Abschiede im Mühldorfer Rathaus

von Redaktion

Neun Stadträte und der Bürgermeister verlassen ihre Ämter

Mühldorf – Die jüngste Sitzung des Mühldorfer Stadtrates endete am vergangenen Donnerstag mit Abschieden. Insgesamt neun Stadträte gehören dem Gremium künftig nicht mehr an; teils wurden sie nicht wiedergewählt, teils ließen sie sich nicht mehr neu aufstellen. Für die ausgeschiedenen Stadträte gab es zum Abschied nicht nur eine Urkunde, sondern auch einen Porzellanlöwen.

Ehrung für
langjähriges Engagement

Bis zu 22 Jahre haben die ausscheidenden Stadträte dem Gremium angehört und sich für das Wohl der Stadt eingesetzt. Diese stolze Marke hat CSU-Mann Oskar Stoiber, der lange Fraktionssprecher seiner Partei war, erreicht. Mit 22 Jahren Stadtratszugehörigkeit weist er die längste Amtszeit auf.

Es folgen Marianne Pfaffeneder, Rupert Rigam, Christa Schmidbauer und Dr. Reinhard Wanka. Von ihrer 18-jährigen Amtszeit war Marianne Pfaffeneder zwölf Jahre lang als Seniorenreferentin tätig. Christa Schmidbauer übte das Amt der Dritten Bürgermeisterin aus. Dr. Reinhard Wanka führte als Alterspräsident Michael Hetzl vor sechs Jahren ins Bürgermeisteramt ein.

Die weiteren ausgeschiedenen Stadträte sind Stephan Schinko, Annette Haslbeck, Zacharias Spörl und Dr. Christian Leunig.

Michael Hetzl nutzte den Abend auch, um sich bei Ilse Preisinger-Sontag zu bedanken. Sie sei ihm vor sechs Jahren als erfahrene Kommunalpolitikerin als Zweite Bürgermeisterin zur Seite gestellt worden. „Du warst immer da. Auf dich war immer Verlass“, betonte Hetzl. Preisinger-Sontag gehört zwar dem neuen Stadtrat wieder an, sie werde aber wohl nicht erneut Zweite Bürgermeisterin, meinte Hetzl, der dem neuen Gremium ebenfalls als einfaches Mitglied angehören wird. Und so stand der Abend auch im Zeichen des Abschieds aller drei bisherigen Bürgermeister.

Preisinger-Sontag oblag es dann auch, Hetzl offiziell zu verabschieden: „Wahlen sind ein Ausdruck unserer Demokratie.“ Veränderungen seien eine Chance zur Reflexion. Hetzl habe Verantwortung für Mühldorf übernommen und sich den Herausforderungen gestellt. Es wurde intensiv und auch kontrovers diskutiert, aber alle hatten dabei immer das Wohl der Kreisstadt im Blick. „Öffentliche Verantwortung zu übernehmen ist keine Selbstverständlichkeit, sie verdient Respekt.“

Ein Geschenk und
ein Blick nach vorn

Wanka und Karin Zieglgänsberger nutzten die Gelegenheit, um sich namens der UM bei „ihrem“ Bürgermeister zu bedanken. Sie überreichte dem Scheidenden ein Geschenk und erinnerten an den schwierigen Start im Mai 2020, dem Beginn der Corona-Phase. Erst ab September 2022 habe sich das Leben wieder normalisiert. Hetzl habe sich in allen Bereichen seines Amtes „engagiert und mit Herzblut eingebracht“.

Zuvor hatte Wanka dem Gremium in Zukunft „ein bisschen mehr Demut“ bei den Fachentscheidungen gewünscht: „Etwas weniger Egoismus, weniger Parteiinteressen, weniger Ideologie. Dafür ein Grundvertrauen auch in die Arbeit der Verwaltung, Toleranz und Respekt.“ Und so hatte Hetzl das letzte Wort. Er erinnerte noch mal an die schwierigen Anfänge unter Corona: „Ich hätte mir ein Zusammenfinden vor sechs Jahren anders vorgestellt.“

„Ich bin auch nicht
immer der Einfachste“

Aber mit Corona seien alle seine Pläne im Papierkorb verschwunden, weil damals „nichts davon ging“. „Es ist nicht immer alles einfach gewesen“, meinte er und räumte ein: „Ich bin auch nicht immer der Einfachste.“ Aber man habe doch gemeinsam für vieles Lösungen gefunden. Besonders dankte Hetzl den Mitarbeitern der Verwaltung, mit denen er zum Großteil mehr Zeit verbracht habe als mit seiner Familie: „Es hat jeden Tag Spaß gemacht. Es war mir eine Freude, es war mir die Ehre meines Lebens.“

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