Waldkraiburg – Ein letztes Mal wurde eine Straße gesperrt – ein kurzer Abschnitt, damit auf der großen Achse der Verkehr ungehindert fließen kann. Vom Zubringer von der Bahnhofstraße auf die Staatsstraße zeigt sich, warum die Maßnahme so wichtig war: Der Verkehr lief – ohne Stau, ohne Warten. Ein Bild, das vor nicht allzu langer Zeit noch anders aussah: Rückstaus bis zum Kreisverkehr nach Niederndorf gehörten im morgendlichen Berufsverkehr zum Alltag, ebenso die regelmäßigen Wartezeiten an der geschlossenen Bahnschranke. Die Belastung an diesem Knotenpunkt ist hoch: Rund 15.000 Fahrzeuge passieren täglich die Staatsstraße 2091, das sind fast viermal so viele wie im bayerischen Durchschnitt auf bayerischen Staatsstraßen. Auf der Staatsstraße 2352 kommen weitere 6.000 Fahrzeuge hinzu.
Heute zeigt sich ein anderes Bild: Der Verkehr fließt, die Gefahrenstellen sind entschärft, die Wartezeiten sind Geschichte. Genau diese Verbesserung stellten bei der offiziellen Verkehrsfreigabe die Redner in den Mittelpunkt. Verkehrsminister Christian Bernreiter, Hermann Streicher, Bereichsleiter vom Staatlichen Bauamt Rosenheim, Landrat Max Heimerl und Bürgermeister Robert Pötzsch betonten, wie wichtig der Ausbau gewesen sei – und eine Investition an der richtigen Stelle. Insgesamt hat das Staatliche Bauamt Rosenheim rund 15,2 Millionen Euro in den Umbau der Kreuzung investiert. Damit blieb das Projekt nicht nur im Kostenrahmen, sondern auch im Zeitplan. Wegen der milden Witterung konnte noch bis Ende Dezember asphaltiert und somit vor der Winterpause die Kreuzung und Bahnüberführung für den Verkehr freigegeben werden. Restarbeiten folgten dann zu Beginn dieses Jahres.
„Dieses Projekt steht für eine sichere und leistungsfähigere Infrastruktur. Im Flächenland Bayern fährt der Großteil des Verkehrs auf der Straße“, sagte Verkehrsminister Christian Bernreiter. Deshalb seien gerade in ländlichen Regionen gut ausgebaute Straßen von entscheidender Bedeutung. Damit Straßen leistungsfähig bleiben, habe der Freistaat Bayern im Doppelhaushalt 2026/27 eine Staatsstraßen-Milliarde vorgesehen. Der Ausbau soll auch im direkten Anschluss an die Pürtener Kreuzung fortgesetzt werden: „Für den Ortsteil Pürten ist eine Ortsumfahrung in Planung.“
Zwei Kilometer Staatsstraße, drei neue Kreisverkehre, zwei Brücken und neue Geh- und Radwege lassen den Verkehr nicht nur besser fließen, sondern sorgen auch für mehr Sicherheit. Dass der Weg dorthin anspruchsvoll war, machte Hermann Streicher deutlich. Die Arbeiten hätten eine komplexe Aufgabe dargestellt – nicht zuletzt, weil große Teile unter laufendem Verkehr umgesetzt wurden und zahlreiche Grundstücksfragen zu klären waren. Die Bereitschaft der Eigentümer wussten die Redner zu schätzen.
„Wir haben eine sehr ansprechende Lösung gefunden“, sagte Streicher. Das Ziel, mehr Sicherheit zu schaffen und den Verkehr flüssiger zu gestalten, sei erreicht worden.
Mit rund 21.000 Fahrzeugen pro Tag ist die Pürtener Kreuzung ein Knotenpunkt in der Region, weshalb Landrat Max Heimerl und Bürgermeister Robert Pötzsch die Bedeutung des Projekts für die gesamte Region herausstellten. Für Heimerl sind „gut funktionierende Verbindungen“ für den stark wachsenden Landkreis entscheidend. Für Waldkraiburg als zentralen Wirtschaftsstandort im Landkreis sei der Knotenpunkt ein wichtiger Baustein. Die Ortsumfahrung von Pürten, die Fertigstellung der A94, aber auch der zweigleisige Ausbau der Bahnlinie bleiben wichtige Projekte.
Mit der Zunahme des überregionalen Verkehrs sei die Kreuzung an ihre Grenzen gestoßen, richtete Bürgermeister Robert Pötzsch den Blick zurück. „Aus dem Nadelöhr ist ein leistungsfähiger Knotenpunkt entstanden, der einen wichtigen Impuls für die Wirtschaft geben kann“, sagte er. Diesen Meilenstein gelte es mit einer Ortsumfahrung für Pürten fortzusetzen.
Pötzsch hob die gute Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim hervor. Parallel zum Umbau der Pürtener Kreuzung habe der Ausbau der Geothermie im Stadtgebiet zusätzliche Koordination erfordert. „Hier ist ein Zukunftsprojekt entstanden, das herausfordernd war und ein hohes Maß an Toleranz forderte.“