Beratung und Präventionsarbeit in komplexen Lebenslagen

von Redaktion

Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt legt Tätigkeitsbericht 2025 vor

Mühldorf – Die staatlich anerkannte Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen am Gesundheitsamt Mühldorf hat ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Nachfrage nach Beratung rund um Schwangerschaft, Geburt, Konfliktsituationen, Sexualität, Verhütung und Familienplanung ist weiterhin hoch. Zugleich nehmen die Komplexität der Fälle und der Bedarf an finanzieller Unterstützung spürbar zu. Insgesamt blieb die Zahl der Kontakte 2025 auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, die Beratungsstunden stiegen jedoch an. Persönliche Beratungen haben leicht zugenommen, während längere telefonische Beratungen – wie bereits in den vergangenen Jahren – deutlich rückläufig sind. Als Gründe sehen die Fachkräfte veränderte Kommunikationsgewohnheiten und die eigenständige Informationssuche im Internet. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag erneut auf der Schwangerschaftsberatung: Frauen, Männer, Paare und Familien werden über gesetzliche Leistungen wie Mutterschutz, Elternzeit, Elterngeld, Bürgergeld, Familiengeld oder Kindergeld informiert, zu finanziellen Hilfen beraten und manchmal auch in und nach der Schwangerschaft begleitet.

Zunehmend im Fokus stehen Beratungen zu Wohngeld, Kinderzuschlag und weiteren Sozialleistungen, da viele Familien nach der Geburt aufgrund sinkender Einkommen auf Unterstützung angewiesen sind. Die Schwangerschaftskonfliktberatung machte 2025 knapp ein Drittel der persönlichen Erstberatungen aus. Häufigste Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch waren psychische Überforderung, hohe Anforderungen an die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, körperliche Erschöpfung sowohl persönliche und globale Krisen.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Partnerbeteiligung in der Konfliktberatung deutlich gestiegen ist. Rund 27 Prozent der Beratungskontakte fanden nach der Geburt statt. Themen sind hier vor allem die Bewältigung der veränderten Familiensituation und Unterstützung bei der Vielzahl von Anträgen – von Elterngeld über Kinderzuschlag bis hin zu Wohngeld und Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Steigende Lebenshaltungskosten und Energiepreise belasten viele Familien zusätzlich und führen zu einem höheren Beratungsbedarf. In einzelnen Fällen entwickelt sich daraus eine längerfristige, intensive Begleitung. „Die Prävention, vor allem in Form von sexueller Bildung, liegt uns sehr am Herzen“, erklärt Carola John-Hofmann von der Beratungsstelle. „Unser Ziel ist, einen achtsamen Umgang mit sich und anderen zu fördern, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden und allgemein, die Jugendlichen dabei zu unterstützen, selbstbestimmte und informierte Entscheidungen zu treffen.“

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