Schützen holen verspätete Feier nach

von Redaktion

Altmühldorfer Schützenverein Frohsinn besteht seit 105 Jahren – Pflege der Gemeinschaft als Ziel

Mühldorf – Mag sich mancher wundern, dass ein Verein sein 105-jähriges Bestehen feiert, dem sei gesagt, dass sich die Verantwortlichen beim Altmühldorfer Schützenverein Frohsinn auch gewünscht hätten, vor fünf Jahren ihr Gründungsfest zum 100. zu begehen. Allerdings: Corona hatte ihnen 2021 einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Jetzt aber war es so weit, das Fest konnte nachgeholt werden. Viele Menschen, die das Jubiläum mitfeiern wollten, stellten sich an der Grundschule in Altmühldorf zu einem beeindruckenden Festzug auf und marschierten, musikalisch begleitet von der Blaskapelle Altmühldorf, zur Pfarrkirche St. Laurentius.

Zwei Wirtshäuser
als Aushängeschilder

Die Geistlichkeit war mit Stadtpfarrer Klaus Vogl und Diakon Dr. Marc Stegherr vertreten, ebenso mit Pastoralreferentin Claudia Stadler und ihrem Mann, dem Diakon Alfred Stadler. Es folgten die neue Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber, ihr Ehemann Edwin und Landrat Maximilian Heimerl. Bezirksrätin Claudia Hausberger war ebenso da wie die stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag und Erich Jungwirth, der Gauschützenmeister. Michael Hetzl, der Vorgänger von Claudia Hungerhuber, durfte als Schirmherr des Jubiläums auch nicht fehlen. Es waren aus dem Ort vertreten die Freiwillige Feuerwehr und die Krieger- und Soldatenkameradschaft. Auch die umliegenden Schützenvereine hatten sich die Ehre gegeben: die Schützengesellschaft Mößling, die Edelweiß-Schützen aus Eichfeld und die Königlich-privilegierten Feuerschützen Mühldorf.

In der Einleitung des Festgottesdienstes sagte Dekan Vogl: „105 Jahre sind eine gewaltige Zeit. Die Schützen haben den Auftrag, die Gemeinschaft zu pflegen und zu gestalten. Vereine, Gesellschaft und Kirche gehören zusammen, das haben wir eben beim Festzug erlebt.“ Claudia Stadler hielt die Predigt und betonte: „Schön, dass wir heute in der Kirche zusammen feiern. Ich bin zwar keine Fachfrau, hatte jedoch schon einmal ein Gewehr in der Hand, als ich die Schießanlage der Mühldorfer Feuerschützen einweihen durfte. Von Andreas Frauendienst habe ich gelernt, was beim Schießen wichtig ist: Man muss den richtigen Umgang mit der Waffe lernen, Verantwortung tragen und es braucht Ruhe, Konzentration und einen festen Stand. Und ich muss ein Ziel vor Augen haben.“

Nach der schönen, von der Blaskapelle Altmühldorf musikalisch gestalteten Messe weihte Pfarrer Vogl das Fahnenband. Schützenmeister Andreas Frauendienst begrüßte die Gäste und stellte die Bedeutung und Wichtigkeit des Ortsteils Altmühldorf dar, den er als „autark“ bezeichnete: „Wir haben eine Kirche und die passenden Seelsorger, eine Feuerwehr, eine Musik und zwei Wirtshäuser.“

Für Mühldorfs neues Stadtoberhaupt Claudia Hungerhuber war es das erste Grußwort: „Es freut mich, dass heute bei schönstem Wetter so viele Gäste gekommen sind. Ein Hauptanliegen der Frohsinn-Schützen ist es, das Dorfleben und das Miteinander in Altmühldorf aufrechtzuerhalten. Ihr seid zwar autark, aber wir freuen uns trotzdem, euch in Mühldorf dabeizuhaben.“ Schirmherr Michael Hetzl ging auf die Geschichte des Vereins ein: „In den unruhigen 1920er-Jahren beginnt eure Geschichte, ihr habt den Zweiten Weltkrieg überstanden und euch danach wiedergegründet. Auch die Eingliederung in die Stadt Mühldorf habt ihr überlebt. Durch euch funktioniert das kulturelle Leben in Altmühldorf.“

Landrat Heimerl
nennt drei Aspekte

Landrat Max Heimerl konzentrierte sich auf drei Aspekte: „Dankbarkeit – für die Vereinsgründer und die, die den Verein in den Jahrzehnten erhalten haben. Und wir sollten dankbar sein, dass wir in Freiheit und Demokratie leben. Stolz – auf das, was ihr erreicht habt. Zuversicht – ihr tut etwas Sinnvolles und sorgt euch um den Nachwuchs.“ Die Bedeutung eines Schützenvereins stellte Gauschützenmeister Erich Jungwirth in den Mittelpunkt: „Beim Schießsport setzt man sich zusammen und hat Spaß. Er verbindet Gesellschaftsschichten und leistet einen wichtigen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt.“

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