Aufklärung, die unter die Haut geht und unterhaltsam ist

von Redaktion

Kabarettist Tom Bauer mit seinem Präventionskabarett „Ned mit mir“ im Bischof-Neumann-Haus

Waldkraiburg – Er klärte die Waldkraiburger auf und gab wertvolle Tipps: Tom Bauer, inzwischen bayernweit mit seiner Aktion bekannt. Und trotzdem liest man fast täglich in der Zeitung von neuen Opfern, die auf dreiste Schockanrufe oder Haustürgeschäfte hereinfallen. Möglich gemacht hatte seinen Auftritt der VdK-Ortsverein, unterstützt von der Sparkasse und Pater Kirchmann, der den Saal im Bischof-Neumann-Haus zur Verfügung stellte.

Schrill klingelt Tom Bauers Telefon: Mit bekannter Masche wird eine Notlage vorgetäuscht. Man bekommt sogar im Originalton einen Enkel zu hören, der in einen Unfall verwickelt ist und dringend finanzielle Hilfe braucht. Ein andermal wird der vermeintliche Schutz von Wertsachen vorgetäuscht, mit geschickten Worten baut der Täter Druck auf und das Opfer wird manipuliert. Bauers Botschaft dazu: „Den Hörer sofort auflegen!“ Ihm hilfreich zur Seite stand an diesem Nachmittag Elisabeth Fritsch, „echte“ Polizeihauptmeisterin aus Kolbermoor. Sie erläuterte zusammen mit dem Kabarettisten, wie raffiniert ein mögliches Opfer durch einen falschen Polizisten regelrecht ausgenommen werden kann: Bargeld und wertvolle Münzen sollen vorsichtshalber abgegeben werden. „Ja, mei Firmuhr für 30 D-Mark und de Autoschlüssel vo meim altn Dreier-BMW samt Schein und Briaf kennan’s a glei haben“, so der überrumpelte Betroffene.

„Glauben Sie niemand, auch keinem angeblichen Banker oder Anwalt. Oft sitzen die Hintermänner im Ausland. In Oberbayern allein wurden so 5,4 Millionen Euro offiziell transferiert. Viele schämen sich, auf solche Betrüger hereingefallen zu sein. Die Dunkelziffer ist noch weit größer“, so die Polizistin.

Dazu recht treffend Bauers Lied vom „Eihänga – Auflegn“: „Wenn du hast a komischs Gfuih, derfst net mitmacha beim Spui – nix riskiern, nur ignoriern!“ Ein weiteres Beispiel war der fingierte Lottogewinn, dem der „Wunderheiler“ folgte. Vor ihm sollte sich Dr. Herbert Schwarz vom VdK in Acht nehmen, was er auch prompt tat. Dazu wieder ein Song zum Mitsingen: „I mach ned auf, i lass neamd nei“, mit dem beispielsweise einem vermeintlichen Handwerker oder einem angeblichen Bankberater begegnet werden sollte wie auch „der jungen, feschen Nachbarin“, so Tom Bauer schmunzelnd.

Zum kleinen Schauspiel wurde schließlich die Szene im Supermarkt mit VdK- Vorsitzendem Rudi Siegmund, dem die Geldbörse aus der Jacke und die Einkaufstasche geklaut werden sollten, was aber misslang. Mit dem gemeinsamen Abschlusslied „Ned mit mir! Mia habn eich durchschaut, weil’s bei uns ned hinhaut“ wurde das aufgeklärte und bestens unterhaltene Publikum in den Nachmittag entlassen. fis

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