Mehr Grün gegen die Hitze

von Redaktion

Mehr Bäume, Wasserelemente und Schatten sollen das Grau am Sartrouvilleplatz ersetzen. Mit Fördergeldern vom Bund soll der Platz besser an heiße Sommer angepasst werden. Im Stadtrat stießen die Pläne auf breite Zustimmung, aber es gab auch Kritik an dem Vorhaben.

Waldkraiburg – Die vergangenen Tage haben bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Sommer gegeben: An heißen Tagen wird der Sartrouvilleplatz schnell zur Hitzeinsel. Kaum Schatten, aufgeheizte Steinflächen und wenig Grün verwandeln den Platz schnell in eine Hitzefalle.

Solche Szenen sind kein Einzelfall mehr. Auch in der Region gibt es immer mehr heiße Tage und Tropennächte. Vor allem Städte sind davon besonders betroffen: Versiegelte Flächen speichern Wärme, während Grün und Schatten fehlen. Das soll sich in Waldkraiburgs Stadtmitte ändern: Der Sartrouville-Platz könnte zu einer grünen Mitte mit vielen Bäumen und Wasserelementen werden.

Vorerst keine finanzielle
Verpflichtung

Noch ist nichts entschieden, aber der alte Stadtrat wollte sich zumindest die Chancen auf Fördergelder vom Bund sichern. Insgesamt 80 Millionen Euro stellt der Bund aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit, um Städte und Gemeinden bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Innerstädtische Räume sollen damit klimaresistent werden und ein Mehr an Aufenthaltsqualität bieten.

Passende Projekte können mit bis zu 80 Prozent, bei einer Haushaltsnotlage sogar mit bis zu 90 Prozent und bis zu acht Millionen Euro gefördert werden. Den Rest muss die Stadt aus eigener Tasche bezahlen. In der vorliegenden Planung geht man von geschätzten Kosten in Höhe von rund 3,7 Millionen Euro aus. Je nach Förderquote müsste die Stadt zwischen 370.000 und 740.000 Euro selbst tragen.

„Die Pläne dazu liegen in der Schublade“, verwies der scheidende Bürgermeister Robert Pötzsch in seiner letzten Sitzung auf erste Vorplanungen, die im Zusammenhang mit dem geplanten Rathaus-Neubau entstanden sind. Darauf könnte die Stadt jetzt zurückgreifen und Projektskizzen bis 30. Juni einreichen.

„Daraus entsteht erst einmal keine Verpflichtung“, erklärte Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Erst zu einem späteren Zeitpunkt müsse der Beschluss für eine finale Entscheidung getroffen werden.

Über mehrere Fraktionen herrschte darüber Einigkeit, die Chance nicht verstreichen zu lassen – auch wenn der Eigenanteil eine finanzielle Herausforderung werden könnte. Kritik hingegen kam aus der AfD-Fraktion. Angesichts der angespannten Haushaltslage sollte sich nach Meinung von Tatjana Zapp (AfD) die Stadt auf Pflichtaufgaben und Investitionen in die Infrastruktur konzentrieren.

Der Zuschuss sei ihrer Meinung nach ein Beispiel für „ein politisch motiviertes Förderprogramm“, dessen Nutzen fraglich sei. Der Platz würde dadurch nicht belebt werden, weil es an Geschäften fehle. Einen größeren Mehrwert würde die AfD-Fraktion dagegen im Waldbad sehen.

Chance für die
Stadtentwicklung

Als zweites mögliches Projekt hätte sich noch das Waldbad-Gelände angeboten. Aber wie es im Verlauf der weiteren Diskussionen deutlich wurde, hätte das Bad dazu in ein Naturbad umgewandelt werden müssen. „In aller Konsequenz. Das Waldbad wäre dann etwas anderes geworden“, erklärte Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Für das Waldbad würden andere Förderprogramme besser passen.

Die Mehrheit im Stadtrat wollte die Diskussionen aber nicht auf die finanzielle Situation beschränken – zumal noch keine finanziellen Verpflichtungen entstehen. „Wir diskutieren jetzt nicht übers Geld. Die Kommunen fordern Unterstützung vom Bund und dann würde man diese jetzt nicht annehmen“, entgegnete Pötzsch auf die ablehnende Haltung der AfD-Fraktion.

Finanzielle Risiken sehen andere Stadträte aktuell nicht. „Wir sollten die Chance nutzen und sehen, was daraus wird“, sagte Karl-Heinz Stocker (CSU). Für ihn sei es der falsche Weg, gegen eine Begrünung zu sein.

Mehrwert für
die Bürger

Zukunftsorientiert und nicht rückwärtsgewandt sollte man nach Meinung von Michael Steindl (UWG) entscheiden. „Wir sollten für die Bevölkerung die Möglichkeit schaffen.“ Eine begrünte Mitte bringe die Leute eher in die Innenstadt. Auch Bauamtsleiter Schwunck sah darin einen Mehrwert. Menschen würden länger auf dem Platz verweilen, was sich positiv auf die Geschäfte auswirke. „Das ist eine große Chance für die Stadtentwicklung.“

Mit den drei Gegenstimmen der AfD-Fraktion stimmte der Stadtrat dafür, sich am Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ zu beteiligen. Im Beschluss ist festgehalten, dass der Eigenanteil nur im Falle einer Förderzusage und nach gesonderter Beschlussfassung bereitgestellt wird.

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