Engelsberg – Körperlich und geistig fit und eine positive Lebenseinstellung – so zeigte sich Andreas Kainzmaier, allen bekannt als der Weißmaier-Anderl aus Maisenberg, an seinem 80. Geburtstag. Groß gefeiert wurde nicht, es kamen jedoch einige Besucher und Gratulanten an seinem Ehrentag vorbei, unter ihnen auch Bürgermeister Martin Lackner, um die Glückwünsche und Geschenke im Namen der Gemeinde Engelsberg zu überbringen. Im größeren Rahmen wird natürlich „nachgefeiert“.
Andreas Kainzmaier kam als ältester Sohn von Andreas und Theresia Kainzmaier auf dem Weißmaier-Hof in Maisenberg zur Welt, mit seiner Schwester Resi verlebte er eine schöne Kindheit und Jugendzeit, ging in Peterskirchen zur Schule. Anschließend machte er eine fachliche Ausbildung an der Landwirtschaftlichen Berufsschule und Fachschule in Mühldorf, war damals Bayerns bester Absolvent und wurde vom Regierungspräsidenten ausgezeichnet. Man versuchte damals, ihn zu einer akademischen Laufbahn zu überreden. Er aber entschied sich, Landwirt zu bleiben, das hat er nie bereut.
1977 bekam er den Hof von seinen Eltern überschrieben und heiratete im gleichen Jahr Elisabeth Krumbachner aus Weiding bei Heiligkreuz. Die drei Kinder Elisabeth, Theresia und Andreas wurden geboren, mittlerweile gehören sieben Enkelkinder zur Familie. Groß war die Trauer, als Elisabeth Kainzmaier im Juli 2015 überraschend verstarb. Aber der Anderl ließ sich als bodenständiger Mensch nicht unterkriegen. Nach der Hofübergabe an seinen Sohn Andreas hilft er weiterhin, soweit es ihm möglich ist, auf dem Hof mit – sehr zufrieden mit seinem Lebenswerk.
Andreas Kainzmaier war schon immer sehr engagiert, sagte seine Meinung und setzte sich für den Bauernstand und seine Mitmenschen ein. Sehr engagiert war er im Bauernverband, als Ortsobmann und als Kreisobmann setzte er sich über ein Jahrzehnt für die Belange der Landwirtschaft ein. Er war zu dieser Zeit viel in München, aber auch in Berlin und Brüssel, um durch verbandspolitische Verbindungen für die Angelegenheiten der Bauern zu kämpfen. Über 20 Jahre war er zudem im Gemeinderat der Gemeinde Engelsberg vertreten. Jetzt lässt er es natürlich altersbedingt ruhiger angehen. Aber er ist seit 47 Jahren Mesner in der kleinen Maisenberger Kirche, immer noch aktiv und für die Pflege zuständig, fürs Aufsperren, wenn jemand die Kirche sehen möchte und auch fürs Läuten.
Vor 60 Jahren hat er seine Jägerprüfung abgelegt und auch eine Fischerprüfung durfte nicht fehlen. Als junge Mann hat er zudem gerne Theater gespielt und war viele Jahre beim Peterskirchner Theaterverein aktiv. Natürlich war er auch 25 Jahre lang aktiver Feuerwehrmann der Maisenberger Feuerwehr und hat eine Ausbildung als Rettungssanitäter.
Gerne ist er auch gereist, hat für den Bauernverband viele Auslandsreisen organisiert und viele erinnern sich noch an so manch schöne Reise mit ihm. Andreas Kainzmaier blickt auf ein nicht immer leichtes Leben zurück, vor einigen Jahren hat ihm mal ein ausgerissener Stier aus der Nachbarschaft umgerannt – da hat es lange gedauert, bis er wieder fit war. Aber auch solche unglückliche Dinge erzählt er mit einem gewissen Witz und lässt sich davon nicht beeindrucken. Sein Glas ist immer halb voll, wie er seine Lebenseinstellung formuliert. gg