Polling – Sein Lebensmotto lautete „Carpe diem – nutze den Tag, und warte nicht auf den perfekten Zeitpunkt, sondern mache aus dem Moment das Beste“. Etwas aufzuschieben war nicht seine Art, weder in seinem Privatleben noch in seinem Beruf als leitender Angestellter der DB Netz AG. Willi Skudlik (64) ist am Donnestag, 23. April, überraschend verstorben. Er wurde von den Menschen, die ihn umgaben – seiner Familie mit Ehefrau Hannelore und Tochter Stefanie mit ihrem Ehemann Stefan, seinen Kollegen, Freunden, Verwandten und den Menschen in Polling – als jemand gekannt, der andere mit seiner Lebensfreude und Energie mitzureißen verstand.
Er begeisterte sich für vieles, sei es für seine berufliche Entwicklung, seine vielfältigen sportlichen Aktivitäten oder auch für die Belange der Gemeinde Polling, für die er sich 24 Jahre lang als Gemeinderat und im Verwaltungsrat einsetzte. Sein Verhalten war in allen Lebenslagen geprägt von Gerechtigkeit, Fairness und Toleranz. Sein Trachten ging nach einem gütlichen Miteinander. Insbesondere die Unterstützung Schwächerer war ihm ein großes Anliegen.
Über all dem stand jedoch seine Familie, für die er der liebevolle Ehemann und treu sorgende Vater war, stets da und mit Rat und Tat zur Seite stehend: „Der Papa war wie ein Fels in der Brandung“, schreibt Tochter Stefanie in der Grabrede, in der sie ihn und sein Leben Revue passieren lässt.
Wilhelm Skudlik wurde am 16. August 1961 in Augsburg geboren und wuchs dort gemeinsam mit seinem Bruder auf. Er besuchte die Realschule und absolvierte im Anschluss eine Ausbildung bei der Deutschen Bahn, wo er zunächst als Fahrdienstleiter tätig war. Durch stetige Fortbildung hatte er sich beruflich bis in eine Führungsposition als leitender Angestellter der DB Netz AG hochgearbeitet, die er in den letzten 15 Jahren seines Berufslebens innehatte, ehe er sich im August 2025 in den Ruhestand verabschiedete.
Dies geschah schon vor dem regulären Renteneintrittsalter, denn er wollte seine Zeit nutzen und gesund gehen, wie er damals betonte. Eine Zeit, die er vor allem mit seiner Hannelore, die er 1985 im Rahmen einer Fortbildung kennengelernt und 1989 geheiratet hatte, verbringen wollte. Auch freute er sich mit ihr auf die bevorstehende Geburt der Enkeltochter. An Silvester sagte er noch, wie glücklich er sei, dass die Familie so sehr zusammenhalte, und er wünschte sich, dass es so bleibe, weil es einfach perfekt sei. Es war nun mehr Zeit für Aktivitäten, für seinen geliebten Schwimmteich, den er während der Corona-Pandemie angelegt hatte, für seine Hobbys und hier vor allem für das Reisen in ferne Länder. Noch im März dieses Jahres war er mit seiner Frau in Vietnam und Kambodscha, eine Reise, die er von langer Hand geplant und auf die er sich so sehr gefreut hatte. Es war seine letzte Urlaubsreise und es blieb ihm verwehrt, die Geburt seiner Enkelin zu erleben. Ein Arztbesuch aufgrund von Schulterbeschwerden brachte die erschütternde Diagnose einer schweren Erkrankung, die keine Aussicht auf Gesundung hatte. Doch auch in dieser Zeit blieb Willi Skudlik seiner Maxime treu, blieb positiv und kämpfte gegen die Krankheit an, nicht verbittert, sondern immer mit Zuversicht – bis zu seinem Tod.