Sieger Riccardo Klotz versuchte sich beim Rekord.
Wasserburg – „Ein historisches Altstadtspringen“. Diesen Begriff nutzte Ansager Simon Holländer gleich mehrfach beim siebten Altstadtspringen am Samstag in der Herrengasse. Bei den Wettkämpfen in den verschiedenen Altersklassen erlebte die Stadt wieder einmal einen unvergessenen Sporttag mit großartigen Leistungen der Athleten aus diversen Regionen Deutschlands und auch aus den benachbarten Ländern. Gelegenheit, die persönliche Begeisterung durch rhythmisches Dauerklatschen bei jedem Sprung zum Ausdruck zu bringen, gab es jedenfalls genug. Zudem freuten sich eine Reihe der Sportler über persönliche Bestleistungen. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Herren wurde dann auch noch der Meetingrekord eingestellt.
Spannung pur beim Wett-
kampf der Herren
Besonders bemerkenswert: Bei den Männern schafften es gleich vier Athleten, den alten Rekord von 5,40 Metern aus dem Jahr 2023 zu überspringen. Bei idealen Wetterbedingungen wuchsen die Athleten gegen Abend schier über sich hinaus. Neun Springer waren bei den Herren noch bei 5,10 Metern im Wettbewerb, acht sogar noch bei 5,20 Metern. Diese Höhe hätte im vergangenen Jahr noch zum Sieg gereicht.
Nachdem Ulrich Lars (Zweibrücken), Constantin Rutsch (Dortmund), Marec Metzger (Gräfelfing) und Riccardo Klotz (Innsbruck) dann auch noch die 5,40 Meter übersprungen hatten, schien ein neuer Meetingrekord greifbar nahe. Die kurzfristig noch versprochene Sonderprämie von 500 Euro, sollten die 5,50 Meter geknackt werden, verdiente sich allerdings dann keiner der vier. Fast hätte es allerdings der Innsbrucker Riccardo Klotz in seinem dritten Versuch geschafft. Er war eigentlich beim Sprung schon jenseits der Latte und landete bereits auf der Matte, als sich das minimal berührte ‚Stangerl‘ in luftiger Höhe dann doch noch zum Fallen entschloss.
Ebenfalls den Meetingrekord von 4,40 Metern stellte die Zweibrückerin Tamineh Steinmeyer bei persönlicher Bestleistung ein, die EM-Bestätigungsnorm von 4,45 Metern verfehlte sie im Anschluss nur knapp. Ihren Wettbewerb gewann sie allerdings souverän unter den Augen des Bundestrainers Andrei Tivontchik vor Moana-Lou Kleiner aus Potsdam, die 4,10 Meter übersprang. Die Siegerin, erstmals in der Innstadt, freute sich nach ihrem Sieg besonders über die Superstimmung in Wasserburg und versprach spontan, nächstes Jahr wiederkommen zu wollen.
Auch die Nachwuchstalente aus Wasserburg und Südbayern gaben ihr Bestes. Gleich 16 persönliche Bestleistungen wurden in ihren Gruppen eingestellt oder übertroffen. Die Sieger im Wettbewerb Männliche Jugend U20 Ben Duwenbeck (Dortmund) und Ben Silas Kribelbauer (Zweibrücken) schafften mit ihren Sprüngen über 5,12 Meter sogar die Weltmeisterschaftsnorm U20 und bewiesen damit nachdrücklich, dass Wasserburg allerbestes Pflaster für den Stabhochsprung ist.
Ein gelungenes Fest für
Sportler und Besucher
Aus den Reihen des wieder zahlreich erschienenen Publikums hörte man den Tag über nur lobende Worte. Auch Bürgermeister Bastian Wernthaler in seiner neuen Funktion freute sich über den fantastischen Event, die erfolgreichen Vorbereitungen und den Verlauf unter Federführung von Willy Atzenberger und Walter Kurzbuch. Die Rasenkraftsport- und Leichtathletik-Abteilung mit Unterstützung der Fußballer habe mit ihrem ehrenamtlichen Engagement wieder dafür gesorgt, dass Wasserburg sich als Sportstadt präsentieren könne und Topleistungen auch nach außen getragen würden. Kein Wunder, dass die Organisatoren Grund zum Freuen hatten und die Siegerehrungen sichtlich genossen, bei denen sie von Stadtrat Jakob Schedel, Bürgermeister Maximilian Heilmann aus Schonstett sowie Bastian Wernthaler als neuem Wasserburger Stadtoberhaupt unterstützt wurden.
Wer mal vom Zuschauen Pause machen wollte, für den standen auch die Tombola, eine dauerhaft umlagerte Hüpfburg, das Kinderschminken, die Speedwurf-Anlage oder die von der kürzlich neu gegründeten Dart-Abteilung des TSV betreute XXL-Dartscheibe bereit. Und hungern brauchte den Tag über auch niemand. Unterschiedliche kulinarische Spezialitäten standen bereit. Letztlich kamen angesichts der gezeigten Leistungen wohl die meisten Zuschauer auf ihre Kosten. Dass durchgehend Beifall gezollt wurde, auch bei geringeren Höhen, war besonders erfreulich. Unter Beifall-Klatschen und Anfeuern steigerte sich die Begeisterung bis zum abschließenden Wettkampf der Herren, der spannender nicht sein konnte, immer mehr. Das Jubeln bei jedem gelungenen Sprung ebbte nie ab und hinterließ bei vielen Besuchern den Eindruck, an einem besonderen Sportfestival dabei gewesen zu sein.