Pfarrer Florian Regner segnete alle Räumlichkeiten des Zitzmerstadels.
Ampfing – Was lange währt, wird endlich gut – dieses Sprichwort beschreibt den Weg der Sanierung des Zitzmerstadls, so Ampfings Bürgermeister Josef Grundner bei der feierlichen Eröffnung. Der Weg bis zur feierlichen Eröffnung und Einweihung des Zitzmerstadls war lang, nicht immer einfach, aber letztendlich sehr erfolgreich. Denn damit erfolgte auch die Weiterentwicklung des gesamten Areals.
Staatsminister a.D. Dr. Marcel Huber nahm die anwesenden Gäste zu Beginn auf einen virtuellen Spaziergang von seinem Elternhaus mit, das unmittelbar auf dem Weg durch die Hofgasse zum Zitzmerstadl lag. Auf seinem Spaziergang erzählte Huber von seinen Jugenderlebnissen und vom Wandel der Nutzung bis zum Verfall des Stadls.
Unter den Gästen war auch Bayerns Bauminister Christian Bernreiter. Er gratulierte den Ampfingern zum Mut und zur Entschlossenheit, den Stadl trotz Gegenwind zu sanieren. Der Stadl gehöre einfach zum Ortsbild und präge ihn auch. Die Städtebauförderung, so Bernreiter, sei das erfolgreichste Projekt der Regierung: „Wir haben unser Versprechen gehalten und jetzt die Städtebauförderung verdoppelt. Ich bin überzeugt, dass ihr die richtige Nutzung findet, die dann weiter den Zusammenhalt in der Gemeinde stärkt.“
Nach der Segnung durch Pfarrer Florian Regner und der Eintragung von Christian Bernreiter in das Goldene Buch der Gemeinde Ampfing entließ Bürgermeister Grundner die Gäste zur Besichtigung der neuen Gebäude. Den feierlichen Akt umrahmte die Ampfinger Blasmusik.
Ein Projekt mit Geschichte
und Herausforderungen
In seiner Festrede ging Bürgermeister Josef Grundner auf den Werdegang des so tief in der Ampfinger Geschichte verwurzelten Gebäudes ein und erzählte, wie das Sanierungsprojekt auf den Weg gebracht wurde. Er sprach über die Herausforderungen, die auf diesem Weg lagen, aber auch darüber, mit wie viel Engagement, Sorgfalt und Weitblick es nun zum erfolgreichen Ende geführt wurde. Grundner begann die Geschichte zum Projekt, wie nun einmal lange Geschichten beginnen: „Es war einmal ein Zitzmerstadl, den es zu sanieren galt. Eine gute Fee erschien – in diesem Fall der Bayerische Ministerrat –, der in einer Sitzung 2018 beschlossen hat, neue Förderinitiativen im Rahmen einer Städtebauförderung umzusetzen, um Gemeinden bei der Belebung des Ortskerns und beim Flächensparen zu unterstützen.“ Im September 2019 folgte eine Besprechung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, und man verständigte sich auf eine Kaltraumnutzung. Möglichkeiten der Nutzung sind Wochenmärkte, Weihnachtsmärkte, Kulturveranstaltungen und sonstige Feiern.
Viele Herausforderungen gab es während der gesamten Bauzeit, so Grundner, doch diese konnten durch das sehr gute Zusammenwirken aller Beteiligten gemeistert werden. Nach fast sechs Jahren Bauzeit sei mit der Eröffnung nun ein besonderer Zeitpunkt für die Gemeinde Ampfing gekommen. „Als Erster Bürgermeister erfüllt es mich mit Stolz und Dankbarkeit, dass dieses Projekt gemeinsam verwirklicht werden konnte: Es wurde Hand in Hand gearbeitet.“ Grundner dankte allen Beteiligten: Sie hätten mit sehr viel Einsatz, Engagement, Fachwissen und viel Liebe zum Detail maßgeblichen Anteil am Gelingen dieses Projektes. Und so ist auch das Ende der Geschichte wie ein Märchen: Ende gut, alles gut.
Kultureller Auftakt und
Tag der offenen Tür
Das erste Konzert, das zur Eröffnung im neuen Stadl stattfand, präsentierte der Kammerchor „Cantus Aurumque“ unter der Leitung von André Philipp Gold. Zur Aufführung kam Carmina Burana in der dynamischen Klavierfassung. Die Carmina Burana (1937 uraufgeführt) zählt zu den bekanntesten Chorwerken des 20. Jahrhunderts. Die Fassung für Klaviere und Schlagwerk brachte die Chorkomposition, die rhythmische Kraft und die unmittelbare Klangenergie der Musik hervor, welche von Liebe, Glück und dem Schicksal handelt. Gänsehautfeeling und minutenlange Standing Ovations gab es von dem begeisterten Publikum.
Am Sonntag hatten alle Gelegenheit, das neue Kulturzentrum bei einem Weißwurstfrühschoppen sowie Kaffee und Kuchen und unter den Klängen der Ampfinger Blasmusik zu besichtigen. Die Gesamtkosten für die Gemeinde belaufen sich auf rund 700.000 Euro.