Töging – Nachdem die Newcastle-Krankheit in den vergangenen Wochen für ordentlich Schlagzeilen gesorgt hatte, konnte nun in Töging am Inn die Hasenpest nachgewiesen werden. Wie das Landratsamt Altötting in einer offiziellen Pressemitteilung erklärte, soll ein verendeter Feldhase damit infiziert gewesen sein. Doch welche Auswirkungen hat dieser Virus für den Menschen?
„Erst einmal ist es so, dass der Fund in Töging der einzige ist und uns noch keine weiteren Fälle bekannt sind“, erklärt Markus Huber, Pressesprecher des Landratsamtes Altötting, auf Anfrage von innsalzach24.de. „Die Hasenpest wird von einem bestimmten Bakterium verursacht, das in erster Linie bei frei lebenden Nagetieren und Hasenarten vorkommt.“
Ob Stallhasen auch von dem Virus betroffen sein können, könne er nicht sagen: „Infizierte Tiere zeigen die Symptome einer fieberhaften Allgemeininfektion mit Abmagerung oder auch Schwäche auf. Dadurch verlieren die Tiere ihre natürliche Scheu“, so der Pressesprecher weiter. „Die Krankheit kann durch Kontakt mit infizierten Tieren auch auf den Menschen übertragbar sein.“
Die Folgen können hohes Fieber, Lymphknotenschwellung sowie Kopf- und Gliederschmerzen sein: „Wichtig ist primär eine rechtzeitige Behandlung. Je früher die Krankheit erkannt werden kann, desto besser. Eine erfolgreiche Therapie ist dabei mit Antibiotika gut möglich“, gibt Huber zu Protokoll. „Eine bestimmte Prophylaxe ist uns hingegen nicht bekannt.“
„Besonders gefährdet sind etwa Jäger, die immer wieder mit solchen Wildtieren in Kontakt kommen“, verrät der Sprecher. „Der ungeschützte Kontakt mit solchen Lebewesen oder deren Kadavern soll vermieden werden.“ Bei entsprechenden Symptomen sollte auch an eine Tularämie-Infektion gedacht werden. Im vorliegenden Fall wurde vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mittels PCR die Hasenpest festgestellt.
Laut dem Landratsamt Altötting sollen Feldhasen in Deutschland das Hauptreservoir für den Erreger der Tularämie darstellen und für diese Erkrankung zudem extrem empfänglich sein.
Auch weitere Wildtiere sowie Zecken und stechende Insekten können den Erreger in sich tragen. Deswegen ist ein guter Zeckenschutz für Menschen ebenfalls von Vorteil.