Aschau – Es war am Ende einer langen Sitzung noch ein emotionaler Moment, als Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich (CSU) in der Sondersitzung (28. April) um 21.30 Uhr den Tagesordnungspunkt 6 aufrief: „Verabschiedung der Gemeinderäte und Referenten“.
Die Liste war lang: Acht der 16 Gemeinderäte scheiden aus, gehören dem neugewählten Gremium, das am 12. Mai erstmals zusammentreten wird, nicht mehr an. „Das ist die Hälfte des Gemeinderates“, verdeutlichte Weyrich diese Zäsur für den Gemeinderat, aber auch für die Gemeinde.
Das wurde bei den Abschiedsworten deutlich. Denn alle acht hatten sich nicht nur im Gremium, sondern auch im Gemeindeleben aktiv eingebracht. „Ich möchte mich bei euch ganz herzlich bedanken“, sagte Weyrich, ehe er die ausscheidenden Mitglieder in alphabetischer Reihenfolge einzeln nach vorn bat und ihre Arbeit würdigte.
Den Anfang machte Barbara Bischoff (AWG). Sie habe in ihren zwölf Jahren „viel Zeit und Herzblut investiert“, unterstrich Weyrich: im Gemeinderat, in Ausschüssen und die vergangenen sechs Jahre als Familienreferentin. Sie sei „sehr rührig, sehr engagiert“ gewesen. „Ich weiß gar nicht, wo die zwölf Jahre geblieben sind“, sagte Bischoff. „Die letzten sechs Jahre waren intensiv für mich, aber ich habe es sehr gerne gemacht.“
Martin Höpfinger (SPD) scheidet nach sechs Jahren aus. „Du bist beruflich und privat sehr eingespannt“, erklärte Weyrich. „Du warst kritisch, du warst innovativ, du warst engagiert. Schön, dass Du dabei warst.“ Höpfinger gab das zurück: „Es war sehr angenehm.“
Es folgte Karl-Heinz Jekler (Bündnis Aschau), der nach viereinhalb Jahren bereits wieder ausscheidet. Der Bürgermeister dankte ihm für sein Engagement, seine Beiträge und Ideen: „Du hast unsere Arbeit bereichert, du hast uns nach vorne gebracht.“ Nur durch Kritik und konstruktive Beiträge hinterfrage man sich und komme weiter, so der Bürgermeister. Jekler gab diesen Dank zurück: „Wir machen das ehrenamtlich. Das kann man nicht hoch genug wertschätzen.“ Er wünschte dem neuen Gemeinderat ein gutes Gelingen: „Aufwärts mit Aschau.“
Mit Andreas Kölbl (AWG) scheide nach sechs Jahren ein Mann aus dem Gemeinderat, der als Referent für Vereine und Kultur das Amt „auf ein neues Level“ gehoben habe, sagte Weyrich. „Du warst unglaublich engagiert, innovativ, ganz nah dran an den Vereinen. Das war ganz außergewöhnlich.“ Er habe als Schnittstelle zu den Vereinen auch der Gemeinde weitergeholfen. Kölbl gab den Dank zurück und dankte seiner Fraktion, deren Sprecher er war: „Wir haben viel diskutiert, lange diskutiert.“ So solle es sein: „Das macht Demokratie aus. Wir sind gut aufgestellt in Aschau.“
Nach sechs Jahren scheidet auch Alexandra Kutschera (Bündnis Aschau) aus. Sie hinterlasse als Referentin für Inklusion und Gesundheit Spuren, sagte Weyrich. „Es war eine intensive Zeit, es war eine komische Zeit“, sagte Kutschera mit Blick auf Corona und den Ukraine-Krieg. „Die Zeit war herausfordernd, es ist viel passiert. Aber es hat Spaß gemacht.“ Gertraud Langbauer (Bündnis Aschau) war 16 Jahre Gemeinderätin. Sie habe in dieser Zeit verschiedene Funktionen übernommen. „Du hast Dir immer viel Zeit genommen“, sagte Weyrich. Sie habe sich auch im Ort stets überall blicken lassen: „Du hast das Ohr an den Menschen gehabt.“ Langbauer dankte für diese Zeit und die Erfahrungen: „Ich habe sehr viel gelernt. Es war insgesamt eine gute Zeit.“
Auch für Michael Schebesta (CSU) geht nach sechs Jahren seine Zeit als Gemeinderat zu Ende. Er war engagiert, „kritisch und auch konstruktiv“, sagte Weyrich. „Schade, dass du gehst.“ Für Schebesta waren es „spannende und fordernde sechs Jahre, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“ Er wünsche allen ein „glückliches Händchen und ein gutes Gelingen“.
Johannes Volk (SPD) hatte die kürzeste Amtszeit: Als Nachrücker war ihm nur ein halbes Jahr vergönnt. „Er war ein Vertreter des Sports und immer da, wenn man ihn gebraucht hat“, würdigte Weyrich den Gemeinderat, der an der Sitzung nicht teilnehmen konnte, in Abwesenheit. Volk habe auch den Multifunktionsplatz maßgeblich mit vorangetrieben.
Bürgermeister Weyrich überreichte allen ausscheidenden Gemeinderäten eine Abschiedsurkunde sowie jeweils ein kleines Präsent. Dann durften sich die Acht unter dem Aschauer Gemeindewappen zu einem Gruppenfoto aufstellen, ehe sie nach dem nicht öffentlichen Teil von ihrem Amt und dem Sitzungssaal Abschied nehmen mussten.