Schwindegger Bürger sorgen sich um Züge, Straßen und Tempo 30

von Redaktion

Bei Bürgerversammlung in Schwindegg gibt Bürgermeister Roland Kamhuber Einblick in die Gemeindefinanzen und den Bahnausbau

Schwindegg – Zum Einstieg in die Bürgerversammlung gab Bürgermeister Roland Kamhuber einen Einblick in die Umsetzung gesellschaftlich und politisch gewollter Aufgaben, wie der Ganztagsbetreuung. Schwindegg habe hier frühzeitig Strukturen geschaffen. Vor vollem Saal im Bürgerhaus ging Kamhuber anschließend auf Kennzahlen der Gemeinde und eine Vielzahl aktueller Projekte ein.

Weniger Einwohner,
höhere Steuereinnahmen

Während viele Kommunen finanzielle Schwierigkeiten haben, könne Schwindegg sich immer noch auf seine Einnahmen, wie die Gewerbesteuer, verlassen, so der Bürgermeister. Derzeit hat der Ort 3.451 Einwohner. Die Zahl ist rückläufig, auch die Zahl der Geflüchteten ist von 72 auf 47 Personen gesunken.

Der Verwaltungshaushalt in 2025 betrug 8,9 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt umfasst 4,6 Millionen Euro. Das ist ein Gesamthaushaltsvolumen von 13,5 Millionen Euro. Davon sind 6,9 Millionen Gesamtschulden. Allein der Betrieb der Kläranlage schlägt mit 1,7 Millionen zu Buche. Es ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1.967 Euro.

Gemeinde freut sich
über Steuer-Plus

Demgegenüber stehen die allgemeinen Rücklagen mit 331.637 Euro. Die Steuereinnahmen haben sich weiter positiv entwickelt. Bei der Grundsteuer A und B gab es insgesamt Mehreinnahmen von 231.957 Euro. Die Einnahmen aus der Einkommensteuer erhöhten sich von 2,7 auf 2,9 Millionen Euro. Die Gewerbesteuereinnahmen haben sich ebenfalls auf nun 1,8 Millionen Euro erhöht.

Die Schlüsselzuweisung vom Freistaat war mit etwas über einer Million Euro auf hohem Niveau. Aufgrund der stabilen Entwicklung der Gemeindefinanzen wird die Schlüsselzuweisung für 2026 voraussichtlich reduziert ausfallen. Die Kreisumlage liegt mit 56,5 Prozent unverändert auf hohem Niveau. Schwindegg hat 2025 mit 2,7 Millionen Euro zum Kreishaushalt beigetragen.

Bahnausbau und
Schaffung von Wohnraum

Im zweiten Teil der Versammlung gab der Bürgermeister einen Überblick über die Mittelverwendung und über aktuelle Projekte. Nach langer Suche konnte Sabine Kliem als neue Schulleiterin der Grundschule gewonnen werden. Daneben wurden die Schulanlagen für 54.000 Euro modernisiert.

Ein besonders zeitfressendes Unterfangen für die Gemeinde ist der zweigleisige Bahnausbau. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Die Gemeinde wird eine umfassende Stellungnahme einbringen. Viele Bürger haben sich mit Fragen an die Gemeindeverwaltung gewandt. Die Gemeinde hatte über alle Kanäle über das Verfahren informiert und Hilfestellung geleistet. Die Durchsicht der vielen tausend Seiten Dokumente war in der Kürze der Zeit kaum zu leisten, die Bahn habe Infoveranstaltungen abgelehnt und auf Online-Beteiligung verwiesen.

Bürgermeister Kamhuber griff einzelne Punkte aus der Stellungnahme der Gemeinde auf und erklärte sie ausführlich. Die Schließung des Bahnübergangs Allersheim hätte eine Sackgasse für das Gewerbegebiet bedeutet. Die Tankstelle habe über Absiedelung nachgedacht. So sei es schließlich zur Kompromisslösung mit dem Längsweg nach Allersheim gekommen. Auch für die Lärmschutzwand sei frühes Handeln nötig gewesen. Großen Ärger bereite noch immer eine 3,5 Millionen Euro teure Grundwasserwanne, die von der Bahn an der Isenbrücke gefordert werde. Mit dem Wechsel des Sachbearbeiters bei der Bahn sei die vorige Übereinkunft vom Tisch gewesen.

Kamhubers weitere Themen waren: der Ausbau der Kläranlage für 6,4 Millionen Euro; die Baumpflanzaktion der Gemeinde, mit der dem Baumsterben begegnet wird; die Breitbandversorgung für den Außenbereich, für die eine Förderung läuft; und das Baugebiet Allersheim. Hier sind erste Parzellen an junge Familien aus Schwindegg verkauft, die Erschließung liegt im Zeitplan, die Preisgestaltung richtet sich nach Bodenrichtwert und nach Sozialmodell. Weiter konnte der Geh- und Radweg nach Buchbach eröffnet werden und das Straßensanierungskonzept wird umgesetzt. So konnten, laut Kamhuber, viele große und kleine Projekte im Jahreslauf angegangen und realisiert werden.

Anliegen der Bürger

Gertrud Hager stellte schriftlich den Antrag, rund um das Bahnhofsgebäude Aschenbecher aufzustellen. Die „Ramadama“-Aktion habe die Notwendigkeit dafür gezeigt. Die Gemeinde wird dafür im Laufe des Jahres neue Mülleimer mit integrierten Aschenbechern anschaffen.

Alexander Steinbach stellte schriftlich den Antrag, die Sitzungsniederschriften der Gemeinderatssitzungen auf der Homepage der Gemeinde zu veröffentlichen. Das ist aber nicht möglich, denn die Gemeinde darf die Protokolle, die auch personenbezogene Daten enthalten, nicht im Internet veröffentlichen.

Roland Sentef bemerkte, auf dem Radweg nach Buchbach läge Kies, der das Fahren erschwere. Bürgermeister Kamhuber antwortete, darauf habe die Gemeinde keinen Einfluss, da der Radweg die Staatsstraße begleitet.

Reinhard Kranz erklärte, auf der neu ausgebauten Straße am Tennisplatz werde zu schnell gefahren, und beantragte eine Begrenzung auf Tempo 30. Auch sei am Ursulinenring ein Baum abgestorben, der entfernt werden müsse. Kamhuber sicherte zu, der Baum werde entfernt und wegen Tempo 30 werde geprüft und Rückmeldung gegeben.

Susanne Schwarzenböck zeigte sich besorgt um die Frequenz der Züge. Ihrer Meinung nach könnte diese höher sein. Der Bürgermeister versprach, dafür zu sorgen, dass die Frequenz attraktiv bleibe. Die entsprechende Zusage der Bahn sei da.

Rudolf Schmidhuber bemängelte den Zustand der Straße nach Dorfen als „Flickenteppich“. Bürgermeister Kamhuber sagte, er werde nachfragen, ob eine Sanierung ansteht. Das staatliche Bauamt Freising sei hier zuständig.

Ingrid Busch wandte sich gegen die Einbahnregelung am Recyclinghof. Kamhuber versprach, den Vorschlag, das Grüngut auf die gegenüberliegende Seite auszulagern, mit dem Landratsamt zu besprechen.

Nicole Sutherland

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