in alle Richtungen. Die ehemalige Kreuzung ist aufgelöst, die Staatsstraße 2352 als Ost-West-Verbindung wird über eine Brücke geführt, die Staatsstraße 2091 unten hindurch. Der bisherige Bahnübergang gehört der Vergangenheit an – ein weiterer Schritt hin zu mehr Sicherheit und einem reibungslosen Verkehrsfluss. Ergänzt wird der Knotenpunkt durch neue Geh- und Radwege, die den Bereich auch für Fußgänger und Radfahrer sicherer machen. Der Weg dorthin hat den Verkehrsteilnehmern, aber auch den Anwohnern viel Geduld und Nerven abverlangt. Mit dem Baustart im Juni 2024 entstanden zunächst die neue Trasse, Kreisverkehre und Verbindungsrampen parallel zum laufenden Verkehr. Später folgten dann Sperrungen und Umleitungen, die den Verkehr teilweise großräumig um die Kreuzung herumführten.
Wie sensibel und hoch frequentiert der Knotenpunkt ist, zeigte sich gerade bei den größeren Umleitungen: Staus, Schleichverkehr durch Wohngebiete und teils ignorierte Einbahnregelungen sorgten für Ärger bei Anwohnern und Behörden. Die Peter-Parler-Straße diente plötzlich als Ausweichroute, um Wartezeiten in St. Erasmus zu verkürzen oder um auf kürzestem Weg in die Stadt zu kommen. An der Bahnhofstraße ignorierten Autofahrer zunächst die Einbahnregelung am Bahnübergang, später an gleicher Stelle das Linksabbiegeverbot.
Gleichzeitig stellte die Baustelle hohe Anforderungen an Planung und Logistik: Enge Platzverhältnisse, große Erdmengen und der laufende Verkehr machten den Umbau zu einem komplexen Großprojekt.
Ein Meilenstein war der Einschub der neuen Eisenbahnbrücke im Herbst 2025. Über Monate hinweg wurde das Bauwerk parallel zur Bahnlinie errichtet, bevor es dann mittels montierter Hydraulikzylinder über Schienen innerhalb weniger Stunden in seine endgültige Position gebracht wurde. Damit war beim Umbau der Kreuzung ein wichtiger Schritt erreicht.
Vor der Winterpause für Verkehr freigegeben
Trotz aller Herausforderungen blieb das Projekt im Zeitplan. Vor allem zum Ende spielte das Wetter eine wichtige Rolle: Die milden Temperaturen ließen es zu, dass noch im Dezember asphaltiert und somit vor der Winterpause die Kreuzung und die Bahnüberführung für den Verkehr freigegeben werden konnten. Restarbeiten folgten dann zu Beginn dieses Jahres. Mit der offiziellen Freigabe für den Verkehr am Montag, 27. April, ist der Umbau der Pürtener Kreuzung damit vollständig abgeschlossen. Rund 17,5 Millionen hat das Staatliche Bauamt Rosenheim in den Knotenpunkt investiert. Neben der Verkehrsinfrastruktur wurden auch Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt, unter anderem mit neuen Waldflächen und ökologisch aufgewerteten Bereichen im Umland.
Wartezeiten an der Kreuzung oder Rückstaus bis nach Pürten gehören mit dem Umbau der Vergangenheit an. Die Pürtener Kreuzung – zu Stoßzeiten einst ein Nadelöhr im Landkreis – ist nun ein leistungsfähiger und sicherer Knotenpunkt.