Waldkraiburg – Mit vereinten Kräften wurde gestern am Gymnasium Waldkraiburg der Maibaum aufgestellt. Bereits zum vierten Mal pflegte die Schulgemeinschaft damit eine Tradition, die bayerisches Brauchtum und schulisches Leben auf besondere Weise miteinander verbindet. Doch in diesem Jahr verlief die Veranstaltung nicht ganz nach Plan.
Der Pausenhof war gestern prall gefüllt mit Schülerinnen und Schülern aus allen Jahrgangsstufen, die sich das Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen wollten. Bei strahlendem Frühlingswetter und begleitet von zünftiger Blasmusik herrschte eine ausgelassene Stimmung.
Doch zunächst musste ein Problem gelöst werden: Der Maibaum war am Vortag spurlos verschwunden! Wie sich herausstellte, hatten Diebe – bestehend aus einer Gruppe von Lehrern und Schülern – den festlich geschmückten Baum entwendet.
Eine traditionelle Aktion, die geschickte Verhandlungen erforderte. Schulleiter Thomas Fraundorfner stellte sich der Herausforderung und führte auf dem Pausenhof intensive Gespräche mit den Dieben. Nach zähen Verhandlungen konnte schließlich eine Einigung erzielt werden: Wurstsemmeln und Getränke für die Diebe sowie – zur großen Freude aller Anwesenden – keine Hausaufgaben für sämtliche Schülerinnen und Schüler der Schule.
„Es ist jedes Jahr aufs Neue ein besonderes Erlebnis, wenn die gesamte Schulfamilie zusammenkommt und diese bayerische Tradition lebt“, freute sich Fraundorfner sichtlich erleichtert. „Der kleine Zwischenfall hat dem Fest eine ganz besondere Note verliehen und gezeigt, dass wir auch in kniffligen Situationen gemeinsam Lösungen finden.“
Am Ende des Tages stand der Maibaum fest verankert auf dem Schulgelände, und alle Beteiligten waren glücklich. Das Maibaumaufstellen hat sich seit der ersten Auflage vor vier Jahren zu einem festen Bestandteil im Jahreskalender des Gymnasiums entwickelt und stärkt nachhaltig das Gemeinschaftsgefühl der Schulfamilie – in diesem Jahr mehr denn je.