Mühldorf – War es Brandstiftung? Diese Frage beschäftigt derzeit die Polizei Mühldorf im Fall der brennenden Strohballen vom vergangenen Sonntag. Ein 49-Jähriger hatte die Rettungskräfte alarmiert. Er hatte zuvor zwei Jugendliche beobachtet, die sich auf E-Scootern fluchtartig von einem Feldstück an der Luxemburgstraße entfernten. Zu diesem Zeitpunkt standen dort bereits mehrere Strohballen in Flammen.
Parallel zu den Löscharbeiten lief eine groß angelegte Fahndung an. Ungewöhnlich für einen Vorfall dieser Art war die Beteiligung eines Polizeihubschraubers. Eine Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen und innsalzach24.de ergab, dass die Luftunterstützung eher dem Zufall geschuldet war: Der Hubschrauber befand sich wohl aufgrund einer Vermisstensuche bereits in der Nähe, soll wohl den Funkverkehr mitgehört und sich spontan an der Suche nach den flüchtigen Jugendlichen beteiligt haben.
Der Erfolg der Fahndung stellte sich schließlich am Boden ein – allerdings durch auswärtige Unterstützung. Beamte der bayerischen Bereitschaftspolizei aus München, die eigentlich wegen einer anderen Angelegenheit in Mühldorf waren, konnten sieben Jugendliche feststellen, auf die die Personenbeschreibung zutraf. Die Polizei hat die Identitäten aller angetroffenen Personen festgestellt. Ob es sich bei den Jugendlichen tatsächlich um die Personen handelt, die direkt am Brandherd gesehen wurden, ist derzeit noch Gegenstand der Ermittlungen. Ebenfalls unklar bleibt die genaue Brandursache. Während die Polizei wegen eines Branddelikts ermittelt, ist noch nicht bestätigt, ob das Feuer vorsätzlich gelegt wurde oder ob zum Beispiel fahrlässig eine weggeworfene Zigarette die Strohballen entzündete. Insgesamt 123 Feuerwehrleute der Wehren aus Mühldorf, Mößling, Mettenheim, Erharting, Lochheim, Niederbergkirchen und Töging waren am Sonntag am Brandort. Unterstützt wurden sie von acht Einsatzkräften des Roten Kreuzes sowie der Kreisbrandinspektion. Durch das schnelle Eingreifen konnten die brennenden Ballen rasch gelöscht und ein Übergreifen des Feuers verhindert werden.
Die Polizeiinspektion Mühldorf bittet um Mithilfe. Wer sachdienliche Angaben zum Brand oder zu den flüchtenden Personen auf den E-Scootern machen kann, soll sich unter Telefon 08631/36730 melden. Melanie Hoog