Ampfing – In der Gemeinderatssitzung wurde einstimmig die Satzung für das neue „Gewerbegebiet Reit“ beschlossen. Bereits im vergangenen November hatte der Gemeinderat mit der Aufstellung des Bebauungsplans die letzten Weichen für die Ansiedlung der Waldkraiburger Firma Atoma-Multipond gestellt, die seit rund drei Jahren geplant ist. Nach Abschluss des Auslegungsverfahrens und der Abwägung der Einwendungen ist dies der Abschluss des Projekts.
Ein Traditionsunternehmen auf Expansionskurs
Dass das Waldkraiburger „Traditionsunternehmen der ersten Stunde“ nach 77 Jahren den Umzug in die Nachbargemeinde erwägt, wurde im Frühherbst 2023 bekannt, kurz nachdem man den Mittelstandspreis „Bayerns Best 50“ erhalten hatte. Seither ging die Entwicklung kontinuierlich weiter. Der Umzug auf das rund 6,7 Hektar große Areal südlich der A94 ist ein logischer Schritt, da man dort nicht nur eine bessere Verkehrsanbindung hat, sondern potenziell auch Erweiterungsmöglichkeiten, die in Waldkraiburg fehlten. Die Unternehmensgruppe, die unter anderem in Frankreich, Großbritannien und den USA Tochterfirmen hat, zählt weltweit mehr als 450 Mitarbeiter und zu den wichtigsten Unternehmen im Bereich der Wägetechnik. Das Unternehmen, das zahlreiche branchenrelevante Patente hält, will in Ampfing zunächst etwa 330 Arbeitsplätze schaffen. Zwar hatte unter anderem der Bayerische Bauernverband (BBV) in seiner Stellungnahme erneut auf die gute Ertragsfähigkeit des Bodens im geplanten Gewerbegebiet Reit hingewiesen und die rund sieben Hektar als eine wertvolle landwirtschaftliche Produktionsfläche bezeichnet. Doch die Verantwortlichen in der Gemeinde gaben der wirtschaftlichen Entwicklung den Vorrang. Dies sahen auch die Gemeinderäte erneut so, zumal sich an der Stellungnahme des BBV im Vergleich zum November 2025 nichts geändert hatte.
Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim forderte, dass im Hinblick auf die Gefahr von Starkniederschlägen die Erdgeschosshöhen der Gebäude 25 Zentimeter über der Geländeoberkante liegen müssen und etwaige Keller wasserdicht und auftriebssicher sein müssen. Der Bauherr muss dem Wasserwirtschaftsamt diesbezüglich seine Planungen genehmigen lassen. Auch dieser Festsetzung stimmten die Räte einstimmig zu.
Ebenso billigten sie einstimmig die Satzung samt Vorhaben-, Erschließungs- und Grünordnungsplan sowie die Schaffung der externen Ausgleichsflächen in Wolfsberg bei Neumarkt-St. Veit. Die Bauarbeiten sollen demnächst beginnen.