Mühldorf – Aktuell kämpfen gerade hunderte Einsatzkräfte am Saurüsselkopf bei Ruhpolding gegen die Flammen eines großen Waldbrandes. Am Wochenende sorgten brennende Heuballen bei Mühldorf für Aufregung (siehe Seite 10). Kürzlich kam es nach Angaben von Kreisbrandrat Julian Liebermann und der Polizeiinspektion Mühldorf in Flossing zu einem kleinen Waldbrand. Die Feuerwehr erstickte eine Fläche von 100 Quadratmetern. Doch die Ursache bleibt unbekannt.
Waldbrände bereiten wegen des trockenen Waldbodens derzeit Sorgen; auch weil das Frühjahr so trocken ist. Experten warnen.
Fahrlässigkeit ist
ein großes Problem
„Am 27. April forderte die Regierung Luftbeobachtungen in allen gefährdeten Bereichen“, sagt Kreisbrandrat Julian Liebermann. Angesichts der anhaltenden Trockenheit herrscht im Landkreis Mühldorf akute Waldbrandgefahr. Die Gefahrenstufe liegt laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Region bei 3 (mittlere Gefahr) bis 4 (hohe Gefahr). Darunter fiele vorwiegend das Unterholz. „Die Natur hat das Herbstlaub noch nicht ganz verarbeitet. Das brennt natürlich wie Zunder.“ Auf die Frage, ob beispielsweise „Daxen-Brände“ der Landwirte einen Einfluss haben, sagt Liebermann: „Das Problem sind nicht die Landwirte, die halten sich an die Vorschriften. Das Problem liegt in der ‚normalen‘ Gesellschaft, die fahrlässig handelt.“ Seien es Glasflaschen am Wegrand, Zigarettenstummel im Wald. Der Kreisbrandrat bittet alle um Vorsicht. „Bierflaschen richtig entsorgen und keine Grillpartys in den Gefahrenzonen.“ Das Inn-Ufer zum Beispiel lade viele zum Grillen ein. Das sei aber verboten. Das trockene Schwimmholz am Ufer ist leicht entzündbar. Seit dem 29. April ist zur Vorbeugung von Waldbränden ein Luftbeobachtungsteam im Einsatz. Dieses besteht aus einem Piloten und einer speziell geschulten Person zur Brandbeobachtung aus der Luft. Vom Stützpunkt in Mühldorf am Flugplatz Mößling aus überwacht das Team den südostbayerischen Raum. Zusätzlich werden an bestimmten Standorten im Landkreis Drohnen eingesetzt, die aus der Luft nach möglichen Brandherden suchen und so frühzeitig zur Entdeckung von Feuer beitragen sollen.
Gewappnet vor
der Katastrophe
Das Landratsamt Mühldorf gibt an, dass der aktuell gültige Alarmplan, der auch bei der Bekämpfung von Waldbränden zum Einsatz kommt, regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiter verbessert wird. Parallel dazu arbeitet die Kreisbrandinspektion an einem umfassenden Waldbrandkonzept. Dieses soll unter anderem eine optimierte Ausbildung der Einsatzkräfte sowie eine verbesserte Einsatzplanung umfassen.
In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Feuerwehr- und Katastrophenschutzübungen mit dem Schwerpunkt Waldbrand durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung des neuen Konzepts ein. Außerdem ist die Waldbrandbekämpfung ein fester Bestandteil der Ausbildung der Feuerwehren.
Verantwortungsvolles
Handeln ist wichtig
Die Fachleute für Brand- und Katastrophenschutz am Landratsamt Mühldorf appellieren zudem an die Bevölkerung, besonders vorsichtig zu sein und verantwortungsvoll zu handeln.