Erinnerung und Gedenken unverzichtbar

von Redaktion

KSRK Mühldorf legt Kranz in Costermano nieder

Mühldorf – Unter dem Motto „Gegen das Vergessen“ startete der Kreisverband Mühldorf der Krieger-, Soldaten- und Reservistenkameradschaften eine viertägige Fahrt an den Gardasee. Reiseleiterin Irmgard Wagner hatte ein umfangreiches Programm ausgearbeitet. Wichtigster Punkt war die Gedenkzeremonie für die Gefallenen am Soldatenfriedhof Costermano.

Dr. Hans Dworzak hielt die Gedenkrede: „Kriegsgräberstätten gibt es weltweit und in fast jeder deutschen Stadt. Dort liegen nicht nur Soldaten, sondern auch unzählige Frauen, Männer und Kinder, die Opfer von Gewalt wurden.“

In Costermano ruhen seit 1967 22.000 meist deutsche Gefallene. Er erinnerte auch an die 100.000 italienischen Soldaten, die in den letzten 15 Kriegsmonaten in Norditalien fielen. Zudem sei es die Endzeit des Naziregimes gewesen, in der die SS in Oberitalien mit der „Aktion R“ Juden, Partisanen und Verdächtige jagte und Massaker mit Hunderten Ermordeten verübte. Die Summe der Opfer übersteige unser Vorstellungsvermögen.

Besonderen Dank richtete Dworzak an die jungen Leute, auch aus dem Landkreis Mühldorf, die ihre Freizeit der Grabpflege in Costermano widmen. Das Gedenken bleibe eine nationale Aufgabe, denn Deutsche und Europäer dürften die Lehren aus der Geschichte niemals vergessen. Dworzak zitierte Max Mannheimer. Sein Appell lautete: Die europäische Jugend muss zusammengeführt, für Europa begeistert und in europäischer Geschichte ausgebildet werden. Ein größerer, besser finanzierter Jugendaustausch sei nötig, um kulturelles Verständnis und Gemeinsamkeiten zu fördern. Die Kriegsgräberpflege zähle dazu, denn das Ziel des Volksbundes sei „Versöhnung über den Gräbern“ und „Frieden schaffen“. stn

Artikel 1 von 11