Zangberg – „Wir haben in die Zukunft unserer Gemeinde investiert – in unsere Kinder“, sagte ein sichtlich erfreuter Bürgermeister Georg Auer, bei der offiziellen Einweihung der Aufstockung der Kindertagesstätte „Haus der Kinder Herz Jesu Zangberg“. Diese Freude teilten mit ihm Schwester Franziska vom Kloster Zangberg, der stellvertretende Landrat Richard Fischer, die Bürgermeisterkollegen der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen, seine Vorgänger Franz Märkl und Irmgard Wagner. Aber auch das Personal der Verwaltungsgemeinschaft war gekommen, um sich ein Bild von der neuen Kita zu machen, der Kinderförderverein, Mitglieder des Gemeinderats, Vertreter der beteiligten Firmen und Anne Liebelt, die Einrichtungsleiterin des Hauses der Kinder, mit ihrem Team.
Auer ließ die Geschichte dieser finanziellen Kraftanstrengung kurz Revue passieren. Bereits 2021 hatte man den wachsenden Bedarf erkannt. Zunächst noch ohne den ab 1. August 2026 bestehenden stufenweisen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Grundschulkinder. Um dem gerecht zu werden, stimmte der Gemeinderat 2022 einer Vorentwurfsplanung der gegenwärtigen Aufstockung zu und ein Zuwendungsantrag konnte gestellt werden.
Damit setzt die Gemeinde den 2008 mit der Übernahme der kirchlichen in eine gemeindliche Trägerschaft des Kindergartens beschrittenen Weg fort. Dieser hatte mit dem Umzug in das Schulgebäude begonnen und wurde schon 2013 über den Anbau einer Kinderkrippe und nun mit der Aufstockung dieses Anbaus fortgesetzt.
Die Baukosten dieser Maßnahme bezifferte Auer auf rund 1,7 Millionen Euro. Wobei über Förderungen, Programme und Pauschalen circa 1,35 Millionen Euro Zuwendungen erwartet werden. Der Eigenanteil der Gemeinde wird sich auf circa 312.000 Euro belaufen, wenn alle Zuwendungen eingehen. Besonders erfreulich: Die prognostizierten Baukosten werden um 11,2 Prozent unterschritten.
Mit der Erweiterung wurden auch Räumlichkeiten für eine zweite Krippengruppe und einen Hort für die Nachmittagsbetreuung eingerichtet. „Damit schaffen wir nicht nur dringend benötigte Betreuungsplätze, sondern vereinen Krippe, Kindergarten, Schule und Hort unter einem Dach und ermöglichen dadurch kurze Wege, eine enge pädagogische Abstimmung und einen fließenden Übergang für unsere Kinder von den ersten Lebensjahren bis ins Schulalter“, so der Bürgermeister. „Mögen sich die Mädchen und Buben in den neuen Räumen wohlfühlen, Freundschaften schließen und viele schöne Momente erleben.“
Stellvertretender Landrat Richard Fischer lobte die Erweiterung auf 94 Plätze für Kinder aller Altersstufen, um Familien bestmöglich zu unterstützen, und dass aus der Kindertagesstätte ein „Haus der Kinder“ geworden ist. Er dankte der Gemeinde für die unkomplizierte und zügige Umsetzung der Aufstockung. Diese wurde in Holzständerbauweise ausgeführt, mit klimaneutralen, umweltfreundlichen Materialien realisiert und termingerecht fertiggestellt. Im Namen des Landkreises wünschte er „für die Zukunft im Haus der Kinder alles erdenklich Gute“.
Als sie das erste Mal von der Idee der Aufstockung hörte, hatte sie leichte Zweifel, sagte Anne Liebelt, die Leiterin der Einrichtung. Jetzt aber „passt alles“. Und sie sagte allen danke, danke der Gemeinde, danke den Planern und Architekten und besonders danke ihrem Team und den Handwerkern, fanden doch viele Maßnahmen im laufenden Betrieb statt. Aber auch Elternbeirat und Kinderförderverein sind immer mit im Boot. „Es ist“, so sagte sie, „mehr Platz entstanden und das bedeutet für alle mehr Möglichkeiten, mehr Platz für Ideen, mehr Platz für kleine Persönlichkeiten mit großen Fragen und mehr Platz für Bewegung und Spiel.“
Nun war es an Pastoralreferentin Schwester Franziska von Dohlen, die, wie sie sagte, immer da sei, wenn der „Kindergarten“ ruft, der Einrichtung den kirchlichen Segen zu geben und die Räumlichkeiten unter den Schutz Gottes zu stellen.
Dabei betonte sie, dass Gott für alle da sei, sowohl für die Braven als auch für die Frechen. Symbolisch überreichte sie dazu Anne Liebelt einen kleinen „Pumuckl“. Denn so wie der Meister Eder für seinen kleinen Kobold, richte auch Gott für den Menschen so manchen „Streich“ und „Schmarrn“ wieder gerade und verzeihe. Sie erbat Gottes Segen für das Haus und alle, die darin aus- und eingehen.
Anschließend hatten alle Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen. Zahlreiche Zangberger sind der Einladung zur „offenen Tür“ gefolgt, waren sichtlich angetan von den großen, hellen Räumen und der kindgerechten Einrichtung.