Hängepartie beim Hallenbad

von Redaktion

Eigentlich sollten die Pläne für das neue Mühldorfer Hallenbad im April im Stadtrat vorgestellt werden. Doch der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat die Präsentation überraschend verschoben. Die Entscheidung wirft nun Fragen bezüglich des Standorts, der Kosten und des gesamten Zeitplans auf.

Mühldorf – Wie geht es beim neuen Hallenbad in Mühldorf weiter? Kann es wie geplant für 36 Millionen Euro beim Freibad entstehen? Bleibt es beim Spatenstich im Herbst? Diese Fragen wollte Stadtwerke-Chef Alfred Lehmann eigentlich im April im Stadtrat beantworten. Doch jetzt hat ihm der Stadtwerke-Aufsichtsrat einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Im Februar hatte Lehmann im Beisein von Bürgermeister Michael Hetzl (UM) im Stadtrat erklärt, dass er die Pläne für das neue Hallenbad im April präsentieren werde, „wenn alles gut geht“. Doch auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am kommenden Donnerstag um 17 Uhr, fehlt die Präsentation.

Neues Gremium soll
weiteres Vorgehen beraten

Die Aufsichtsräte der Stadtwerke hatten am Montag, 20. April, getagt und dann beschlossen, „dass die neuen Gremien über das weitere Vorgehen beschließen sollen“, schreibt Werner Kurzlechner, Pressesprecher der Stadt Mühldorf, auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de. Daher könne die Stadt auch nichts sagen: weder zum Stand der Planungen, noch zum Ergebnis des Bodengutachtens, noch zur Frage, ob es bei dem Standort am Freibad, bei dem Kostenrahmen von 36 Millionen Euro brutto und beim Spatenstich im Herbst 2026 bleibt.

Da sich der neue Stadtrat erst am 7. Mai konstituiere, könne Lehmann die Stadträte nicht vorher informieren, teilt Kurzlechner mit: „Bis dahin wird es von unserer Seite keine Wasserstandsmeldungen geben.“ Dabei hatte der scheidende Bürgermeister Hetzl bereits bei den Bürgerversammlungen im Januar eine erste Skizze des Erdgeschosses mit Umkleidetrakt, Spaßbad und höhenverstellbarem Becken für die Kleinen und einem 25-Meter-Schwimmerbecken präsentiert. Dazu soll es eine Innen- und Außensauna mit Saunagarten und eine gemeinsame Gastronomie für Hallenbad und Freibad geben.

Danach wurde aber publik, dass der Untergrund beim Freibad für den Neubau „schwierig“ und ein Bodengutachten erforderlich sei. Damit waren auch die Kosten fraglich. Schnell machten erste Gerüchte von acht bis zehn Millionen Euro Mehrkosten die Runde.

Antworten sollte die Präsentation im April liefern; zumal Hetzl im Wahlkampf mit einem Baubeginn in diesem Herbst geworben hatte.

Kann der Zeitablauf
eingehalten werden?

Doch jetzt die Kehrtwende. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat vergangene Woche beschlossen, den aktuellen Stand erst dem neuen Stadtrat zu präsentieren. „Wir – und auch ich – waren lange zuversichtlich, die Pläne noch in dieser Wahlperiode präsentieren zu können. Das Ziel war immer, dies so früh wie möglich zu tun“, schreibt Hetzl, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrates ist. Er spricht von „guten Gründen“, äußert sich aber nicht zu den Einzelheiten. Was heißt diese Verschiebung für den in Aussicht gestellten Baubeginn im Herbst? „Was daraus für den weiteren Zeitablauf folgt, wird sich zeigen. Das hängt dann auch von den weiteren Gremienbeschlüssen ab“, teilt Hetzl dazu mit. Nachfragen zu der Art der erforderlichen Beschlüsse bleiben unbeantwortet.

Die erste Sitzung des neugewählten Stadtrats ist am Donnerstag, 7. Mai, um 14 Uhr. Da werden neben der Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber auch die neuen Stadträte vereidigt sowie die stellvertretenden Bürgermeister und die Referenten gewählt. Keine Zeit also für das Hallenbad. Die nächste Stadtratssitzung ist laut Ratsinformationssystem der Stadt am 24. Juni. Solange möchte die neugewählte Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber (SPD), die am 1. Mai das Amt übernimmt, nicht warten: „Mein Ziel ist es, in terminlicher Abstimmung mit den Beteiligten, so schnell als möglich zu einer Sondersitzung des Stadtrates einzuladen, möglichst noch im Mai.“ Sie gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat „gute Gründe“ hatte, die Präsentation zu verschieben.

Herausfordernde
Bodenverhältnisse

Hinsichtlich der nötigen Beschlüsse schreibt Hungerhuber, dass der Stadtrat für den Standort am Freibad bereits im Juli 2024 den Aufstellungsbeschluss gefasst habe: „Wir befinden uns also bereits im erforderlichen Bauleitverfahren.“

Allerdings habe der noch amtierende Bürgermeister Hetzl in den Bürgerversammlungen im Januar 2026 darauf hingewiesen, dass „die Bodenverhältnisse am Freibad herausfordernd“ seien. Hungerhuber: „Bei einem alternativen Standort, müsste das Baurecht neu geklärt werden.“

Und so befassen sich die Stadträte bei der Sitzung am Donnerstag, 30. April, ab 17 Uhr schwerpunktmäßig mit dem Haushalt für 2026, den Beteiligungsberichten der Stadt sowie dem Jahresabschluss der Stadtwerke für das Jahr 2024.

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