Mühldorf – Rund um die Wiese beim Kornkasten veranstaltete der Landesbund für Vogelschutz und seine NaJu, seine Naturjugend, einen Tag, an dem Grundschulkinder die Natur in ihrer näheren Umgebung erforschen konnten. Dazu hatte man fünf Stationen aufgebaut, an denen Aufgaben zu erledigen und gleichzeitig wichtige Entdeckungen zu machen waren. Dafür gab es Stempel, die volle Stempelkarte konnte man am Ende gegen kleine Preise eintauschen.
Start und Ziel war die Wiese beim Kornkasten. Dort saßen Ingrid Schubert und Petra Berger: Mit oder ohne Fernglas galt es da, einen – oder auch vielleicht mehrere – Wanderfalken zu entdecken, den schnellen Jäger der Lüfte. Dies erledigten hier die Geschwister Anna und Anton in Begleitung ihrer Mama. Petra Berger weist auf Folgendes hin: „Oben am Kirchturm sieht man ein Anflugbrett, auf dem der Wanderfalke landen kann. Es wollte vor einiger Zeit ein Wanderfalkenpaar auf dem Kirchturm nisten.“
In der Nähe des Seniorenwohnheims hatten Elisabeth Naurath und Fabian Brezina ihre Stationen für Insekten („Winzige Krabbler ganz groß“) und Müll („Warum Abfall der Natur schadet“) aufgebaut. Hier war der sechsjährige Max in Begleitung seines Papas aktiv. Es gab verschiedene Bilder, denen der Name des jeweiligen Insekts zuzuordnen war, beispielsweise Libelle, Schmetterling, Käfer oder Fliege. Max konnte auch Insekten in Gläsern – kurzzeitig – einfangen und bestimmen lassen. Befragt, welche Schmetterlinge es denn in Mühldorf häufig gebe, erwiderte Elisabeth Naurath: „Kohlweißling, Zitronenfalter und Tagpfauenauge sind relativ oft vertreten. Ich habe heute aber auch schon einen Aurora-Falter gesehen. Das ist ein weißer Schmetterling mit orangenen Einfärbungen auf den Flügeln“.
Im Stadtpark betreuen Sarah Frydryk, Leah Reiter und Samuel Lorenz die Stationen Bäume („Unsere grünen Riesen“) und Singvögel („Wer zwitschert denn da?“). Leah Reiter erklärte den Kindern, dass sie Vögel zwitschern hören sollen. Mit einem TING-Stift und einem Vogelbuch kann die Art bestimmt werden. „Amsel, Blau- und Kohlmeise sind am häufigsten“, so Leah Reiter, die stellvertretende Vorsitzende des LBV Mühldorf. Die wichtigsten Bäume nennt Samuel Lorenz: „Eschen, Eichen, Birken, Bergahorn und Platanen“. Die Jugendbeauftragte des LBV ist Sandra Frydryk. Die studierte Agrarwissenschaftlerin aus Ampfing, mit Sohn und Schäferhund da, berichtet, dass der heutige Tag vom Freiwilligenzentrum Mühldorf gefördert wurde. Sie hat beim Landratsamt einen Antrag für „Mach dein Projekt stark“ gestellt und von „Lernen vor Ort“ finanzielle Mittel erhalten. Hier bekommen die jungen Forscher ein Arbeitsblatt, auf dem sie Baumarten notieren sollen. Von einem Baum mit einem Nistkasten soll der Umfang geschätzt werden, Antworten zwischen drei und vier Metern werden gewertet.
Eine kreative Aufgabe gibt es auch: Auf einem Klumpen Ton soll aus gefundenen Naturmaterialien wie Blätter, Stöcke oder Moos ein Waldgeist oder ein Zwergenpalast gestaltet werden. Mit einem Taschenspiegel, den man sich unterhalb der Augen an den Nasenrücken hält, können die Kinder die Welt erleben, wie ein Vogel sie sieht. Insgesamt ist der Naturforschertag eine gelungene Aktion, bei der die Kinder an die Natur herangeführt werden. hra