Unterreit – Mit lautem Jubel, strahlenden Gesichtern und zünftiger Blasmusik wurde unlängst das neue Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Grünthal willkommen geheißen. Zahlreiche Bürger – darunter auch die Nachbarwehren – ließen es sich nicht nehmen, das neue Schmuckstück persönlich in Augenschein zu nehmen. Einen hochmodernen Versorgungs-Lastkraftwagen (V-Lkw), der künftig unter dem Funkrufnamen „Florian Grünthal 56/1“ unterwegs ist.
Die Neuanschaffung markiert aber auch das Ende einer Ära. Der bisherige Rüstwagen der Grünthaler Wehr hat stolze 56 Jahre auf dem Buckel. 1991 wurde er gebraucht von der Feuerwehr Bad Reichenhall übernommen und leistete 34 Jahre treue Dienste. Doch technisch und sicherheitstechnisch entsprach das Fahrzeug längst nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Spezialisten für den
Waldbrandeinsatz
„Ein Ersatz war unumgänglich“, sagt Grünthals Kommandant Werner Huber.
Dass es nun ein V-Lkw geworden ist, liegt an einer strategischen Entscheidung der Kreisbrandinspektion. Um den Waldbrandschutz im Landkreis Mühldorf massiv auszubauen, wurden die Wehren Haag, Erharting und Grünthal zu speziellen „Waldbrandwehren“ ernannt. In dieser neuen Rolle übernimmt die Feuerwehr Grünthal eine überörtliche Aufgabe: Sie erhält vom Landratsamt fünf spezielle Rollcontainer, die vollgepackt mit Equipment für die Vegetationsbrandbekämpfung sind. Da diese Container mobil sein müssen und viel Platz beanspruchen, war die Anschaffung eines Lkw die logische Konsequenz. Der Aufbau auf einem Mercedes-Benz-Fahrgestell wurde von der Fachfirma Geidobler aus Soyen realisiert.
Ein großer Fortschritt zeigt sich auch in der Mannschaftsstärke: Das neue Fahrzeug bietet Platz für sechs Personen – doppelt so viel wie der alte Rüstwagen.
Ein genauerer Blick auf die Beladeliste zeigt die enorme Schlagkraft des neuen Gefährts: ein Faltbehälter mit 8.000 Litern Fassungsvermögen, unter anderem 20 Feuerpatschen, sechs Wiedehopfhauen, verschiedene Schläuche und eine Menge an Spezialwerkzeug, zum Beispiel für das Öffnen von Glutnestern. Für die mobile Brandbekämpfung befinden sich auf dem Wagen zudem zehn Löschrucksäcke. Ein LED-Strahler sorgt darüber hinaus für die nötige Beleuchtung bei nächtlichen Einsätzen.
Finanziert wird der Versorgungs-Lastkraftwagen unter anderem durch eine Staatsförderung in Höhe von 55.000 Euro. Der Feuerwehrverein steuert stolze 20.000 Euro aus eigener Tasche bei.
Hinzu kommen zahlreiche private Spenden, finanzielle Unterstützung der ortsansässigen Firma Uniper Energy Storage GmbH (Erdgasspeicher Bierwang), der Gemeinde und des Landkreises sowie der Erlös aus dem Verkauf des alten Rüstwagens. Die spezielle Waldbrand-Ausrüstung wurde komplett durch den Katastrophenschutz gestellt.
Kommandant Werner Huber brachte es am Abend auf den Punkt: „Das ist eine klassische Win-Win-Situation für alle.“ Sichtlich stolz über das neue Aufgabengebiet fügte er hinzu: „Natürlich bedeutet das für uns neue Arbeit und neue Lernfelder, aber es ist ein sehr gutes Gefühl, zu wissen, dass wir hier einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit leisten können – auch weit über unsere Gemeindegrenzen hinaus.“
Mannschaftstransporter
für Feuerwehr Wang
Ebenso begeistert zeigte sich der noch amtierende Bürgermeister Christian Seidl: „Das ist ein echtes Highlight zum Abschluss meiner Amtsperiode.“ Für den Rathauschef gibt es aber gleich doppelten Grund zur Freude. Denn auch die Feuerwehr Wang hat kürzlich Zuwachs bekommen: einen Mannschaftstransportwagen (MTW). „Ich bin stolz auf das, was die drei Feuerwehren in der Gemeinde leisten“, betonte Seidl. „Dieses Engagement gehört auch dementsprechend unterstützt.“