Kraiburg – Zu einem „Großeinsatz“ hatte die Feuerwehr Kraiburg gerufen. Zum Glück war es nur eine gemeinsame Übung. Sieben Feuerwehren sind dazu ausgerückt: Neben der einsatzleitenden Kraiburger Wehr waren auch die Floriansjünger aus Guttenburg, Taufkirchen, Waldkraiburg, Pürten, St. Erasmus und Jettenbach zum Übungsort am Gelände der Zimmerei Stenger gekommen. Rund 100 Einsatzkräfte rückten mit 16 Feuerwehrfahrzeugen zum Übungsobjekt an.
Um 19 Uhr ging der Alarm los: „Starke Rauchentwicklung im Magazin der Zimmerei. Mehrere Personen sind noch im Gebäude“, so lautete die angenommene Einsatzsituation. Der theoretische Brand hatte sich vom Magazin im Erdgeschoss auf den Dachstuhl ausgebreitet.
Vorrangig erfolgte der Erstangriff zur Brandbekämpfung und Personenrettung unter Atemschutz. Aufgrund der Größe der Schadenslage war die Einsatzaufteilung in drei Abschnitten erforderlich: Personenrettung, Außenbrandbekämpfung und Wasserversorgung. „Da die Löschwasserversorgung nicht ausreichend war, erfolgte der Aufbau von zwei B-Schlauchleitungen vom etwa 450 Meter entfernten Bach an der Grundschule unter Einsatz von sechs Feuerwehrkreiselpumpen. Innerhalb von nur 20 Minuten nach Beginn des Aufbaus der Förderleitungen konnte ‚Wasser marsch‘ gegeben werden. In der Spitze erfolgte über die zwei B-Leitungen eine Wasserförderung von bis zu 2.000 Litern pro Minute“, schilderte Thomas Wimmer, der zusammen mit Martin Berger die Großübung organisiert hatte, das Vorgehen.
Die Außenbrandbekämpfung erfolgte unter anderem über die Drehleiter der Feuerwehr Waldkraiburg. Die Rettung der acht vermissten Personen, die sich im stark verrauchten Gebäude befunden haben, erfolgte in kurzer Zeit durch die sieben Atemschutztrupps der anwesenden Feuerwehren.
Nach rund einer Stunde konnte „Feuer aus“ gemeldet und die Großübung mit einem positiven Ergebnis beendet werden. Hierbei zeigte sich erneut, dass eine kameradschaftliche Zusammenarbeit unter den Feuerwehren ein wichtiges Instrument für die Sicherheit der Bürger ist. Kraiburgs Kommandant Mathias Weinert bedankte sich anschließend bei allen Feuerwehren für die Teilnahme. Einsatzleiter Martin Berger fasste das Übungsszenario kurz zusammen. Er dankte der Unternehmerfamilie Stenger für die Bereitschaft, auf ihrem Betriebsgelände die Großübung durchführen zu können, sowie für die Spende der Brotzeit und Getränke. Kraiburgs Bürgermeisterin Petra Jackl hatte das Szenario interessiert verfolgt. Thomas Wimmer informierte die Teilnehmer über den zeitlichen Ablauf des einzelnen Übungsgeschehens und die statistischen Daten der Übung. Der designierte Kreisbrandrat Julian Liebermann lobte die Einsatzkräfte für die reibungslose Zusammenarbeit. „Auf dem Papier steht oft viel, aber nur durch die Übungen wird erzielt, was beim Ernstfall wichtig ist.“