Mühldorf – Der Kinderhort der Awo Mühldorf ist schon seit geraumer Zeit in Betrieb – jetzt erfolgte seine offizielle Einweihung. Zunächst eröffneten die Awo-Kinder mit dem „Lied der Farben“ – „True colours“ von Cindi Lauper war mit einem deutschen Text versehen worden. Die Kinder schwenkten dazu bunte Bänder. Drei Damen von der Awo – Klara Maria Seeberger, Marianne Zollner und Angelika Kölbl – begrüßten die illustre Gästeschar: Von kirchlicher Seite war der Gemeindereferent von St. Pius, Alexander Weidinger, erschienen. Ihn begleitete der evangelische Prädikant Volker Naurath.
Zahlreiche Ehrengäste
würdigen Projekt
Auf politischer Seite gab sich der Bundestagsabgeordnete Stephan Maier ebenso die Ehre wie die beiden Landtagsabgeordneten Markus Saller und Sascha Schnürer. Von der Bauseite waren Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner und Architekt Josef Utzinger gekommen. Landrat Max Heimerl war mit seiner Stellvertreterin Ilse Preisinger-Sontag präsent. Die frisch in ihr neues Amt eingeführte Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber war da, ebenfalls Zweiter Bürgermeister Stefan Lasner und Dritte Bürgermeisterin Kathrin Enzinger.
In ihrem Grußwort blickte Marianne Zollner zurück: „In zwei Jahren wird der Awo-Kinderhort sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Seine Geburtsstunde war die Gründung einer Schülerhilfe im Haus der Begegnung im Jahr 1983. Anfangs wurden wir noch als ‚Rabenmütter‘ bezeichnet, wenn wir trotz Mutterschaft die Berufstätigkeit wieder aufnahmen. Die Zeiten haben sich geändert, fast alle Mütter sind heute berufstätig. Es gibt mittlerweile einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, auch für Grundschüler, der Bedarf ist immens.“
Landrat Max Heimerl bezeichnete den Awo-Kinderhort als „ein Highlight“ der Kinderbetreuung im Landkreis: „Dabei geht es dort nicht nur darum, die Zeit herumzubringen, sondern vielmehr um Chancengleichheit, um frühkindliche Bildung und um den Erwerb von sozialer Kompetenz. Ich freue mich auch über die hier angestrebte Inklusion. Der Hort spielt in unserem Landkreis eine wichtige Rolle. Wir sind ein Chancen-Landkreis, wir sind gut aufgestellt: Jedes Kind und jede Familie, die Ganztagsbetreuung braucht, bekommt auch eine Betreuung.“
Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber bedankte sich bei ihren Vorgängern, Günter Knoblauch, Marianne Zollner und Michael Hetzl: „Wir sind in der Kinderbetreuung in Mühldorf bestmöglich aufgestellt. Die Awo war dabei immer ein Vorreiter und hat Maßstäbe gesetzt. Ihr habt viele Projekte durchgeführt: ein Müllprojekt zur Mülltrennung, das Schulfrühstück in der Grundschule, die prämierten Öko-Kids, den Bienenstand.“ Man freue sich nun über die offizielle Einweihung und Segnung dieses Gebäudes, das in einer Rekordzeit von acht Monaten errichtet wurde: „Die Inklusion hier ist wichtig für Chancengleichheit und Teilhabe. Wir dürfen kein Kind auf dem Weg zum Erwachsen-Werden verlieren.“
Die Leiterin der Einrichtung, Annika Stiller, und ihr Mitarbeiter Alexander Rädle schilderten in einer humoristischen Einlage die Stationen des Kinderhorts: In der Herzog-Friedrich-Straße, Auf der Wies, im Theresia-Gerhardinger-Kindergarten, im Neubau der Grundschule und jetzt in der Mariä-Himmelfahrt-Straße war man früher untergebracht. Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner schilderte, wie aus einer Idee ein Projekt und aus einem Projekt ein Gebäude wurde: „Es ist toll geworden, das neue Awo-Gebäude. In einer Rekordzeit von acht Monaten, die zwischen Stadtratsbeschluss und Einzug lag, ist es gebaut worden.“
Architekt Josef Utzinger stellte die Vorzüge der Typ- E-Bauweise vor: „Wir überlegten uns: Was brauchen wir wirklich und wie setzen wir es um? Wir wählten Typ-E-Bauweise, da diese ökologisch, nachhaltig, regional, wirtschaftlich und schnell ist. Und wir dachten auch an die Zukunft: Auf das Gebäude kann ein weiteres Geschoss gesetzt werden.“ Utzinger nannte Zahlen: 730 Quadratmeter Fläche, über 4000 Kubikmeter umbauter Raum, 1750 Quadratmeter Außenfläche.
Bundestagsabgeordneter Stephan Maier sagte: „Ich danke der Awo, dass sie als Träger einer Kindereinrichtung fungiert. Es ist ein finanzielles Risiko in einer Gesellschaft, die sich heute so rasant entwickelt. Dafür danke ich Claudia Hungerhuber und ihrer Verwaltung. Die Inklusion, die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung ist in unserem Land unerlässlich. Wenn man Chancengleichheit ernst nimmt, dann ist es wichtig, die Inklusion mit einzubeziehen.“
„Einfach
mal machen“
Landtagsabgeordneter Sascha Schnürer gab an: „Einfach mal machen. Ihr habt Mut bewiesen und man sieht, dass es auch geht, wenn man einfach mal was macht. So ist hier ein Ort des Friedens entstanden, wo man gemeinsam etwas schaffen kann.“
Abschließend trat Markus Saller ans Mikrofon: „Es ist toll, dass hier ein Gebäude vom Typ E entstanden ist. Kinder, ihr habt hier die besten Voraussetzungen – viel Grün, viel Platz. Lasst uns schauen, dass wir solche Projekte in Mühldorf weiterhin vorantreiben.“
Zum Abschluss der fast zweistündigen Veranstaltung segneten Gemeindereferent Alexander Weidinger und Prädikant Volker Naurath „das Gebäude und alle Menschen, die hier ein- und ausgehen“.
Auf Wunsch aller Kinder durfte Mühldorfs Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber noch ein symbolisches Band durchschneiden, bevor es zur Stärkung Kartoffelsuppe und herzhaften Eintopf vom Feuer gab. Kinderschminken wurde auch angeboten, im „Kraxlraum“ gab es eine Bilderausstellung.