Förderschecks für Bio-Kleinprojekte übergeben

von Redaktion

Sechs findige Landwirte im Mühldorfer Land profitieren – BioRegio Tour gestartet

Mühldorf/Salmanskirchen – Zur Scheckübergabe trafen sich die Verantwortlichen auf dem Demeter-Betrieb von Gerhard Schweiger in Unterneuling bei Salmanskirchen. Dr. Michael Rittershofer stellte dabei den Hintergrund und den Verfügungsrahmen vor: Öko-Modellregionen können jährlich den Verfügungsrahmen Ökoprojekte beantragen, um Kleinprojekte umzusetzen. Voraussetzung für die Förderung ist ein aktives Ökomodellregionsmanagement. Förderfähig sind Kleinprojekte, die unter Berücksichtigung der Ziele von BioRegio 2030 den Aufbau regionaler Bio-Wertschöpfungen voranbringen und das Bewusstsein für regionale Bio-Lebensmittel stärken. Die Gesamtausgaben für die einzelnen Projekte dürfen 20.000 Euro nicht übersteigen – davon werden 50 Prozent der Nettoausgaben bezuschusst, mindestens 500 Euro und höchstens 10.000 Euro.

Landrat Max Heimerl würdigte das Engagement der Projektträger und bedankte sich bei allen, die sich um die Fördergelder bewerben. „Die ökologische Landwirtschaft leistet einen essenziellen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Region. Mit den geförderten Projekten stärken wir nicht nur die heimische Bio-Landwirtschaft, sondern auch die regionale Wertschöpfung. Das Thema ist gut, der Förderzweck ist gut, und auch das Verfahren und der Prozess ist gut, weil er unbürokratisch ist“, so Landrat Max Heimerl. „Es müssen keine langen Verträge ausgefüllt werden, hier zählt das Vertrauen, dass die Preisträger das Geld richtig einsetzen.“

Die Projektträger 2025 sind: Demeter-Betrieb Gerhard Schweiger in Unterneuling bei Salmanskirchen für sein Projekt „Drohne zur Ausbringung von Saatgut“. Georg Hans aus Mimmelheim bei Obertaufkirchen erhielt die Förderung für die „Aufbereitung von Saatgut“ für Farbausleser und Schäler. An die Biomanufaktur Margot und Hans Erber aus Haag wurde der Scheck für die Förderung eines 20-Fuß-Containers zur Erntelagerung der Bio-Landwirte bis zur Weiterverarbeitung der Erber-Manufaktur überreicht. Elisabeth Auer aus Niederbergkirchen freute sich über die Förderung zum Aufbau einer ökologischen Nebenerwerbsimkerei, insbesondere für die Anschaffung eines Bienenwagens. Rainer Hundmeyer aus Kagen bei Buchbach erhielt einen Scheck für sein Projekt „Gerät zum Aufsetzen von Hygienisierung und Wurmkompostmieten“. Als letzter Projektträger nahm Matthias Emmerer aus Fraham bei Aschau den Scheck für eine Belüftungsanlage für das Kartoffellager sowie eine Bürstenmaschine zur Säuberung von Biokartoffeln entgegen. Insgesamt stehen für die Projekte rund 45.000 Euro zur Verfügung.

Nach der Übergabe informierte Gastgeber Gerhard Schweiger über seinen Betrieb und vor allem sein Projekt zur Drohne. Bei seinem Projekt geht es in erster Linie darum, die Zwischenfrucht zu etablieren, die für den Bio-Betrieb sehr wichtig ist. Zwischenfrüchte erfüllten sehr viele wichtige Dinge, so Schweiger – angefangen von Nährstoffsammeln über Erosionsschutz und vieles mehr. Mit der Drohne sät man etwa zehn Tage vor der Ernte die Zwischenfrucht in den bestehenden Bestand auf dem Feld. Erst dann kommt der Mähdrescher und deckt die Zwischenfrucht im Prinzip mit Stroh wieder ab. Die Zwischenfrucht sei so vor Feuchtigkeit besser geschützt und könne unter diesen Bedingungen bereits keimen. Schweiger sieht die Arbeit mit der Drohne als Pilotprojekt und sucht Nachahmer; Interessenten können sich einfach bei ihm melden.

Im Anschluss bekamen die Teilnehmer eine beeindruckende Vorführung der rund drei Meter großen Drohne. Simon Schweiger erklärte dazu die Bedienung: Die Drohne fliegt das vorgegebene Feld ab und bringt das Saatgut aus. Nach getaner Arbeit kehrt sie selbstständig zur Ausgangsstellung zurück. Gleichzeitig mit der Scheckübergabe wurde der Startschuss für die BioRegio Tour gegeben. Diese führt zu Unternehmen und Betrieben, die Bio-Wertschöpfungsketten voranbringen, Bio aus dem Landkreis in die ganze Welt tragen und auf nachhaltige, ökologische Landwirtschaft setzen. Die Öko-Modellregion Mühldorfer Land arbeitet dabei mit dem Landkreis Mühldorf zusammen. stn

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