Ampfing – Reges Interesse herrschte am Katastrophenschutztag der Feuerwehren des Landkreises Mühldorf in Ampfing. Die Katastrophenschutzeinheiten der Feuerwehr sowie die Kreisbrandinspektion des Landkreises Mühldorf hatten Interessierte dazu eingeladen. Der Tag bot eine Gelegenheit, die Fahrzeuge und Technik der Katastrophenschutzeinheiten der Feuerwehren im Landkreis Mühldorf zu besichtigen und mit ehrenamtlichen Kräften ins Gespräch zu kommen.
Besucher bekommen
praxisnahen Einblick
Beim Katastrophenschutz-Infotag erhielten die Besucher einen praxisnahen Einblick in die Arbeit des Katastrophenschutzes – verständlich erklärt, anschaulich demonstriert und zum Mitmachen gestaltet. Ebenso wurden die Fahrzeuge ausgestellt, über die sich die Besucher informieren konnten.
An verschiedenen Stationen zeigten Einsatzkräfte, wie Hilfe im Ernstfall funktioniert: von Erster Hilfe über die Versorgung von Betroffenen bis zu realen Einsatzbeispielen. Sandsackabfüllanlagen, die zum Schutz vor Hochwasser dienen, wurden ebenso vorgestellt wie die Arbeit der UG-ÖEL, die vor Ort war. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) ist eine spezialisierte Einheit im Katastrophenschutz, die den örtlichen Einsatzleiter (ÖEL) bei Großschadenslagen und Katastrophen unterstützt.
Besichtigt werden konnte der CBRN-Erkunder, ein spezialisiertes Einsatzfahrzeug des Katastrophenschutzes, konzipiert für das Aufspüren, Messen und Melden von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Gefahren. Ein Abrollbehälter Atemschutz (AB-Atemschutz oder AB-A) war ebenfalls vor Ort. Dieser spezialisierte Container dient der Feuerwehr bei Großbränden oder Gefahrguteinsätzen als logistische Basis. Löschfahrzeuge – sogenannte LF-Kats mit Hochleistungspumpen, ein V-Lkw mit Gerätesatz Hochwasser, Nasssauger sowie diverse Rollcontainer, unter anderem mit Wasserschiebern, Schneeschaufeln, Schubkarren und Sackkarren – waren ebenfalls zu sehen.
Besonderes Interesse herrschte bei der Arbeit mit der Drohne. Diese wurde gestartet und flog über den Veranstaltungsort. Live konnten die Besucher durch die Bilder am großen Monitor den Flug und das Gelände miterleben. Auch wurde gezeigt, dass es eine optimale Lösung gibt, wenn keine Wasserstelle zum Löschen bereitsteht, zum Beispiel bei Waldbränden. Eine Art großes Schwimmbecken wird hier aufgestellt, mit Wasser befüllt und mit dem Schlauch direkt an die benötigte Stelle gebracht. Gezeigt wurde zudem, wie man sich für mehrere Tage – inklusive Katze – bevorraten kann. Gefragt sind vor allem unverderbliche Lebensmittel und Konserven. Das Team des Landratsamtes informierte dazu bestens.
Für die Kinder gab es einen großen Bereich mit kleinen Feuerwehrautos, in dem sie ihre Runden drehen konnten. Eine große Spickerwand und auch eine Hüpfburg standen bereit. Die Kameraden der Ampfinger Feuerwehr sorgten für das leibliche Wohl vom großen Grill, und auch der süße Nachschlag fehlte nicht.
Zum späten Nachmittag trafen Landrat Max Heimerl, seine beiden Stellvertreter Ilse Preisinger-Sontag und Richard Fischer sowie Bundestagsabgeordneter Stephan Maier und einige Bürgermeister aus dem Landkreis ein. Sie alle wohnten der Fahrzeugsegnung durch Pfarrer Florian Regner bei.
Das Landratsamt Mühldorf als untere Katastrophenschutzbehörde plant alle für eine wirksame Katastrophenabwehr notwendigen Maßnahmen. Es erstellt Pläne für die allgemeine Alarmierung im Brand- und Katastrophenfall sowie Sonderpläne für Anlagen und Einrichtungen mit besonderem Gefahrenpotenzial (Hochwasser, Störfallbetriebe und so weiter) in seinem Zuständigkeitsbereich. Zudem regelt das Landratsamt die Einsatzleitung bei Katastrophen und Großschadensereignissen. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) koordiniert dann die Einsatzkräfte und beteiligten Behörden und fordert nach Bedarf externe Kräfte an.
Maßnahmen sollen
Orientierung geben
Für Landrat Max Heimerl steht ein zentraler Gedanke im Vordergrund: „Ein funktionierender Bevölkerungsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe. Behörden und Einsatzkräfte können viel leisten – entscheidend bleibt jedoch auch die Eigenvorsorge jedes Einzelnen.“ Die aktuellen Maßnahmen sollen deshalb Orientierung geben, Sicherheit schaffen und die Bevölkerung dazu ermutigen, sich bewusst mit möglichen Krisensituationen auseinanderzusetzen.