Waldkraiburg – Die Industriegemeinschaft stellt sich breiter auf: Aus der IGW Industriegemeinschaft Waldkraiburg und Aschau wird künftig die IGW Industriegemeinschaft Waldkraiburg, Aschau und Umgebung. Diese Satzungsänderung war einer der wichtigsten Beschlüsse bei der ordentlichen Mitgliederversammlung, die in den Räumen der Firma Dickow Pumpen in Waldkraiburg stattfand. Damit, so wurde deutlich, will sich die Gemeinschaft ausdrücklich auch für Unternehmen öffnen, die nicht direkt in Waldkraiburg oder Aschau am Inn ansässig sind, sich aber der Wirtschaftsregion verbunden fühlen.
Vorsitzender Markus Kep von MEDI-Kabel begrüßte neben den Vertretern der Mitgliedsunternehmen auch Waldkraiburgs neu gewählten Bürgermeister Emil Kirchmeier sowie Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich. Gastgeber war mit Dickow Pumpen ein Unternehmen, das beispielhaft für die industrielle Stärke Waldkraiburgs steht: Die Firma entwickelt und baut hochwertige Industriepumpen und maßgeschneiderte Systemlösungen für anspruchsvolle Anwendungen. Ein besonderes Augenmerk galt dem neuen Waldkraiburger Bürgermeister. Emil Kirchmeier stellte sich den Unternehmerinnen und Unternehmern noch einmal persönlich vor und machte deutlich, dass er den Austausch mit der heimischen Wirtschaft nicht nur als Pflichttermin verstehe. „Waldkraiburg ist ein wichtiger Industriestandort – und das soll auch so bleiben“, betonte Kirchmeier. Die Unternehmen in der Stadt und in der Region sorgten nicht nur für Wertschöpfung, sondern auch für qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze. „Mir ist wichtig, mit den Betrieben nicht nur zu Wahlzeiten im Gespräch zu bleiben“, sagte der Bürgermeister. Er wolle Ansprechpartner sein, wenn es um Anliegen, Probleme oder Zukunftsfragen der Unternehmen gehe. Auch Vorsitzender Markus Kep machte in seinem Bericht deutlich, dass die Industriegemeinschaft weit mehr ist als ein lockerer Gesprächskreis. Seit der vergangenen Mitgliederversammlung fanden mehrere Vorstandssitzungen statt, zudem gab es zahlreiche Aktivitäten und Begegnungen. Genannt wurden unter anderem der Neujahrsempfang im Haus der Kultur, Betriebsbesichtigungen, die Lehrlingsehrung, das Fußballturnier sowie die Pflege der Kontakte zur Industrievereinigung Mühldorf. Auch die Arbeitskreise Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Personal und Ausbildung sollen weitergeführt werden. Für die kommenden Monate sind erneut Betriebsbesichtigungen, Treffen der Arbeitskreise und gemeinsame Termine bei regionalen Veranstaltungen vorgesehen. Damit wolle man nicht nur den Kontakt der Unternehmen untereinander stärken, sondern auch Themen aufgreifen, die viele Betriebe gleichermaßen betreffen – von Fachkräften und Ausbildung bis zu Nachhaltigkeit, Energie und Standortfragen. Vorgestellt wurden in der Versammlung unter anderem auch das Spin-out-Programm der Technischen Hochschule Deggendorf sowie das Projekt Ökoprofit.
Keine Beanstandungen gab es beim finanziellen Teil der Versammlung. Die Kassenprüfer bestätigten eine einwandfreie Kassenführung. Anschließend wurden Kassenwart und Vorstandschaft von den Mitgliedern entlastet. Auch die Neufassung der Satzung wurde einstimmig beschlossen. Neben der neuen Namensgebung wurden darin weitere organisatorische Punkte angepasst, unter anderem zur Durchführung der Mitgliederversammlung und zur Vertretung des Vereins. Zum Abschluss rückte die wirtschaftliche Lage der Mitgliedsunternehmen in den Mittelpunkt. Im Gespräch mit der Heimatzeitung beschrieb Markus Kep die Situation als weiterhin angespannt, aber je nach Branche unterschiedlich. Viele Unternehmen hätten nach den schwierigen Jahren während und nach der Corona-Pandemie wieder eine zufriedenstellende Auftragslage erreicht oder seien dabei, sich zu stabilisieren. Gleichzeitig, so Kep, habe es 2025 in einzelnen Betrieben Kurzarbeit gegeben, teilweise seien sogar Auslandsproduktionen geschlossen worden. „Das zeigt, wie volatil die wirtschaftliche Lage weiterhin ist“, so Kep. Viele Betriebe hofften auf eine Beruhigung der weltweiten Konflikte.
Eine Rückkehr zur früheren Normalität werde es aber wohl nicht mehr geben. Die Großmächte beeinflussten Märkte und Lieferketten stärker denn je und bauten ihre strategischen Positionen aus. Hinzu kämen mögliche kurzfristige Preissteigerungen in vielen Branchen, Rohstoffengpässe und die Sorge vor weiteren Störungen im Welthandel.
Besonders energieintensive Unternehmen litten unter den im europäischen Vergleich hohen Energiepreisen in Deutschland. Langfristig bestehen könnten sie nur mit Spezialprodukten, sagte Kep. Sein Fazit fiel entsprechend klar aus: „Die Rahmenbedingungen müssen sich für eine weitere Entwicklung zwingend verbessern. Die Politik ist gefragt.“kr