„Wer zum Beispiel die Mitbestimmung schützt, der schützt auch die Demokratie“

von Redaktion

Maifeier in Waldkraiburg mit Demonstrationszug und Kundgebung – Gewerkschaften sind ein wichtiger Bestandteil für sozialen Frieden

Waldkraiburg – Der 1. Mai wird in vielen Ländern als der „Tag der Arbeit“ gefeiert. Auch in Waldkraiburg wird dies schon seit langen Jahren aktiv betrieben. Übernommen hat diese Aufgabe der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), eine der größten Gewerkschaften in Deutschland mit etwa 5,5 Millionen Mitgliedern. Das heurige Motto lautete: „Erst unsere Jobs – dann eure Profite“.

Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisverbandes Mühldorf-Waldkraiburg, Martin Sterz, hatte zusammen mit Rosemarie Grandl vom Betriebsrat der Firma Haldenwanger die Veranstaltung organisiert.

Wie immer traf man sich vor dem Rathaus, um halb zehn marschierte man über die Prager Straße, an der Kirche Christkönig vorbei und über die Berliner Straße zur Kundgebung an der Schenker-Halle.

Ein Novum gab es dieses Jahr bezüglich der Musik: Vorneweg marschierte die Trommelgruppe Bragada von der Förderschule. An der Schenker-Halle konnte man aufgrund des schönen Wetters draußen Platz nehmen. Es gab Getränke, eine Grillstation sorgte für die Verpflegung, Bragada trommelte weiter und wer wollte, der konnte sich beim „Hau den Lukas“ ausprobieren.

Dann trat Martin Sterz ans Mikrofon: „Fortschritt fällt nicht vom Himmel. Es braucht eine Revolution, die schon längst überfällig ist, die mit Würde, Solidarität und ohne Gewalt durchzuführen ist.“ Man kämpfe für gute Arbeitsbedingungen, für Gerechtigkeit und für eine Zukunft, die allen gehöre. Der DGB setze sich für gute Arbeitsbedingungen ein. „Wir bitten aber nicht darum, sondern das ist unser gutes Recht, da im Grundgesetz in Artikel zwölf verankert: Alle Deutschen haben das Recht, ihren Beruf frei zu wählen und auszuüben“. Man wolle faire und sichere Löhne, Mitbestimmung, Gesundheitsschutz und Respekt – im Reden und bei Entscheidungen. „Wer zum Beispiel die Mitbestimmung schützt, der schützt auch die Demokratie. Eine gerechte Zukunft entsteht nicht durch Algorithmen, sondern durch Menschen, die Verantwortung übernehmen – Menschen wie wir“, rief Martin Sterz.

Zugleich versicherte er: „Wir geben niemals auf, trotz Rückschlägen und Widerständen. Auch wenn manche sagen, dass das nichts bringt: Alle Verbesserungen, die wir heute haben, wurden erkämpft.“

Auch Richard Fischer von der SPD und langjähriger Gewerkschaftsfunktionär sprach: „Seit es den 1. Mai gibt, haben politische Verbände und Arbeitgeber versucht, uns das Erkämpfte wegzunehmen, etwa bei Lohnfortzahlung oder Karenztagen. Das werden wir auch in Zukunft nicht mitmachen. Dafür sind die Gewerkschaften in Deutschland ein wichtiger Bestandteil, sie stehen für sozialen Frieden und Aufrechterhaltung der Demokratie. Es müssen also Tariflöhne bezahlt werden und Wohnungen müssen bezahlbar sein. Lasst uns auch verhindern, dass rechts- und linksextreme Parteien an die Macht kommen“. hra

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