Gars – Die Mittelschule Gars erlebt derzeit ein Nebeneinander von Unterricht und Baustelle. Vor dem Haupteingang klafft noch ein riesiges Loch, hier soll ein neuer überdachter Wartebereich und ein barrierefreier Zugang entstehen. Der gesamte Schulhof erinnert eher an ein Baustofflager, einen Pausenbereich für die Grundschüler hat die benachbarte Firma Schwarzenbeck übergangsweise auf ihrem Grundstück zur Verfügung gestellt.
Im Zentralgebäude, derzeit als „Bauabschnitt 1“ bezeichnet, zeigt sich im ersten Stock aber schulisches Leben. Durch die neuen teilverglasten Klassenzimmertüren kann man sehen, dass hier auch Unterricht wie gewohnt läuft.
Licht und freundlich ist alles geworden, die Aula mit den Umgängen und insbesondere auch die Räume, in denen helles Holz bei Mobiliar, Wandschränken und Wandverkleidungen dominiert. Aus der Pandemiezeit stammende große Lüftungsanlagen wurden in den Klassenzimmern fest installiert, in denen in den Osterferien auch 25 Smartboards montiert wurden. Im Untergeschoss sind zudem zwei IT-Räume bereits fertiggestellt.
Christian Seidl, der aktuell noch Vorsitzender des Schulverbands ist, gab in der jüngsten Sitzung des entsprechenden Ausschusses vor seinem Ausscheiden noch einmal einen Überblick über den Stand der Dinge beim größten Projekt, das er während seiner Amtszeit stemmen musste. Fünf weitere Klassen sollen nach den Pfingstferien, in denen die Einbauschränke im zweiten Obergeschoss von einer Schreinerei eingefügt werden, wieder von der benachbarten „Alten Grundschule“ in das Hauptgebäude umziehen. Die im Erdgeschoss gelegene Mensaküche sei Mitte April abgenommen worden und könne somit jederzeit in Betrieb gehen. Gleichzeitig berichtet er aber auch von dem leider Üblichen bei Bauvorhaben dieser Größenordnung: Insolvente Firmen lassen Arbeiten unfertig zurück und neue Firmen müssen gefunden werden, die diese dann zu Ende führen. Doch für Bauabschnitt 1 ist Seidl guter Dinge.
Anders sieht es allerdings noch im Bauabschnitt 2 aus, nämlich der Turnhalle und dem Schwimmbad. Hier kam es zu deutlichen Verzögerungen bei den Baumeisterarbeiten. Der Besuch vor Ort macht ernüchternd deutlich, was Seidl meint: Relativ zügig hatte man schon vor einiger Zeit das Dach saniert und umgestaltet, um für Dichtigkeit und sichere Statik zu sorgen. Doch im Innern begreift man schnell, warum es bis März nächsten Jahres dauern wird.
Von der Turnhalle ist allein der Boden übrig, allerdings unter schützenden Spanplatten verborgen. Hier müssen nur ein paar Bodenhülsen erneuert beziehungsweise versetzt werden. Ansonsten aber nur nackter Beton, wohin man blickt, die gesamte Innenausstattung fehlt noch, neue Prallwände ringsum und eine komplett neue Decke müssen montiert sowie neue Sportgerätschaften erworben werden, wobei natürlich auch aktuellen Sicherheitsstandards Rechnung getragen wird. Und sämtliche Sanitäranlagen werden erneuert.
Ende Februar ist das Becken für das Hallenbad eingetroffen. Das heißt konkret: große Edelstahlelemente, die zusammengefügt werden. Die Seitenwände sind bereits eingebaut. Am Boden des Beckens trocknet der antistatische Spezialestrich, damit es nicht nach dem Einfügen der Metallplatten zu elektrostatischen Aufladungen kommt. Wie in zahlreichen anderen Schwimmbädern gehören gekachelte Wände mit vielen Fugen, in denen sich Algen und anderes festsetzen können, der Vergangenheit an und wurden durch die wesentlich pflegeleichtere Metallalternative ersetzt. Ende Mai soll dann auch mit dem Einbau der modernisierten Technik begonnen werden.
Bauabschnitt 3, der Nordtrakt, liegt noch am weitesten zurück. Allerdings ist nur eine geringe Schadstoffsanierung erforderlich und nach dem Entfernen der Fassade kann in der nächsten Zeit mit der Sanierung der dahinterliegenden Betonwände begonnen werden. Parallel dazu werden im Inneren Elektroleitungen, Sanitäreinrichtungen und Heizkörper demontiert. Der Bauzeitplan sieht dann eine Fertigstellung vor den diesjährigen Weihnachtsferien vor. Länger hinziehen wird sich noch die Fertigstellung der Außenanlagen. Restarbeiten auf dem Pausenhof der neuen Grundschule sind für die Sommerferien geplant. Bei den restlichen Bereichen wird es wohl noch bis Mitte 2027 dauern, bis alles fertiggestellt ist.
Für fast 18 Millionen Euro sind Aufträge vergeben, wobei derzeit die Kostenberechnung noch eingehalten wird, wie in der Sitzung berichtet wurde. An ihrem Ende stand der Dank an Christian Seidl. „Du hast das supertoll gemacht!“, lobte der Garser Bürgermeister Robert Otter.