Lebensretter bekommen Rettungsmedaille

von Redaktion

Mühldorfer Polizist rettet Mädchen aus dem eiskalten Inn, Neumarkter Polizist eine schwer verletzte Frau

Obertaufkirchen/Neumarkt-St. Veit – Im Frühjahr 2024 werden die Polizisten Tobias Löcker und Peter Wienzl wegen eines Suizidversuchs an das Innufer in Mühldorf gerufen. Tobias Löcker stürzt sich sofort ins Wasser, kann das junge Mädchen packen und zieht es mit großer Kraft aus den Fluten. Gemeinsam mit seinem Kollegen Peter Wienzl kann er das Mädchen ans Ufer bringen. Für ihren mutigen Einsatz haben die beiden Polizisten in der Münchner Residenz die Bayerische Rettungsmedaille von Ministerpräsident Dr. Markus Söder verliehen bekommen.

Helfen ist eine
Frage des Herzens

Ebenso erhielten die Polizisten Maximilian Dirlenbach und Dominik Wittl die Bayerische Rettungsmedaille. Dominik Wittl ist aus Neumarkt-St. Veit. Die beiden retteten ohne Schutzausrüstung eine schwer verletzte Frau aus einer völlig verrauchten Wohnung in Neufahrn bei Freising und übergaben sie den Rettungskräften.

Ministerpräsident Söder sagte bei der Verleihung: „Helfen ist keine Frage von Alter, Ausbildung oder Herkunft, sondern des Herzens. Man braucht keine Superkräfte, um Leben zu retten. Manchmal reichen schon scheinbar kleine Taten.“

Der jüngste an diesem Tag ausgezeichnete Retter war erst sieben Jahre alt, als er seinen bewusstlosen Großvater vom fahrenden Traktor gerettet hat. Der älteste Retter ist mit 69 mutig bei einem Messerangriff auf einen Passanten dazwischengegangen.

„Alle Retter haben ohne zu zögern Leben gerettet, sich dabei teilweise selbst in Gefahr gebracht und grenzenlosen Mut bewiesen. Damit sind sie Vorbilder für uns alle“, lobte Söder. Mit Lebensretter Tobias Löcker (31) aus Obertaufkirchen haben die OVB-Heimatzeitungen über seinen selbstlosen Einsatz gesprochen. Dominik Wittl wollte sich aus Gründen der Pietät nicht für Fragen zur Verfügung stellen.

Was haben Sie in dem Moment gedacht, als Sie das Mädchen ins Wasser gehen sahen?

Tobias Löcker: Wir gingen gerade das Innufer hinunter und ich habe nicht lange überlegt. Ich bin in voller Montur hingelaufen und dachte, ich erreiche sie noch im seichten Wasser. Gefährlich wurde es erst im tiefen Wasser. Es hatte Tage davor geregnet und der Wasserstand war hoch. Die Strömung zog mir die Füße weg und ich war selbst unter Wasser. Ich musste gegen die Fluten kämpfen, konnte das Mädchen an der Achsel greifen und mit einer Hand ziehen.

Welche Rolle hatte bei der Rettung Peter Wienzl?

Löcker: Er ist noch in der Ausbildung und absolvierte ein dreimonatiges Praktikum. Ich war sein Praxisbegleiter. Er hatte noch keine Einsatzerfahrung. Als Älterer und Erfahrener habe ich gehandelt. Ich hätte das nie erwartet, so wie es gelaufen ist, als der Einsatz anfing.

Haben Sie einen Rettungsschein oder macht man dafür eine Ausbildung bei der Polizei?

Löcker: Nein, einen Rettungsschein habe ich nicht. Ich bin ein guter Schwimmer und habe einen Tauchschein. Aber im Rahmen der Ausbildung macht man auch das silberne Rettungsschwimmerabzeichen.

Liegt Hilfsbereitschaft in Ihrer Natur?

Löcker: Ich würde schon sagen, dass ich immer schon ein hilfsbereiter Mensch bin. Besonders bei Jugendlichen. Es gibt schwere Lebensphasen als Jugendlicher, die alleine schwierig zu bewältigen sind. Es muss nicht sein, dass ein Leben deswegen verloren geht.

Sie denken, mit Unterstützung schafft es das Mädchen?

Löcker: Hoffentlich.

Wie viel Anteil hat Ihre Erziehung an Ihrer Einstellung?

Löcker: Viel. Ich hatte eine wunderbare Kindheit mit liebevollen Eltern. Das hatte großen Einfluss.

Hat Sie die Rolle als „Freund und Helfer“ motiviert, Polizist zu werden?

Löcker: Auch, aber es war eher der tolle, spannende und aufregende Beruf, der es für mich zum Traumberuf machte.

Was haben die Kollegen, das Umfeld zu dieser Rettungsaktion gesagt?

Löcker: Das war gemischt. Ein paar haben gesagt: „Toll, super und Gott sei Dank ist es so ausgegangen.“ Sie haben gefragt, ob ich baden gegangen sei, ein paar sagten aber auch „es war gefährlich.“

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