Neumarkt-St. Veit – Gravel-Bike oder E-Bike, Rennrad oder Hollandrad, Lastenrad und City-Bike, Mountainbike oder Trekkingrad. Wer heutzutage ein Fahrradgeschäft betritt, hat die Qual der Wahl. Für jeden Geschmack lässt sich das passende Fahrrad finden. Die technische Entwicklung macht es möglich, dass Radfahren bis ins hohe Alter möglich ist. Mehrere Tausend Euro kann man heute ausgeben, wenn man sein Wunschrad zusammenstellen lassen will.
Vom „Velociped“ zur
High-Tech-Maschine
Das war anno dazumal noch nicht möglich, kostspielig war ein „Velociped“ – so nannte man die ersten kurbelbetriebenen Fahrräder. „So ein Radl kostete selbst gebraucht immer noch 480 Mark“, weiß etwa Walter Jani, selbst Ehrenvorstand beim Radfahrverein „Frisch auf“ von Neumarkt-St. Veit, der in diesem Jahr auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicken kann. „Der jährliche Verdienst eines königlichen Postboten lag seinerzeit bei 800 Mark“, stellte Jani schon bei einem Vortrag vor zehn Jahren die Kosten in Relation.
Kein billiges Hobby also. Dennoch haben schon 1884 erste Rennen im Landkreis stattgefunden, unter anderem in Frauenhaselbach. Auch ein Radlverein „All heil“ Neumarkt taucht in Zeitungsartikeln auf, doch ein konkretes Datum wird erst mit der Gründung des Radfahrvereins „Frisch auf“ genannt. Das war am 27. Februar 1926.
Jetzt, 100 Jahre später, verfügt der Verein über eine ausführliche Chronik mit vielen Fotos, die im Laufe der Jahre von Schwarz-Weiß allmählich in Farbbilder übergegangen waren. Mit Fahrrädern, an denen der Fortschritt eindeutig erkennbar ist, wenn etwa die Neumarkter Radler sich wieder einmal zu einer Fernfahrt über die Alpen aufgemacht haben. Seit mehreren Jahrzehnten mit der Partnerstadt Caneva in Italien als Ziel.
Film über Extremradler Gerhard Dashuber
Den 100. Geburtstag feiern die Neumarkter Radler nun mit einer Veranstaltungsserie, an deren Anfang ein ganz besonderer Film über Extremradler Gerhard Dashuber steht: „Seven Summits – Jeder Kilometer zählt“. Der Film wird am Sonntag, 17. Mai, um 19 Uhr im Herzoglichen Kasten (Bücherei) in Neumarkt-St. Veit zu sehen sein.
Die Dokumentation begleitet eine außergewöhnliche Alpen-Challenge, bei der zehn Teilnehmer innerhalb einer Woche rund 43.000 Höhenmeter für einen guten Zweck bewältigten. Der Film liefert einen intensiven und ehrlichen Blick hinter die Kulissen eines Projekts, das organisatorisch, menschlich und logistisch an vielen Stellen zur echten Herausforderung wurde. Die Zuschauer erleben hautnah, was es bedeutet, eine solche Tour über mehrere Alpenregionen hinweg umzusetzen.
Die Kameraleute waren nicht nur Beobachter, sondern mitten im Geschehen. Sie begleiteten die Teilnehmenden auf den Anstiegen, in den Etappenorten, bei schwierigen Momenten, bei Erschöpfung, Zweifel, Freude und Teamgeist. Beeindruckende Aufnahmen aus einer grandiosen Bergwelt garnieren das Ganze.
Zu sehen sind im Film unter anderem die italienischen Dolomiten, die Region rund um das Stilfserjoch und das Ortler-Massiv, das Kitzbüheler Horn und der Großglockner. Im Mittelpunkt steht der Gedanke von Radeln und Helfen: sportliche Herausforderung mit sozialem Engagement zu verbinden. Jeder gefahrene Kilometer, jeder Höhenmeter und jede Anstrengung stehen für das Ziel, Kindern in Not zu helfen.
Sieben Gipfel sind es bei den Neumarkter Radlern zwar nicht, wenn sie passend zum Jubiläumsjahr zur Bike-Challenge einladen, die schon in den Jahren 2023 und 2024 ausgetragen wurde. Aber einige wenige Steigerungen sind natürlich schon mit dabei, wenn sich Radfahrer der Region vier Wochen lang, vom 17. Mai bis zum 14. Juni, auf eine der vom Radfahrverein definierten Strecken begeben.
„Neu ist dieses Mal, dass wir für Familien, Mountainbiker und Rennradfahrer getrennte Strecken anbieten“, erklärt Vorstandsmitglied Jürgen Kollmeder. Die Familientour wird, wie in den beiden vergangenen Malen, knapp 20 Kilometer lang sein. „Sie ist für Familien mit Kindern gedacht und relativ flach“, erklärt Kollmeder. Die Strecke für Mountainbiker befindet sich eher im Gelände und führt über Forst- und Waldwege. Eine längere Distanz auf Asphalt soll schließlich Rennradler zum Mitmachen animieren.
Ein Fahrrad
als Hauptpreis
Start und Ziel befinden sich wieder am Bocciaplatz unweit der Stadtbücherei (Herzoglicher Kasten). Dort ist auch das Plakat, das auf den Wettbewerb hinweist, aufgestellt. Eine Tafel mit Streckenbeschreibung beziehungsweise mit QR-Codes soll ebenfalls noch platziert werden. „Personen, die mitfahren, brauchen dann nur noch ein Bild vor diesem Plakat schießen und mit Namen und Adresse an den Radfahrverein schicken“, erklärt Kollmeder, „per E-Mail oder Whatsapp“. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.frischauf-nsv.de. Unter den Einsendungen werden Preise verlost, als Hauptpreis gibt es ein Fahrrad, gestiftet von VeloVelo.
Die Preisverleihung findet am 11. Juli anlässlich der 100-Jahr-Feier des Vereins statt. Dazu lädt der Radfahrverein ab 15 Uhr in den Schlossgarten Adlstein ein, zunächst bei Kaffee und Kuchen. Ab 16 Uhr folgt ein Vortrag von Jani Walter. Gegen 18 Uhr erzählt Gerhard Dashuber von „Radeln und Helfen“ über seine abenteuerlichen Radtouren, abends gibt es Live-Musik mit der „Rollin‘ Boazn“